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Institut für Geschichte

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Sommersemester 2018

Vorlesung

PD Dr. Jorit Wintjes: Zur Geschichte des Hellenismus

Freitag 1618 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 02 (Hubland Süd) 

Mit dem Tod Alexanders des Großen tritt die Griechische Geschichte in eine Epoche ein, die – vor allem mit dem hellenistischen Königtum – von neuen Formen von Staatlichkeit geprägt ist; gleichzeitig erfährt der Raum der Griechischen Geschichte nochmals eine deutliche Erweiterung: griechische Geschichte erstreckt sich vom Hindukusch bis an den Oberlauf des Nils. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Geschichte der drei "großen" hellenistischen Reiche der Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden bis zum Untergang des Ptolemäerreiches 30 v. Chr. und blickt darüber hinaus beispielhaft auf die Geschichte einiger kleinerer hellenistischer Mächte.

Einführende Literatur:

  • Kay Ehling, Gregor Weber (Hrsg.), Hellenistische Königreiche. Zabern, Darmstadt 2014.
  • Hans-Ulrich Cain u.a. (Hrsg.), Hellenismus – eine Welt im Umbruch, Darmstadt 2012.
  • Burkhard Meißner, Hellenismus, Darmstadt 2007.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.

Grundkurs

PD Dr. Felix Maier: Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr  Philosophiegebäude, Hörsaal 01 (Hubland Süd) 

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar]. 

Proseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Der Tod Ciceros

Montag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Kurz bevor er das rettende Schiff nach Griechenland erreichte, faßten die Häscher den geächteten Marcus Tullius Cicero, schlugen ihm Kopf und Hände ab und brachten sie nach Rom. Die Überreste seines Todfeindes ließ ein triumphierender Marcus Antonius auf dem Forum zur Schau stellen. Diesen Preis bezahlte Cicero am 7. Dezember 43 v. Chr. dafür, daß er sich nach dem Tod Caesars noch einmal an die Spitze des Senats gestellt und die alte Republik gegen Antonius’ Ansprüche verteidigt hatte. Die Ironie dabei: Indem er sich für diesen Kampf ausgerechnet mit Caesars Sohn verbündete, wurde er zum Steigbügelhalter des Augustus, der Ciceros Republik endgültig beseitigte. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Jochen Bleicken, Geschichte der Römischen Republik (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 2), München 19995 [im Campusnetz].
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Matthias Gelzer, Cicero. Ein biographischer Versuch, Wiesbaden 1969.
  • Ulrich Gotter, Der Diktator ist tot! Politik in Rom zwischen den Iden des März und der Begründung des Zweiten Triumvirats (Historia Einzelschriften 110), Stuttgart 1996.
  • Helene Homeyer,Die antiken Berichte über den Tod Ciceros und ihre Quellen (Deutsche Beiträge zur Altertumswissenschaft 18), Baden-Baden 1964.

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Theodora 

Dienstag 14-16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Theodora, Tochter eines Bärenwärters und einer Tänzerin, arbeitete im Konstantinopel des sechsten Jahrhunderts n. Chr. als Prostituierte und, schlimmer noch, als Schauspielerin. Als eine Art antikes, allerdings nicht jugendfreies Aschenputtel war sie nicht bloß in Ausschweifungen aller Art verstrickt, sondern gewann auch die Liebe des Thronfolgers Justinian. Dieser war mit einer Affäre nicht zufrieden und nahm Theodora gegen den erbitterten Widerstand des Establishments zur Ehefrau. Zur Kaiserin aufgestiegen, übte sie bis zu ihrem Tod einen gewissen Einfluß auf Justinians Regierung aus, die letzte glanzvolle Epoche des Römischen Reiches. Um Gründe und Grenzen von Theodoras Macht wird es im Seminar gehen, aber auch um den Mann, der sie nach Kräften mit Dreck bewarf – den Geschichtsschreiber Prokop, Sprachrohr der düpierten Eliten. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein. 

Einführende Literatur:

  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz].
  • Jochen Martin, Spätantike und Völkerwanderung (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 4), München 19953 [im Campusnetz].
  • Hartmut Leppin, Justinian. Das christliche Experiment, Stuttgart 2011.
  • Hartmut Leppin, Theodora und Justinian, in: Hildegard Temporini-Gräfin Vitzthum (Hrsg.), Die Kaiserinnen Roms. Von Livia bis Theodora, München 2002, 437-481.
  • Hans-Georg Beck, Kaiserin Theodora und Prokop. Der Historiker und sein Opfer, München u. a. 1986.

Dr. Maria Osmers: Der Jüdische Krieg

Dienstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Verhältnis zwischen Römern und Juden war in der Antike ambivalent: Mal gab es intensive Kontakte und beidseitige Zugeständnisse – etwa zwischen Augustus und Herodes, mal war die Beziehung konfliktreich. Unter der Herrschaft Neros eskalierte die Situation schließlich: Der Jüdische Krieg (66-74 n. Chr) brach aus und prägte die Beziehung zwischen Juden und Römern nachhaltig. Im Seminar wollen wir die Beziehung von Römern und Juden von der Eroberung Jerusalems bis zum Fall der Festung Masada nachzeichnen. Dabei sollen sowohl die römischen Strategien der Herrschaftssicherung als auch die gesellschaftlichen und sozialen Probleme in Judaea in den Blick genommen werden. Wir werden zudem der Frage nachgehen, warum insgesamt ein so großes Konfliktpotential zwischen Juden und Nicht-Juden bestand. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Ernst Baltrusch, Die Juden und das Römische Reich. Geschichte einer konfliktreichen Beziehung, Darmstadt 2002.
  • Klaus Bringmann, Geschichte der Juden im Altertum, Stuttgart 2005.
  • Martin Goodman, Jews in a Graeco-Roman world, Oxford 1998.
  • Martin Goodman, Romeand Jerusalem. The Clash of Ancient Civilizations, London 2007.
  • Peter Schäfer, Geschichte der Juden in der Antike, Tübingen 2010².

Dr. André Heller: Das Antoninische Zeitalter

Donnerstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Antiken Autoren wie Aelius Aristides oder dem britischen Gelehrten Edward Gibbon im 18. Jh. galt das Antoninische Zeitalter als glücklichste Epoche des Imperium Romanum, da es unter Antoninus Pius (138-161) eine nie gekannte Friedenszeit erlebt habe. Die Errichtung von Grenzmauern, wie dersystematische Ausbau des Obergermanisch-Rätischen Limes, vermittelte Sicherheit. Die ältere Forschung sah seine Regierung eher als "Kette schwerwiegender Versäumnisse", was jüngst zurecht revidiert wurde. Mark Aurel (161-180), der "Philosoph auf dem Kaiserthron", und Lucius Verus (161-169) sahen sich schweren Kämpfen im Osten gegen die Parther und im Donauraum gegen die Germanen ausgesetzt. Mark Aurelbestimmte seinen Sohn Commodus zum Nachfolger, der sich bald als grausamer Tyrann entpuppte und sich als "Römischer Hercules" stilisierte. Mit seiner Ermordung am letzten Tag des Jahres 192 fand das „AntoninischeZeitalter“ ein unrühmliches Ende, wenngleich Septimius Severus; Sieger der Bürgerkriege von 193-197, daran anzuknüpfen suchte.

Einführende Literatur:

  • Heinz Bellen, Grundzüge der Römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, 116-171.
  • Jörg Fündling, Marc Aurel, Darmstadt 2008.
  • Michael Grant, The Antonines. The Roman Empire in transition, London 1996.
  • Oliver Schipp, Die Adoptivkaiser, Darmstadt 2011.

Dr. André Heller: Zeit der Soldatenkaiser

Donnerstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Die Epoche der Soldatenkaiser, traditionell von 235 bis 284 reichend, wurde bereits von antiken Autoren als Krisenzeit des Imperium Romanum charakterisiert, was die althistorische Forschung übernahm. In den letzten Jahrzehnten aber plädiert sie für eine differenziertere Sichtweise und erkennt in ihr wichtige Entwicklungslinien, die in die Spätantike weisen. Unstrittig aber sind die schnelle Abfolge der Kaiser, diemeist vom Heer erhoben und bald darauf wieder ermordet wurden, die Verschärfung der außenpolitischen Bedrohung an fast allen Grenzen sowie wirtschaftlicher Niedergang in manchen Regionen. Dennoch gelang ab der Regierung des Gallienus (260-268) die Konsolidierung des Reiches, was seine „Nachfolger“ wie Claudius Gothicus, Aurelian und Probus erfolgreich fortsetzten. Da die schriftliche Überlieferung entweder fehlt oder problematisch (z. B. die spätantike Historia Augusta) ist, stellen Inschriften, Münzen und Papyri äußerst wertvolle Quellen zur Rekonstruktion der Ereignisse dar und erlauben Einblicke in die Wahrnehmung der Zeitgenossen. 

Einführende Literatur:

  • Klaus-Peter Johne (Hrsg.), Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284), 2 Bde., Berlin 2008.
  • Michael Sommer, Die Soldatenkaiser (Geschichte kompakt – Antike), Darmstadt 20143.

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Perserkriege

Mittwoch 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Als die Perser zu Beginn des 5. Jh. v. Chr. Richtung Griechenland zogen, schlossen sich einige Poleis im so genannten Hellenenbund zusammen, um ihre Heimat(en) gemeinsam gegen die Invasoren aus dem Osten zu verteidigen. Erstaunlicherweise ging dieser Plan auf: Unter der Führung Spartas und insbesondere aufgrund der Flottenstärke Athens konnten die Perser nach anfänglichen Rückschlägen bei Salamis in einer Seeschlacht und schließlich bei Plataiai auch zu Lande besiegt und so zurückgedrängt werden. Im Seminar wollen wir nachvollziehen, wie und warum die Griechen trotz Unterzahl gegen die Perser bestehen konnten. Zudem wollen wir uns mit den Ursachen und Anlässen aber auch mit den Auswirkungen und Resultaten der Perserkriege beschäftigen. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • George Cawkwell, The Greek Wars. The Failure of Persia, Oxford 2005.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
  • Ders., Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 20072; Wolfgang Will, Die Perserkriege, München 2010.
     

Hauptseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Kaiser Julian 

Dienstag 10–12 Uhr – Übungsraum 19,  Philosophiegebäude (Am Hubland Süd)

Julian regierte nur für knapp 20 Monate, von 361 bis 363, als Alleinherrscher das Römische Reich, trotzdem hat er einen Namen wie Donnerhall. Grund dafür ist, daß er der letzte heidnische Kaiser war und noch einmal versuchte, das Rad der Zeit zurückzudrehen, aber auch, daß er ein historischer Verlierer war, was immer Sympathien einbringt und in diesem Fall die Phantasie besonders anregt: Was wäre, wenn Julian länger gelebt und das Christentum zurückgedrängt hätte? Im Seminar geht es um das erstaunliche vierte Jahrhundert, in dem ein Angehöriger der regierenden christlichen Dynastie zum Heidentum konvertieren konnte (wenn auch zunächst heimlich) und seinen Cousin vom Thron zu stürzen vermochte, wir beschäftigen uns mit der Bildung und dem literarischen Schaffen des vielleicht begabtesten Kaisers der Spätantike, wir untersuchen, wie sich die Christen gegen Julian wehrten, und wir fragen, warum viele Heiden dem Kaiser in seinem missionarischen Eifer nur zögerlich folgten. Was das sonstige politische Wirken Julians angeht, steht der ehrgeizige und unglückliche Perserkrieg im Mittelpunkt, der Julian einen frühen, nach Meinung der Christen aber hochverdienten Tod brachte.

Einführende Literatur: 

  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Jochen Martin, Spätantike und Völkerwanderung (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 4), München 19953.
  • Klaus Bringmann, Kaiser Julian (Gestalten der Antike), Darmstadt 2004.
  • Klaus Rosen, Julian. Kaiser, Gott und Christenhasser, Stuttgart 2006.
  • Richard Klein (Hrsg.), Julian Apostata (Wege der Forschung 509), Darmstadt 1978.

 

Dr. Maria Osmers: Die Entstehung der Polis im archaischen Griechenland

Montag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

In der klassischen Zeit war die Polis die wichtigste Form des Zusammenlebens im griechischen Raum; Hunderte von eigenständigen Stadtstaaten existierten nebeneinander, deren politische Institutionen sowie deren soziale und gesellschaftliche Zusammensetzungen viele Parallelen und Ähnlichkeiten aufwiesen. Doch wie kam es dazu, dass sich die Polis in Hellas ausbreitete und schließlich fast überall durchsetzte? Welche Faktoren beförderten die Entstehung ähnlicher Strukturen in den verschiedensten Winkeln der griechischen Welt? Im Seminar werden wir die Gründe für den Erfolg der Polis aufspüren. Dafür werden wir die Etablierung der Polis in der archaischen Welt nachzeichnen und anhand von Fallbeispielen die sozialen sowie gesellschaftlichen Hintergründe dieser Entwicklung beleuchten. Zugleich werden wir die spezifischen Eigenarten der neuen Form des Zusammenlebens und insbesondere das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft betrachten.

Einführende Literatur:

  • Mogens H. Hansen; Thomas H. Nielsen, An Inventory of Archaic and Classical Poleis. An Investigation conducted by The Copenhagen Polis Centre for the Danish National Research Foundation, Oxford 2004.
  • Elke Stein-Hölkeskamp, Adelskultur und Polisgesellschaft, Stuttgart 1989.
  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaischeGriechenland. Die Stadt und das Meer, München 2015.
  • Uwe Walter, An der Polis teilhaben: Bürgerstaat und Zugehörigkeit im archaischen Griechenland, Stuttgart 1993.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Die griechische Polis, Stuttgart 1983. 

Zusätzlich bietet Herr Pfeilschifter ein Hauptseminar nur für Master-Studierende an:

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Warum ging die römische Republik unter?

Montag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.31 (Residenz)

Über fünfzig Jahre ist es nun her, dass Christian Meiers Res publica amissa zum ersten Mal erschien. Diese Studie ist zu einem Grundbuch der Geschichtswissenschaft geworden, die Rückkehr zu einer rein personenzentrierten Betrachtung der Ereignisse zwischen 100 und 42 v. Chr. ist seitdem unmöglich geworden. Ausgehend von Meiers Veröffentlichungen werden wir einige neuere Forschungen zur späten Republik analysieren. Dabei soll nicht nur das Blame Game gespielt werden – was waren die Ursachen für den Untergang? –, sondern auch die wichtigere Frage in den Blick kommen: Warum bestand die Republik überhaupt so lange? Das Seminar richtet sich an Masterstudenten, die über eine gute Kenntnis der letzten Phase der römischen Republik verfügen sollten. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Achtung: Diese Lehrveranstaltung kann ausschließlich für die Masterstudiengänge in Geschichte belegt werden. Persönliche Anmeldung beim Dozenten.

Einführende Literatur:

  • Christian Meier, Res publica amissa. Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Stuttgart 20174.
  • Christian Meier, Die Ohnmacht des allmächtigen Dictators Caesar. Drei biographische Skizzen, Stuttgart 20152.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Caesars Diktatur, der Prinzipat des Augustus und die Fiktion der historischen Notwendigkeit, Gymnasium 103 (1996), 477-497.
  • Erich S. Gruen, The Last Generation of the Roman Republic, Berkeley u. a. 19952
  • Martin Jehne, Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen (dtv Premium), München 2009.

Wissenschaftliche Übungen

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Lektüreübung,Eugippius,Vita sancti Severini 

Mittwoch 10–12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Vom Heiligen Severin wissen wir fast nur aus der Biographie, die Eugippius einige Jahrzehnte nach seinem Tod 482 schrieb. Darin erfahren wir von Wundern und Proben seiner Glaubensstärke genauso wie von den Zuständen in der Provinz Noricum (Teile Österreichs und des Voralpenlands) vor und während des Zusammenbruchs der römischen Herrschaft. So informiert die Vita sancti Severininicht nur über Wirken und Ansehen eines Mönches, Eremiten und Klostergründers, sondern stellt auch die einzige erzählende Quelle von einiger Ausführlichkeit zur Vorgeschichte Bayerns im fünften Jahrhundert dar. In der Übung lesen und übersetzen wir den Text und interpretieren ihn ausführlich. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters Kenntnisse der historischen und religiösen Situation des fünften Jahrhunderts, dann zu jeder Stunde umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur – und natürlich Freude an der Diskussion. Lateinkenntnisse sind selbstverständlich.

Textgrundlage: Eugippius, Vita sancti Severini. Das Leben des heiligen Severin. Lateinisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Theodor Nüsslein (Reclams Universal-Bibliothek 8285), Stuttgart 19992.

Einführende Literatur:

  • Alois Schmid (Hrsg.),Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. I 1: Das Alte Bayern. Von der Vorgeschichte bis zum Hochmittelalter, München 2017.
  • Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie (Das lateinische Mittelalter), Darmstadt 1994.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz].

   

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Vindolanda-Tablets

Dienstag 14–16 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.36 (Residenz) 

Zu den wohl wichtigsten dokumentarischen Quellen zur Geschichte der römischen Kaiserzeit zählen die nach ihrem ersten Fundort benannten "Vindolanda-Tablets". Sie gewähren schlaglichtartig faszinierende Einblicke vor allem in die Welt der an den Reichsgrenzen stationierten römischen Armee. Ein Teil der seit 1983 kontinuierlich veröffentlichten Tafeln liegt seit 2003 in einer online-Edition (http://vindolanda.csad.ox.ac.uk) vor. Im Mittelpunkt der Übung steht die Lektüre ausgewählter Funde aus Vindolanda und Carlisle. Entsprechende Lateinkenntnisse sollten vorhanden sein, paläographische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Literatur: 

  • K. Bowman/J. D. Thomas, Vindolanda: The Latin Writing-Tablets, London 1983, 30-50.

Digital Humanities

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über Geschichte und Bedeutung von Konfliktsimulationen; dann werden anhand von konkreten Beispielen einzelne, zentrale Probleme der Erstellung von Konfliktsimulationen genauer in den Blick genommen.

Einführende Literatur:

  • P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012. 

Materialien zum Download:

- Regelwerk

- Tokenübersicht

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Politik- und Konfliktsimulationen in Theorie und Praxis

Mittwoch 08–10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Bei der Simulation politischer Entscheidungsprozesse und militärischer Konflikte handelt es sich um ein wichtiges Instrument, das seit mehr als einem Jahrhundert zur Vorbereitung politischer und militärischer Entscheidungen eingesetzt wird. Daneben kann die Simulation auch ein wichtiges Analyseinstrument für Vorgänge aus der Vergangenheit darstellen, das Einblicke in Zusammenhänge ermöglicht, die sich mit herkömmlichen Ansätzen nur schwer erhellen lassen. Ziel des Seminars ist die Auseinandersetzung mit den bei der Entwicklung einer Simulation entstehenden Problemen; hierzu wird von den Seminarteilnehmern eine Simulation erstellt und auf ihre Leistungsfähigkeit hin erprobt. Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des Hackathon 2017.

Einführende Literatur:

  • Fotis Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, 147-161 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
Wintersemester 2017/18

Vorlesung 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Die römische Republik von den Gracchen bis zum Konsulat Ciceros 

Dienstag 1214 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 05 (Hubland Süd)

Mit den Reformen der Brüder Tib. und C. Sempronius Gracchus begann, in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts v. Chr., die Krise der Republik. Dies weniger, weil die Initiativen gescheitert oder weil die Sachprobleme ungelöst geblieben wären – beides war nur zum Teil der Fall –, sondern weil eine bislang nicht gekannte Härte in die innenpolitische Konfrontation einzog: Beide Gracchen wurden von ihren Gegnern erschlagen. Gewalt und Mord wurden bald legitime Mittel der Auseinandersetzung, für weitere Volkstribunen, aber schließlich auch für die Feldherren Marius und Sulla, die mit ihren Legionen den ersten, reichsweiten Bürgerkrieg vom Zaun brachen. Die außenpolitischen Herausforderungen verblaßten dagegen, aber immerhin mußten die Römer noch einmal, das letzte Mal für ein halbes Jahrtausend, um ihr Imperium fürchten, als die italischen Bundesgenossen sich erhoben. Die Vorlesung wird dennoch keine Geschichte eines unaufhaltsamen Niedergangs referieren. Es gab immer noch lange Phasen der Stabilität und des ordentlichen Funktionierens des politischen Systems. Und in den Stunden der Not erwuchsen der Republik immer wieder Verteidiger. M. Tullius Cicero, der 63 v. Chr. den Putsch Catilinas niederschlug, war nur der prominenteste von ihnen.

Einführende Literatur:

  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Matthias Gelzer, Cicero. Ein biographischer Versuch, Wiesbaden 1969.
  • Bernhard Linke, Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla (Geschichte kompakt), Darmstadt 2012 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].

Grundkurs

PD Dr. Jorit Wintjes: Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr  Philosophiegebäude, Hörsaal 02 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar]. 

Proseminare 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Nero 

Dienstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Nero, Herrscher über das Römische Reich von 54 bis 68 n. Chr., gilt als einer der großen Wahnsinnigen auf dem Kaiserthron: ein Muttermörder, Brandstifter, Christenverfolger, Möchtegernkünstler, ohne Sinn für die Bedürfnisse seiner Untertanen und die Anforderungen seiner hohen Stellung. Dieses Bild geht auf die antiken Quellen zurück, die Nero voreingenommen und zumeist mißgünstig schildern, falsch ist es deswegen aber noch nicht. Nur ist es zu einfach, Nero schlicht für verrückt zu erklären. Statt eine medizinische Ferndiagnose zu stellen, wollen wir die Strukturen des Kaisertums und der römischen Gesellschaft analysieren und danach fragen, wie Nero mit ihnen in Konflikt geriet, warum er immerhin 14 Jahre lang regierte und weswegen er am Schluß doch ermordet wurde. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Miriam T. Griffin, Nero. The End of a Dynasty, New Haven u. a. 1984.
  • Jürgen Malitz, Nero (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2105), München 1999.

PD Dr. Jorit Wintjes: Griechen und Karthager auf Sizilien 

Mittwoch 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Im Zuge der sogenannten Großen Kolonisation siedelten Griechen unter anderem auf Sizilien, wo Gründungen wie Naxos, Gela oder insbesondere Syrakus sich schnell zu bedeutenden Städten entwickelten. Dabei gerieten die Griechen in Konflikt mit den Karthagern, die im Verlauf des 7. und 6. Jh. die phönizischen Siedlungen im Westen der Insel unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung zwischen Griechen und Karthagern im 5. und frühen 4. Jh. v. Chr., daneben wird allgemein in Hilfswissenschaften und Arbeitsmethoden der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Martin Dreher, Das antike Sizilien, München 2008.
  • Moses Finley, Das antike Sizilien. Von der Vorgeschichte bis zur arabischen Eroberung, München 1993.
  • Marc Hofer, Tyrannen, Aristokraten, Demokraten: Untersuchungen zu Staat und Herrschaft im griechischen Sizilien von Phalaris bis zum Aufstieg von Dionysios I., Bern 2000.

Dr. Maria Osmers: Athen und Sparta im 5. Jh. v. Chr.

Montag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Seminar beleuchtet die Entwicklungen in Hellas im Anschluss an die Perserkriege und widmet sich dabei insbesondere dem Verhältnis zwischen den beiden Hegemonialmächten Athen und Sparta. Warum verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den beiden Poleis so sehr, dass schließlich der Peloponnesische Krieg (431 bis 404 v. Chr.) ausbrauch? Welche Faktoren beeinflussten die Entscheidungen der beteiligten Akteure und waren so ausschlaggebend für den Ausbruch des – in den Worten des antiken Historikers Thukydides – „größten Kriegs aller Zeiten“? Neben den Ursachen und Gründen des Konflikts sollen auch die Dynamiken sowie die Auswirkungen auf die einzelnen Poleis sowie den griechischen Raum insgesamt betrachtet und analysiert werden. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Martin Dreher, Athen und Sparta, München 2001.
  • Simon Hornblower, The Greek World. 479-323 BC, London 20114.
  • Lawrence A. Tritle, A new History of the Peloponnesian War, Malden u. a. 2010.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen, Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2005.

Dr. André Heller: Alexander der Große 

Donnerstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Wie kaum eine andere historische Gestalt fasziniert Alexander der Große bis heute: Neben grenzenloser Bewunderung widerfuhr ihm seit der Antike oft auch maßlose Kritik. Als er 334 den Hellespont überschritt, ahnte wohl keiner, dass Alexander binnen weniger Jahre die Eroberung des Perserreichs gelingen würde. Seine Feldzüge führten ihn über den Hindukusch bis nach Indien; die Feldzüge erweiterten das Weltbild der Griechen und stellten auch für Zeitgenossen eine merkliche Zäsur dar. Nach seinem Tod (323) jedoch zerfiel das Reich in den Kämpfen seiner Generale. Alexanders Erfolge sind Ergebnis konsequenter Ausnutzung der Vorarbeiten seines Vaters Philipp II. sowie – neben den Siegen über Dareios III. – der Beachtung indigener, insbesondere auch persischer Traditionen, was ihn manchem Althistoriker als „letzten Achaimeniden“ (P. Briant) erscheinen ließ. 

Einführende Literatur:

  • Johannes Engels, Philipp II. und Alexander der Große (Geschichte kompakt), Darmstadt 20122.
  • Hans-Joachim Gehrke, Alexander der Große, 6. München 20136.
  • Hans-Ulrich Wiemer, Alexander der Große, München 20152.

Dr. André Heller: Orientalische Kulte im Imperium Romanum 

Donnerstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Kulte aus dem Orient prägten das religiöse Leben im Römischen Reich maßgeblich. Zu nennen sind in republikanischer Zeit die Magna Mater aus Kleinasien, deren Kultbild schon 204 v. Chr. nach Rom überführt wurde, und die ägyptischen Götter Isis und Sarapis. Die Ausübung der Kulte konnte auch zu Problemen führen, wie der Bacchanalienskandal 186 v. Chr. zeigt. In der Kaiserzeit traten weitere Götter hinzu, z. B. der aus dem Iran stammende Mithras – im 4. Jh. Konkurrent des Christentums – oder der beim Heer beliebte Iuppiter Dolichenus. Die Lektüre der einschlägigen Texte und die Berücksichtigung der Inschriften sowie der archäologischen Evidenz vermitteln einen Einblick in die Welt der orientalischen Religionen im Imperium Romanum. 

Einführende Literatur:

  • Manfred Clauss, Mithras. Kult und Mysterium, Darmstadt 2012.
  • Robert Turcan, The cults of the Roman Empire (The ancient world), Oxford 1996 (frz. Original „Les cultes orientaux dans le monde Romain“, Paris 20043).
  • Marteen J. Vermaseren (Hg.), Die orientalischen Religionen im Römerreich (ÉPRO93), Leiden 1981.

Hauptseminare

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Griechen und die Lyder  

Freitag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Im 7. und 6. Jh. v. Chr. dominierte das Lyderreich unter der Mermnadendynastie weite Teile Westkleinasiens, an dessen Küsten sie mit der griechischen Welt in Kontakt traten. Von der Faszination der Griechen mit der kleinasiatischen Zivilisation zeugen die zahlreichen Spuren, die die Lyder in der griechischen Literatur hinterlassen haben, zu denen insbesondere der sogenannte Lyder-Logos im Werk des Herodot gehört; es ist die Darstellung des Königs Krösus durch Herodot, die ersteren untrennbar mit unzählbarem Reichtum verbunden hat. Im Mittelpunkt des Seminars sollen die Kontakte zwischen den Griechen und den Lydern und insbesondere die Darstellung der Lyder in den griechischen Quellen stehen; dazu wird eine eingehende Auseinandersetzung mit Herodot sowie mit den übrigen zentralen Zeugen notwendig sein.

Einführende Literatur: 

  • David Asheri et al. A Commentary on Herodotus I-IV, Oxford 2007.  
  • Annick Payne; Jorit Wintjes, Lords of Asia Minor: An Introduction to the Lydians, Wiesbaden 2016.

Hinweis: Anmeldung über sb@Home!

Achtung: Am 27.10.2017 sowie am 12.01.2018 findet die Veranstaltung ausnahmsweise in der Residenz in Raum 3.36(Bibiliothek) statt, an allen anderen Terminen in der Residenz in Raum 3.37!

Dr. Maria Osmers: Das römische Reich unter Caligula und Claudius 

Dienstag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Während Caligula (3741 n. Chr.) schon von römischen Autoren als Scheusal und Tyrann gezeichnet wurde und auch noch heute als typisches Beispiel eines „verrückten Kaisers“ gilt, wurde und wird Kaiser Claudius (4154 n. Chr.) von antiken und modernen Beobachtern häufig als willensschwacher, kränklicher und wenig selbstständiger Herrscher beschrieben, der sich schon aufgrund seiner körperlichen Erscheinung nicht für sein Amt eignete. Im Sinne der jüngeren Forschung, die die stereotypen Zeichnungen beider Kaiser hinterfragt, sollen in diesem Seminar differenziertere Bilder von Caligula und Claudius entworfen werden. Welchen Problemen und Herausforderungen mussten sich beide Kaiser stellen? Wie reagierten sie auf diese, welche Problemfelder kamen auf? Inwiefern standen sie in der Tradition der julisch-claudischen Dynastie und welche Neuerungen und Innovationen brachten sie auf den Weg?

Einführende Literatur:

  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.
  • Manfred Clauss (Hrsg.), Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997.
  • Werner Dahlheim, Geschichte der römischen Kaiserzeit (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 3), München 20033 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].  
  • Barbara Levick, Claudius, London 1990.
  • Aloys Winterling, Caligula. Eine Biografie, München 2003.

Hinweis: Anmeldung über sb@Home! 

Wissenschaftliche Übungen

PD Dr. Jorit Wintjes

Dienstag 1416 Uhr – Seminar für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Inschriften zählen zu den wichtigsten nichtliterarischen Quellenzeugnissen, und erlauben unterschiedlichste Einblicke in die Ereignis-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte der Griechen und Römer. Die Übung stellt die wichtigsten Arbeitsmittel des Epigraphikers vor und führt anhand ausgewählter Beispiele in die lateinische Epigraphik ein.

Einführende Literatur:

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Oberseminar zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.31 (Residenz)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um eine persönliche Anmeldung in meiner Sprechstunde.

Dr. Johann Martin Thesz:  Lektüreübung Zosimos

Dienstag 1416 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Das Geschichtswerk des Zosimos stellt für die Jahre 378 bis 410 eine unserer wichtigsten Quellen dar. Allerdings schildert Zosimos, der sein Werk um 500 verfasst hat, Ereignisse, die zu seiner Zeit bereits weit zurücklagen. Für seinen Bericht greift er auf die nur fragmentarisch erhaltenen Geschichtswerke des Eunapios und Olympiodoros zurück. Das Werk stellt aber trotz dieser Abhängigkeitsverhältnisse keine bloße Kompilation dar. Zosimos bietet nämlich eine eigenständige Interpretation der Geschichte, die den Untergang Roms aus der Christianisierung des Reiches und der damit einhergehenden Vernachlässigung paganer Kulte heraus erklärt. Seine ‚Geschichte der neueren Zeit‘ bildet somit einen Gegenentwurf zur christlichen Geschichtsdeutung, wie sie bei den Kirchenhistorikern zu greifen ist. Auf der Grundlage einer gemeinsamen Lektüre des Textes wollen wir der Frage nachgehen, welchen Quellenwert das Werk des Zosimos in seinen einzelnen Teilen besitzt. Angemessene Griechischkenntnisse etwa im Umfang des Graecums werden vorausgesetzt.

Textgrundlage: Zosime, Histoire nouvelle. Texte établi et traduit par François Paschoud, 3 Bde. (5 Teilbde.), Paris 1971–1989.

Literatur:

  • Mischa Meier, Zosimos, in: DNP 12/2, 2002, Sp. 843–845
  • François Paschoud, Zosimos (8), in: RE 10 A, 1972, Sp. 795–841

Hinweis: Griechischkenntnisse werden vorausgesetzt!

Sonstige Übungen

Dr. Maria Osmers: Begleitveranstaltung zum Praxismodul Geschichte (Blockveranstaltung)

Montag, der 23.10.2017, von 18–20 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Die Veranstaltung findet geblockt statt; die Seminarinhalte bzw. Referatsthemen werden in der vorbereitenden Sitzung am Montag, dem 23.10. von 1820 Uhr (erste Veranstaltungswoche) abgestimmt. Die Blockveranstaltungen finden voraussichtlich Ende Januar 2018 statt, die Termine werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Staatsexamenskurs Alte Geschichte (Blockveranstaltung)

Freitag, der 27.10.2017, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz);

Freitag, der 08.12.2017, von 08–13 Uhr, Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude, Hörsaal 0.002 (Hubland Süd);

Freitag, der 12.01.2018, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz).

Ziel des Kurses ist es, auf die Situation der schriftlichen Staatsexamensprüfung im vertieft studierten Fach wie im Unterrichtsfach vorzubereiten. In einem ersten Block sprechen wir über angemessene Lernstrategien, die Auswahl geeigneter Lehrveranstaltungen und Literatur, über das Anforderungsprofil der Staatsexamensklausur, über eine adäquate Themenwahl in der Klausur selbst und über ein zielführendes Zeitmanagement. Im zweiten Block schreiben die Teilnehmer eine Klausur, und zwar unter Echtzeitbedingungen 8–12 bzw. 13 Uhr. Ich korrigiere die Übungsklausuren, und in einem dritten Block sprechen wir über das, was gut gelaufen ist und was weniger gut. Der Kurs bietet keinen inhaltlichen Durchgang durch die griechisch-römische Geschichte – dafür sind Vorlesungen, Grundkurs und eigene Lektüre da –, und natürlich gibt er keine Hinweise auf zukünftige Themen. Sehr wohl aber soll er Ängste und Unsicherheiten vor einer fünf- bzw. vierstündigen, sehr wichtigen Klausur abbauen. 

Seminare - Digital Humanities 

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.36 (Residenz)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über Geschichte und Bedeutung von Konfliktsimulationen; dann werden anhand von konkreten Beispielen einzelne, zentrale Probleme der Erstellung von Konfliktsimulationen genauer in den Blick genommen.

Einführende Literatur:

  • P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

Materialien zum Download:

Materialien_Konfliktsimulation

PD Dr. Jorit Wintjes: Politik- und Konfliktsimulationen in Theorie und Praxis

Mittwoch 0810 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Bei der Simulation politischer Entscheidungsprozesse und militärischer Konflikte handelt es sich um ein wichtiges Instrument, das seit mehr als einem Jahrhundert zur Vorbereitung politischer und militärischer Entscheidungen eingesetzt wird. Daneben kann die Simulation auch ein wichtiges Analyseinstrument für Vorgänge aus der Vergangenheit darstellen, das Einblicke in Zusammenhänge ermöglicht, die sich mit herkömmlichen Ansätzen nur schwer erhellen lassen. Ziel des Seminars ist die Auseinandersetzung mit den bei der Entwicklung einer Simulation entstehenden Problemen; hierzu wird von den Seminarteilnehmern eine Simulation erstellt und auf ihre Leistungsfähigkeit hin erprobt. Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des Hackathon 2017.

Einführende Literatur:

  • Fotis Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, 147-161 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].

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Institut für Geschichte
Am Hubland
97074 Würzburg

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