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Intern
Institut für Geschichte

Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2022

Vorlesungszeit - Beginn am: 2. Mai 2022 (18. KW) 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag  
8 bis 10 Uhr     Wintjes     Digital Humanities
Historische Simulation Erstellung
Rm. 3.36
   


 
10 bis 12 Uhr Pfeilschifter
Proseminar
Der Seebund der Athener
Rm. 3.37
Pfeilschifter  Hauptseminar Caesar  Rm. 3.37   Wintjes Grundkurs 
HS 2 (Am Hubland-Süd)
Wintjes
Vorlesung
Die Dynastie der Flavier HS 4  (Am Hubland-Süd)
 


 
      Pfeilschifter
Theorie und Methode
Anonymus, Bellum Alexandrinum
Rm. 3.37
   


 
12 bis 14 Uhr   Knopf
Proseminar
Caligula
Rm. 3.37
  Heller
Proseminar
Römische Orientpolitik
Rm. 3.37
 


 
14 bis 16 Uhr   Wintjes
Historische Grundwissen schaften
Antike und Mittelalter
Rm. 3.37
Knopf
Proseminar
Ptolemaios
Rm. 3.37
   


 
16 bis 18 Uhr   Pfeilschifter
Proseminar
Nero
Rm. 3.37
  Heller
Proseminar
Orientalische Götter
Rm. 3.37
 


 
    Wintjes  Digital Humanities
Einf. i.d. Konflikt simulation
Rm. 3.36
Maier  Hauptseminar Iustinian  Rm. 3.37      


 
18 bis 20 Uhr Pfeilschifter  Oberseminar   Rm. 3.31        


 


  

  

Vorlesung

Prof. Dr. Jorit Wintjes: Die Dynastie der Flavier

Donnerstag, von 10 bis 12 Uhr, Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Das Ende des Julisch-Claudischen Hauses löst den ersten großen Bürgerkrieg in der römischen Geschichte seit dem Ende der Auseinandersetzung zwischen Marcus Antonius und Octavianus rund ein Jahrhundert zuvor aus; am Ende wird mit den Flaviern die zweite Dynastie des Prinzipats aus ihm hervorgehen. Die Vorlesung behandelt zunächst den Bürgerkrieg des Jahres 69, für den ie Quellenlage so gut ist wie für kaum einen anderen inneren Konflikt in der römischen Kaiserzeit, und blickt dann auf die Etablierung und Festigung der Herrschaft durch die neue Dynastie.

Einführende Literatur:

  • K. Bowman et al., The Cambridge Ancient History Volume 10: The Augustan Empire, 43 BC–AD 69, Cambridge 1996².

 

Grundkurs

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr , Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015;
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016;
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015;
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015;
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014;
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2018².

 

Proseminare

Das Seminar vermittelt allgemeine Kenntnisse zur Alten Geschichte, bietet anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über die fachspezifischen Hilfsmittel und Methoden der Alten Geschichte und zeigt die Interdependenzen mit anderen geisteswissenschaftlichen Teildisziplinen auf.

  

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Der Seebund der Athener

Montag, von 10 bis 12 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Dank des unerwarteten Abwehrerfolgs gegen das Perserreich stieg Athen 480/79 v. Chr. zur führenden Macht der griechischen Welt auf, neben Sparta. Da die Griechen der Ägäis und Kleinasiens in der athenischen Flotte die beste Garantie gegen eine Rückkehr der Perser sahen, schlossen sie sich unter Führung Athens zum sog. Delisch-Attischen Seebund zusammen. Während der nächsten fünfzig Jahre erfanden die Athener im Innern die Demokratie, nach außen drückten sie die Mitglieder des Seebunds zu Untertanen herab. Trotz dieses klassischen Beispiels außenpolitischer Hybris wahrte der Bund seine Schlagkraft und konnte von den Spartanern 404 erst nach jahrzehntelangem Ringen und mit persischer Hilfe vernichtet werden.

Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016;
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999;
  • Russell Meiggs, The Athenian Empire, Oxford 1972; Wolfgang Schuller, Die Herrschaft der Athener im Ersten Attischen Seebund, Berlin u. a. 1974.

 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Nero

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Nero, Herrscher über das Römische Reich von 54 bis 68 n. Chr., gilt als einer der großen Wahnsinnigen auf dem Kaiserthron: ein Muttermörder, Brandstifter, Christenverfolger, Möchtegernkünstler, ohne Sinn für die Bedürfnisse seiner Untertanen und die Anforderungen seiner hohen Stellung. Dieses Bild geht auf die antiken Quellen zurück, die Nero voreingenommen und zumeist mißgünstig schildern, falsch ist es deswegen aber noch nicht. Nur ist es zu einfach, Nero schlicht für verrückt zu erklären. Statt eine medizinische Ferndiagnose zu stellen, wollen wir die Strukturen des Kaisertums und der römischen Gesellschaft analysieren und danach fragen, wie Nero mit ihnen in Konflikt geriet, warum er immerhin 14 Jahre lang regierte und weswegen er am Schluß doch ermordet wurde. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Jürgen Malitz, Nero (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2105), München 1999;
  • Egon Flaig, Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im Römischen Reich (Campus Historische Studien 7), Frankfurt am Main u. a. 20192;
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 20192;
  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.

 

Dr. Fabian Knopf: Caligula – Wahn und Sinn im frühen Prinzipat

Dienstag,  von 12 bis 14 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Der römische Prinzipat – ein welthistorischer Sonderfall von einer Monarchie – wurde von Octavian (später: Augustus) aus dem Erbe der römischen Republik heraus entwickelt und stellte an den regierenden Monarchen besondere Anforderungen im Umgang mit der senatorischen Oberschicht und dem Volk. Augustus hatte als Begründer dieser Monarchieform ein meisterhaftes Kommunikationsspiel mit der restlichen Elite etabliert, welches die tatsächliche Machtlagerung kaschieren sollte und an dessen Fortführung bereits sein Nachfolger Tiberius (14-37 n. Chr.) teilweise scheiterte. Dessen Nachfolger Caligula (37-41 n.) kehrte dann gar ganz unverblümt die realen Machtverhältnisse dieser Monarchieform heraus, sodass die Nachwelt ihn als einen dem Wahnsinn verfallenen Tyrannen erinnerte.

Wie konnte es dazu kommen? War Caligula tatsächlich wahnsinnig? Oder zog er nur die Konsequenzen aus dem ohnehin allen bekannten? Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • A. A. Barrett, Caligula. The Abuse of Power, London / New York 20152;
  • B. Edelmann-Singer, Das Römische Reich von Tiberius bis Nero, Darmstadt 2017;
  • A. Winterling, Caligula. Eine Biographie, München 2019².

 

Dr. Fabian Knopf: Ptolemaios, Sohn des Lagos – Vom Hetairos Alexanders zum König Ägyptens 

Mittwoch, von 14 bis 16 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Der 336 v. Chr. beginnende Alexanderzug, an dessen Ende die Zerschlagung der persischen Supermacht stand, veränderte die damals bekannte Welt von Grund auf. Allerdings wurde das Alexanderreich jäh durch den unvorhergesehenen Tod Alexanders im Jahr 323 ausgebremst, stattdessen stritten sich nun Alexanders Generäle und engsten Gefährten (gr. Hetairoi) um das Erbe. Einer von Alexanders engsten Weggefährten war Ptolemaios, Sohn des Lagos, welcher sich bei der Aufteilung des Reiches Ägypten sichern konnte und in der Folge die ptolemäische Dynastie begründete, die erst mit der Niederlage Kleopatras VII. und ihres römischen Lovers Marcus Antonius gegen Octavian im Jahr 31 v. endete.

Im Proseminar soll vor allem der Reichsgründer betrachtet werden und sein Weg von Hetairos bis zu seiner Königserhebung 305 v. Chr. untersucht werden. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • C.A. Caroli, Ptolemaios I. Soter – Herrscher zweier Kulturen, Konstanz 2007 (https://www.caroli.com/wissenschaftliche-arbeiten/ptolemaios-i-soter/);
  • G. Hölbl, Geschichte des Ptolemäerreiches, Darmstadt 1994;
  • P. McKechnie; J. Cromwelln (Hrsg.), Ptolemy I and the Transformation of Egypt, 404-282 BCE, Leiden / Boston 2018;
  • I. Worthington, Ptolemy I. King and Pharaoh of Egypt, New York 2016.

 

PD Dr. André Heller: Römische Orientpolitik

Donnerstag, von 12 bis 14 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Ab dem 2. Jh. v. Chr. erweiterte sich die römische Einflusssphäre immer weiter in Richtung Osten, bis Sulla 96 v. Chr. erstmals mit einem Abgesandten des parthischen Königs in direkten Kontakt kam. Dies markiert den Beginn einer Dauerrivalität zwischen den beiden einzigen Weltreichen der Alten Welt, wie es Velleius Paterculus unter Kaiser Augustus formulierte. Meist war Rom der Aggressor, konnte aber den mächtigen Nachbarn niemals gänzlich besiegen. Im Gegenteil: Eine der schmachvollsten römischen Niederlagen ist mit dem Namen der Parther verknüpft.

Das Seminar, das auch allgemein in die Arbeitsweise der Alten Geschichte einführt, zeichnet die wechselhaften römisch-parthischen Beziehungen nach und will der Frage nachgehen, ob Rom jemals auf die Eroberung des gesamten Partherreiches abzielte. Doch auch nach dem Ende der Parther im Jahr 224 n. Chr. erwuchs Rom sofort ein neuer Gegner, das Reich der Sāsāniden.

Einführende Literatur:

  • O. Linz, Studien zur römischen Ostpolitik im Principat (Studien zur Geschichtsforschung des Altertums 19), Hamburg 2009;
  • M. Sartre, The Middle East under Rome, Cambridge, MA/London 2005;
  • M. Sommer, Roms orientalische Steppengrenze. Palmyra – Edessa – Dura-Europos – Hatra. Eine Kulturgeschichte von Pompeius bis Diocletian, 2. Aufl. Stuttgart 2019;
  • K.-H. Ziegler, Die Beziehungen zwischen Rom und dem Partherreich. Ein Beitrag zur Geschichte des Völkerrechts, Wiesbaden 1964

 

PD Dr. André Heller: Orientalische Götter in Rom

Donnerstag, von 16 bis 18 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Kulte aus dem Orient prägten das religiöse Leben im Römischen Reich maßgeblich. Zu nennen sind in republikanischer Zeit die Magna Mater (Kybele) aus Kleinasien, deren Kultbild schon 204 v. Chr. nach Rom überführt wurde, und die ägyptischen Götter Isis und Sarapis. Die Ausübung der Kulte konnte auch zu Problemen führen, wie der Bacchanalienskandal 186 v. Chr. zeigt. In der Kaiserzeit traten weitere Götter hinzu, z. B. der aus dem Iran stammende Mithras – im 4. Jh. Konkurrent des Christentums – oder der beim Heer beliebte Iuppiter Dolichenus.

Die Lektüre der einschlägigen Texte und die Berücksichtigung der Inschriften sowie der archäologischen Evidenz vermitteln einen Einblick in die Welt der orientalischen Religionen im Imperium Romanum. Darüber hinaus führt das Seminar auch in die Arbeitsweise der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • M. Clauss, Mithras. Kult und Mysterium, Darmstadt 2012;
  • J. Rüpke, Die Religion der Römer. Eine Einführung, Darmstadt 2001;
  • R. Turcan, The cults of the Roman Empire (The ancient world), Oxford 1996 (frz. Original „Les cultes orientaux dans le monde Romain“, 3. Aufl. Paris 2004);
  • J. Vermaseren (Hg.), Die orientalischen Religionen im Römerreich (ÉPRO 93), Leiden 1981

  

Hauptseminare - Ausgewählte Probleme der Alten Geschichte I

Das Seminar bietet dem/der Studierenden die Möglichkeit, umfangreichere Sachverhalte aus dem Bereich der Alten Geschichte unter Anleitung und mit den fachspezifischen Hilfsmitteln und Methoden der Alten Geschichte aufzuarbeiten. Grundlage der Arbeit im Seminar ist die Kenntnis der in der Lektüreliste des Lehrstuhls für Alte Geschichte aufgeführten Quellentexte. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben werden, wird vorausgesetzt.

 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Caesar

Dienstag, 10 bis 12 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Caesar ragte unter seinen Zeitgenossen derart hervor, daß man ihn gleich einem Gott ehrte und als Tyrannen tötete. Er war in großzügigster Weise um das Wohl anderer bemüht und dachte nur an seine Ehre. Er war der fähigste Politiker seiner Zeit und vermochte sich dennoch nicht unter seinesgleichen durchzusetzen. Er war ein feinsinniger Literat und schlachtete Millionen von Menschen ab. Seine Mörder werden noch heute als Inbegriff des Verräters verdammt und inspirierten mit ihrer Freiheitstat die amerikanischen und französischen Revolutionäre des späten 18. Jahrhunderts. Diese Widersprüche erklären die Unterschiedlichkeit der Urteile, die Historiker in den letzten 2000 Jahren über Persönlichkeit und Wirken Caesars gefällt haben. Im Seminar wollen wir einige Facetten seiner politischen Leistung analysieren und danach fragen, ob die erwähnten Widersprüche tatsächliche oder vermeintliche waren.

Einführende Literatur:

  • Martin Jehne, Caesar (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2044), München 20145;
  • Matthias Gelzer, Caesar. Der Politiker und Staatsmann, Wiesbaden 19606;
  • Martin Jehne, Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen (dtv Premium), München 2009;
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 20212.

 

PD Dr. Felix Maier: Iustinian

Mittwoch, 16 bis 18 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Die Regierungszeit des Kaisers Iustinian (527-565), der in der Forschung des 20. Jh.s oft als "letzter Römer" bezeichnet wurde, stellt in mehrerer Hinsicht eine wichtige Epoche dar und markiert den Übergang von der römischen zur byzantinischen Ära: Unter seiner Ägide wurden große Teile des ehemaligen Weströmischen Reiches zurückerobert und neue Gebiete im Schwarzmeerraum hinzugewonnen. Aber nicht nur in militärischer Hinsicht war Iustinians Herrschaft bedeutsam, sondern auch in kultureller: Er gab die Kompilation des römischen Rechts, des sogenannten Corpus Iuris Civilis, in Auftrag, forcierte das Zusammenspiel von spätantikem Staat und christlicher Kirche, etablierte das Gottesgnadentum und entwickelte eine rege Bautätigkeit nicht nur in Konstantinopel, sondern in vielen Städten des Reiches.

In dem Seminar werden nicht nur diese und andere Aspekte seiner Herrschaft analysiert, sondern auch das Problem diskutiert, inwiefern Iustinian für die Rückschläge und Katastrophen, die ebenfalls seine Regierungszeit prägten, verantwortlich zeichnete oder inwieweit man die Handlungsmacht des historischen Individuums in dieser Hinsicht überschätzt.

Einführende Literatur:

  • M. Maas (Hrsg.): The Cambridge Companion to the Age of Justinian, Cambridge 2005;
  • H. Leppin: Justinian. Das christliche Experiment, Stuttgart 2011;
  • M. Meier: Justinian. Herrschaft, Reich und Religion, München 2004;
  • P. Heather: Rome Resurgent. War and Empire in the Age of Justinian, Oxford 2018.

 

Oberseminar 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Oberseminar zur Alten Geschichte

Montag, von 18 bis 20 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz, Raum 3.31 (Dienstzimmer Pfeilschifter)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Hinweise: Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen zum Oberseminar auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

 

  

Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft

Anschließend an wesentliche Momente in der Geschichte der Historiographie und/oder an aktuelle geschichtswissenschaftliche Diskurse werden in der Lehrveranstaltung Kompetenzen im Hinblick auf Probleme der fachwissenschaftlichen Theoriebildung bzw. Methodik und deren praktische Anwendung vermittelt. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Quellen bzw. Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekannt gegeben werden, wird vorausgesetzt.

 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Anonymus, Bellum Alexandrinum

Mittwoch, 10 bis 12 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Caesars Darstellung der eigenen Taten im Bürgerkrieg bricht ab, als er zum Krieg in Ägypten überleitet. Die Aufgabe hat ein unbekannter Verfasser übernommen, ein Augenzeuge wahrscheinlich, der in Caesars Heer diente. Während der neun Monate in Ägypten lernte Caesar Kleopatra kennen (über die der Anonymus so gut wie nichts zu sagen hat), übte sich, im Palastviertel eingeschlossen, im verzweifelten Straßenkampf (über den der Anonymus eine Menge zu sagen hat) und triumphierte, natürlich, am Schluß über seine Feinde.

Die Begeisterung des Autors für Caesar macht sein Werk einseitig und die historische Interpretation schwierig. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters einen guten Informationsstand über Caesars Bürgerkrieg, dann zu jeder Stunde eine umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts im Original und Studium der Literatur –, vor allem aber Freude an der intellektuellen, gern kontroversen Auseinandersetzung. Gute Lateinkenntnisse, die deutlich über das Eingangsniveau hinausgehen, setze ich voraus.

Literatur: Textgrundlage:

  • Caesar, Commentarii, ed. Alfredus Klotz, Bd. 3: Commentarii belli Alexandrini, belli Africi, belli Hispaniensis, Leipzig 1927.

Einführende Literatur:

  • Heinz Heinen, Kleopatra-Studien. Gesammelte Schriften zur ausgehenden Ptolemäerzeit (Xenia 49), Konstanz 2009;
  • Walther Judeich, Caesar im Orient. Kritische Übersicht der Ereignisse vom 9. August 48 bis October 47, Leipzig 1885;
  • Matthias Gelzer, Caesar. Der Politiker und Staatsmann, Wiesbaden 19606;
  • Manfred Clauss, Kleopatra (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2009), München 1995.

 

Julia Schwarzer: Magie im spätantiken Ägypten

Die Veranstaltung ist offen für Studierende der Ägyptologie und der Alten Geschichte. Koptischkenntnisse sind keine Teilnahmevoraussetzung aber sehr willkommen. Die Übung findet als BLOCKSEMINAR am 13.05., 20.05. und 21.05.2022 statt. Eine Vorbesprechung findet nach Vereinbarung statt und ist verpflichtend.

Als „magisch“ bezeichnete Praktiken sind ständige Begleiter in unseren antiken Schriftquellen. Ihr Leumund ist durchwachsen und so werden sie gerne mit Scharlatanerie oder Gauklerei verbunden, während in der Spätantike die als „Theurgie“ bezeichnete Magie in manchen neoplatonischen Kreisen als Mittel der Gottesschau gilt. „Magie“ diente sowohl klassischen Autoren aber auch im christlichen Zusammenhang als Projektionsfläche zur Konstruktion des Anderen und Instrument zur Delegitimierung von Gegnern. Doch existieren nicht nur Zeugnisse über Magie sondern u.a. mit den magischen Papyri auch direkte Überreste ritueller Praxis, die als magisch bezeichnet werden kann.

Der Schwerpunkt der Übung, die als Blockseminar stattfindet, liegt auf dem spätantiken Ägypten und den koptischen magischen Papyri. Die koptischen magischen Papyri bilden ein anspruchsvolles Quellengenre, in dem sich pagane, jüdische und christliche Einflüsse miteinander verbinden. Neben der Lektüre der Papyri steht deren Verortung im größeren religionshistorischen Zusammenhang der Spätantike im Vordergrund.

Einführende Literatur:

  • R. Bagnall, Egypt in Late Antiquity, Princeton 1993;
  • D. Frankfurter, Christianizing Egypt: Syncretism and Local Worlds in Late Antiquity, Princeton 2017;
  • ders., Guide to the Study of Ancient Magic (Religions in the Graeco-Roman World 189), Boston / Leiden 2019;
  • M. Frenschkowski, Magie im antiken Christentum: eine Studie zur Alten Kirche und ihrem Umfeld (Standorte in Antike und Christentum 7), Stuttgart 2016.

Für einen umfassenden Überblick vgl.: https://www.coptic-magic.phil.uni-wuerzburg.de/index.php/bibliography/#general 

 

  

Spezialisierungsmodul - Historische Grundwissenschaften
1: Antike und Mittelalter

 

Prof. Dr. Jorit Wintjes: Die Vindolanda-Tablets

Dienstag, von 14 bis 16 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Zu den wohl wichtigsten dokumentarischen Quellen zur Geschichte der römischen Kaiserzeit zählen die nach ihrem ersten Fundort benannten "Vindolanda-Tablets". Sie gewähren schlaglichtartig faszinierende Einblicke vor allem in die Welt der an den Reichsgrenzen stationierten römischen Armee. Im Mittelpunkt der Übung steht die Lektüre ausgewählter Funde aus Vindolanda und Carlisle. Entsprechende Lateinkenntnisse sollten vorhanden sein, paläographische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Einführende Literatur:

  • K. Bowman/J. D. Thomas, Vindolanda: The Latin Writing-Tablets, London 1983, 30-50

 

  

Digital Humanities

 

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag, 16 bis 18 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.36 (Bibliotheksraum)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Historische Simulation – Erstellung:

Mittwoch, 8 bis 10 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Das Seminar führt in die Erstellung einer historischen Simulation ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012