piwik-script

Intern
Institut für Geschichte

Archiv

Sommersemester 2021

Vorlesungszeit - Beginn am: 12. April 2021 (15. KW) 

Vorlesung

PD Dr. Katharina Wojciech: Die athenische Demokratie

Donnerstag, von 10 bis 12 Uhr

 

 

Grundkurs

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2018².

  

Proseminare

Das Seminar vermittelt allgemeine Kenntnisse zur Alten Geschichte, bietet anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über die fachspezifischen Hilfsmittel und Methoden der Alten Geschichte und zeigt die Interdependenzen mit anderen geisteswissenschaftlichen Teildisziplinen auf.

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes: Das Britannische Sonderreich

Dienstag, von 14 bis 16 Uhr

Als Folge der Usurpation des Carausius entstand gegen Ende des 3. Jh. das sogenannte Britannische Sonderreich, das sich auf die Britannischen Provinzen sowie auf die Provinz Gallia Belgica erstreckte; unter Carausius und seinem Nachfolger Allectus hatte es rund ein Jahrzehnt bestand, ehe es schließlich 296 von Constantius Chlorus in der seit der Invasion des Kaisers Claudius vermutlich größten amphibischen Operation der römischen Geschichte zurückerobert wurde.

Das Seminar wird die Hintergründe der Usurpation, die Hinterlassenschaften des Sonderreiches, insbesondere seine Numismatik, sowie das dramatischen Ende in den Blick nehmen. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • A. Birley, The Roman Government of Britain, Oxford 2005
  • P. J. Casey, Carausius and Allectus: The British Usurpers, Yale 1995
  • S. Frere. Britannia: a history of Roman Britain. London ³1987

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes: Der Zweite Punische Krieg

Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr

Im Zweiten Punischen Krieg erreicht die Auseinandersetzung zwischen Rom und Karthago einen Höhepunkt. Insbesondere der Zug des Hannibal hinterläßt im kollektiven Gedächtnis der römischen Gesellschaft bleibende Eindrücke; die katastrophale Niederlage der Römer bei Cannae wird bis zum Ende der Antike gleichsam als Meßlatte für die Größe einer militärischen Niederlage herangezogen. Zugleich entfalteten die Operationen des karthagischen Feldherren eine bis in die Gegenwart andauernde Wirkungsgeschichte.

Im Mittelpunkt des Seminars, das über den Rahmen des Hannibalzuges hinaus auch auf den spanischen und afrikanischen Kriegsschauplatz blicken wird, stehen neben dem eigentlichen Kriegsverlauf auch die Vor- und Rezeptionsgeschichte des Konfliktes.

Einführende Literatur:

  • W. Ameling, Karthago: Studien zu Militär, Staat und Gesellschaft, München 1993
  • N. Bagnall, The Punic Wars, New York 1990
  • D. Hoyos (ed.), A Companion to the Punic Wars. Oxford, 2011
  • J. F. Lazenby, Hannibal's War, Norman 1978

  

PD Dr. Katharina Wojciech: Das flavische Rom

Dienstag, von 12 bis 14 Uhr

 

PD Dr. Katharina Wojciech: Das ostgotische Italien

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr

 

Dr. André Heller: Caracalla

Donnerstag, von 12 bis 14 Uhr

M. Aurelius Antoninus, besser bekannt als Caracalla, regierte das Römische Reich von 211 bis 217. Er war der Sohn des Septimius Severus, der sich in einem langen und blutigen Bürgerkrieg gegen mehrere Konkurrenten als Kaiser durchgesetzt hatte (193–197). Schon früh proklamierte er seinen Erstgeborenen als Nachfolger. Ein Besuch der Familie in Alexandria am Grab Alexanders des Großen brachte bei dem jungen Severus-Sohn die entscheidende Wende: Von nun an sah er sich als Reinkarnation Alexanders. Nach seines Vaters Tod ermordete er seinen als Mitkaiser bestimmten Bruder Geta und verlieh allen im Römischen Reich lebenden Menschen durch die constitutio Antoniniana das römische Bürgerrecht. Als Feldherr versuchte er, seinem Vorbild durch einen Feldzug gegen die Parther nachzueifern, auf dem er jedoch ermordet wurde. Trotz seiner negativen Beurteilung durch die Quellen und in der Nachwelt setzte er die Politik seines Vaters konsequent fort und trug so zur Transformation des Imperium Romanum bei.

Einführende Literatur:

  • A. R. Birley, Septimius Severus. The African emperor, 2. Aufl. London 1988;
  • Caracalla. Kaiser, Tyrann, Feldherr, hg. v. Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Darmstadt 2013;
  • M. Handy, Die Severer und das Heer, Berlin 2009;
  • B. Levick, Iulia Domna, London/New York 2007;
  • S. Nadolny, Die severischen Kaiserfrauen, Stuttgart 2016;
  • D. S. Potter, The Roman Empire at bay, London/New York 2004, S. 110–124, 133–151;
  • B. Schöpe, Der römische Kaiserhof in severischer Zeit, Stuttgart 2014.

 

Dr. André Heller: Diadochen

Donnerstag, von 16 bis 18 Uhr

Als Alexander der Große im Jahr 323 v. Chr. verstarb, hinterließ er ein Reich, das sich von Griechenland über Ägypten bis an den Indus erstreckte, aber keinen Nachfolger. Die „Reichsordnung von Babylon“ sah vor, dass sein Bruder und nominell das noch ungeborene Kind der Rhoxane die Herrschaft übernehmen sollten. Um die Einheit des Reiches zu gewährleisten, wurde mit Perdikkas ein „Reichsverweser“ eingesetzt. Doch schon bald entspannen sich Kämpfe unter den Generalen Alexanders, den Diadochen, um die Macht. Spätestens als 306 der erste unter ihnen, Antigonos Monophthalmos, sich zum König proklamierte, war die Idee der Reichseinheit tot. Am Ende dieser durch dauernde Kriege und neue Koalitionen untereinander geprägten Epoche hatten sich jene drei Reiche herausgebildet, die das Zeitalter des Hellenismus prägen sollten: das der Ptolemäer in Ägypten, der Antigoniden in Makedonien und der Seleukiden im größten Teil des ehemaligen Alexanderreiches. Vor allem Ptolemaios I. und Seleukos I. trafen dabei auf starke indigene Traditionen und selbstbewusste Eliten, die sie bei der Ausübung ihrer Herrschaft zu berücksichtigen hatten.

Einführende Literatur:

  • H. Bengtson, Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders (323–281 v. Chr.), München 1987;
  • R. A. Billows, Antigonos the One-eyed and the creation of the Hellenistic state, Berkeley, CA/Los Angeles 1986;
  • J. D. Grainger, Seleukos I Nikator. Constructing a Hellenistic kingdom, London/New York 1990;
  • J. Romm, Der Geist auf dem Thron. Der Tod Alexanders und der mörderische Kampf um sein Erbe, München 2016;
  • J. Seibert, Das Zeitalter der Diadochen, 2. Aufl. Darmstadt 1989;
  • I. Worthington, Ptolemy I. King and pharaoh of Egypt, Oxford/New York 2016.

 

  

Hauptseminare - Ausgewählte Probleme der Alten Geschichte I

Das Seminar bietet dem/der Studierenden die Möglichkeit, umfangreichere Sachverhalte aus dem Bereich der Alten Geschichte unter Anleitung und mit den fachspezifischen Hilfsmitteln und Methoden der Alten Geschichte aufzuarbeiten. Grundlage der Arbeit im Seminar ist die Kenntnis der in der Lektüreliste des Lehrstuhls für Alte Geschichte aufgeführten Quellentexte. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben werden, wird vorausgesetzt.

 

Prof. Dr. Jorit Wintjes: Die Griechen und die Lyder

Freitag, 10 bis 12 Uhr

Im 7. und 6. Jh. v. Chr. trat das weite Teile Westkleinsiens dominierende Lyderreich unter den Königen der Mermnadendynastie intensiv mit der griechischen Welt in Kontakt. Von der Faszination der Griechen mit den Lydern zeugen dabei die zahlreichen Spuren, die die Lyder in der griechischen Literatur hinterlassen haben. Hierzu zählt insbesondere der sogenannte Lyder-Logos im Werk des Herodot, die Darstellung des Geschichte des letzten Mermnadenkönigs Krösus durch Herodot, die Krösus untrennbar mit unzählbarem Reichtum verbunden hat und eine lange, vielfältige Rezeptionsgeschichte angestoßen hat.

Im Mittelpunkt des Seminars sollen die Kontakte zwischen den Griechen und den Lydern und insbesondere die Darstellung der Lyder in den griechischen Quellen stehen; dazu wird eine eingehende Auseinandersetzung mit Herodot sowie mit den übrigen zentralen Zeugen notwendig sein.

Einführende Literatur:

  • D. Asheri et al. A Commentary on Herodotus I-IV, Oxford 2007;
  • P. Högemann/N. Oettinger, Lydien. Ein altanatolischer Staat zwischen Griechenland und dem Vorderen Orient, Berlin 2018;
  • A. Payne/J. Wintjes, Lords of Asia Minor: An Introduction to the Lydians, Wiesbaden 2016.

 

 

 

PD Dr. Felix Maier: Herodot und Thukydides

Montag, 16 bis 18 Uhr

Die Entwicklung sowohl der griechischen als auch der modernen Geschichtsschreibung erfuhr wesentliche Impulse durch die beiden griechischen Historiker Herodot und Thukydides. In dem Seminar sollen die sehr unterschiedlichen Annäherungen beider Autoren an die Vergangenheit vor dem Hintergrund der heutigen Geschichtsschreibung analysiert und reflektiert werden.

Einführende Literatur:

  • E. Foster, Donald Lateiner (Hrsg.): Thucydides and Herodotus. Oxford University Press, Oxford u. a. 2012;
  • W. Will, Herodot und Thukydides. Die Geburt der Geschichte. München 2015;
  • C. Dewald; J. Marincola (Hrsg.): The Cambridge Companion to Herodotus. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2006;
  • B. K. Ryot; S. L. Forsdyke (Hrsg.), The Oxford Handbook of Thucydides, New York 2017.

 

 

Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft

Anschließend an wesentliche Momente in der Geschichte der Historiographie und/oder an aktuelle geschichtswissenschaftliche Diskurse werden in der Lehrveranstaltung Kompetenzen im Hinblick auf Probleme der fachwissenschaftlichen Theoriebildung bzw. Methodik und deren praktische Anwendung vermittelt. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Quellen bzw. Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekannt gegeben werden, wird vorausgesetzt.

 

Adrian Erben/Jana Hock: Antiochos IV. Epiphanes und der Makkabäeraufstand

Blockveranstaltung: Freitag, 16.04, Samstag, 17.04., Freitag 14.05., Samstag, 15.05., jeweils 9-17 Uhr

Nach dem Tod Alexanders des Großen zerfiel sein Großreich und mehrere seiner Feldherren, die sogenannten Diadochen, teilten sich das Herrschaftsgebiet untereinander auf. Das flächenmäßig größte dieser Diadochenreiche war das Seleukidenreich, das auf Seleukos I. Nikator zurückging. Im Rahmen des Seminars fokussieren wir uns auf das 2. Jahrhundert v. Chr., insbesondere auf den seleukidischen Herrscher Antiochos IV. Epiphanes sowie sein Verhältnis zur Provinz Judäa. Die judäisch-seleukidischen Beziehungen waren in dieser Epoche konfliktbeladen. Im Rahmen dieser Auseinandersetzungen gewann in Judäa eine Gruppe sukzessive an Einfluss: die Makkabäer. Deren Geschichte ist unter anderem im Ersten und Zweiten Makkabäerbuch überliefert.

In der interdisziplinär angelegten Veranstaltung untersuchen wir ausgewählte, einschlägige Quellentexte jeweils mit zwei methodischen Ansätzen: der historisch-kritischen und der narratologischen Methode. Die Veranstaltung findet im Blockformat statt. Die ersten beiden Sitzungen widmen sich der methodischen und inhaltlichen Einführung, die beiden übrigen Sitzungen sind für die Präsentationen der Studierenden mit anschließender Diskussion vorgesehen.

Einführende Literatur:  

  • E. R. Bevan, House of Seleucus, 2 Bde., London 1966 (Nachdruck der Ausgabe von 1902);
  • I. J. F. de Jong, Narratology and classics. A practical guide, Oxford 2014;
  • G. Maier, Das Ende der historisch-kritischen Methode, Wuppertal 1974;
  • J. C. Bernhardt, Die jüdische Revolution. Untersuchungen zu Ursachen, Verlauf und Folgen der hasmonäischen Erhebung (Klio Beihefte 22), Berlin / Boston 2017;
  • S. Müller, Die historisch-kritische Methode in den Geistes- und Kulturwissenschaften, Würzburg 2010;
  • P. Schäfer, Geschichte der Juden in der Antike. Die Juden Palästinas von Alexander dem Großen bis zur arabischen Eroberung, Stuttgart 2010;
  • U. Schmidt, Narratologie und Altes Testament, TLZ 143 (2018), 423–38.

 

Julia Schwarzer: „Es wäre heut´ nicht wie es wär es damals nicht gewesen wie es war“ – Anfänge, Entwicklung und Durchsetzung des Christentums im spätantiken Alexandria

Montag, von 16 bis 18 Uhr

Bereits Herodot hielt in seinen Historien im 5. Jhd. v. Chr. fest, bei den Ägyptern handele es sich um das gottesfürchtigste aller Völker. Insbesondere in Alexandria treffen nach der Eroberung durch Octavian im Jahre 30 v. Chr. pharaonische, griechische, römische und nicht zuletzt jüdische Strömungen aufeinander. So verwundert es nicht, dass Alexandria als der Stadt, in der der Apostel Markus der Legende nach selbst die erste Gemeinde gründete, auf der religiös-politischen Landkarte der Spätantike eine Schlüsselposition einnehmen sollte. Ägypten gilt nicht nur als Wiege des Mönchstums – auch die im vierten und der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts amtierenden Nachfolger des Apostels Markus Athanasius, Theophilos und Kyrill prägten Kirche und Gesellschaft weit über Alexandria hinaus.

In der Übung sollen anhand einzelner Quellen die Anfänge, Entwicklung und Durchsetzung des Christentums in Alexandria nachvollzogen werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Kontingenz der Entwicklungen, also der Betrachtung alternativer oder in den Quellen wie der Geschichtsschreibung verschütteter Pfade. Greifbar werde diese unter anderem im Umgang mit religiöser Vielfalt, in der Antastbarkeit des monarchischen Episkopats und der Rolle der Laien.

Einführende Literatur:

  • Clauss, Manfred, Alexandria. Schicksale einer antiken Weltstadt, Stuttgart 2003.
  • Haas, Christopher, Alexandria in Late Antiquity. Topography and Social Conflict, London 1997.
  • HAHN, JOHANNES, Gewalt und religiöser Konflikt. Studien zu den Auseinandersetzungen zwischen Christen, Heiden und Juden im Osten des Römischen Reiches (von Konstantin bis Theodosius II.) Berlin 2004.
  • ISELE, BERND, Kampf um Kirchen. Religiöse Gewalt, heiliger Raum und christliche Topographie in Alexandria und Konstantinopel (4. Jh.) (JbAC 4) Münster 2010.
  • MARTIN, ANNICK, Athanase d'Alexandrie et l'église d'Egypte au IV. siécle: (328-373) (Publications de l'École française de Rome 216) Rom 1996.
  • Wipszycka, Ewa, The Alexandrian Church. People and Institutions (The Journal of Juristic Papyrology Supplements 25) Warschau 2015.

  

  

Digital Humanities

 

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag, 16 bis 16 Uhr

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Historische Simulation – Erstellung: Noble-Minded Friends and Comrades – das Offizierskorps der Royal Navy im 19. Jh.

Mittwoch, von 8 bis 10 Uhr

Das Seminar führt in die Erstellung einer historischen Simulation ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012

 

 

 

Wintersemester 2020/21

Vorlesungszeit - Beginn am: 9. November 2020 (46. KW)

 

Vorlesung

PD. Dr. Katharina Wojciech: Die Spätantike

Freitag, von 16 bis 18 Uhr

Die römische Spätantike war eine äußerst spannende und facettenreiche Zeit, deren Geschichte und strukturelle Entwicklungen von starken Kaiserpersönlichkeiten wie Diokletian (284-305), Konstantin der Große (306-337), Theodosius I. (379-395) oder Justinian I. (527-565) geprägt worden sind. Zu den signifikanten Merkmalen der Epoche zählen etwa das Mehrkaisertum, die Trennung zwischen Militär- und Ziviladministration, der Ausbau Konstantinopels zur Kaiserresidenz, der Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion, die Kodifikation des Rechts sowie das verstärkte Eindringen ‚germanischer‘ Verbände auf den Boden des Imperium Romanum. Die Vorlesung bietet zunächst einen kurzen Überblick über die politische Geschichte der Zeit zwischen 284 und 565 und thematisiert dabei auch den Sinn solcher ‚Epochengrenzen‘. In einem zweiten Teil werden ausgewählte Aspekte der Epoche, z.B. das Leben in Rom und Konstantinopel, die Besonderheiten von Recht und Gesellschaft, die Bedeutung der Glaubensfragen, die Herrschaft der Ostgoten in Italien etc. vertieft.

Einführende Literatur:

  • R. Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher, 2. durchgesehene und aktualisierte Auflage, München 2017
  • A. Demandt, Geschichte der Spätantike. Das Römische Reich von Diokletian bis Justinian 284-565 n. Chr., 3., durchgesehene Auflage, München 2018

 

 

Grundkurs

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2018².

  

  

Proseminare

Das Seminar vermittelt allgemeine Kenntnisse zur Alten Geschichte, bietet anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über die fachspezifischen Hilfsmittel und Methoden der Alten Geschichte und zeigt die Interdependenzen mit anderen geisteswissenschaftlichen Teildisziplinen auf.

  

PD. Dr. Katharina Wojciech:  Demosthenes – „ein Leben für die Freiheit“?

Donnerstag, von 10 bis 12 Uhr

Das 4. Jahrhundert v. Chr. gilt in Athen als die Zeit der ‚vollendeten‘ Demokratie. Dennoch treten uns in der Überlieferung einzelne Persönlichkeiten entgegen, die auf die Politik ihrer Zeit einen enormen Einfluss ausgeübt haben sollen. Einer von ihnen war Demosthenes, der als Widersacher des makedonischen Königs Philipp II. im Kampf um die Hegemonialstellung und zuletzt auch die Unabhängigkeit Athens in die Geschichte eingegangen ist.

Im Zentrum des Seminars steht deshalb die Frage nach den Möglichkeiten einzelner Individuen, auf historische Prozesse einzuwirken. Diskutiert werden sowohl zeitgenössische Quellen als auch die spätere Rezeption des Demosthenes in Antike und Moderne. Das Ziel ist es, die Legendenbildung um den Staatsmann nachzuvollziehen und ggf. zu dekonstruieren. Neben außenpolitischen Aktivitäten Athens in der Zeit der großen Auseinandersetzung mit Makedonien wird auf diese Weise auch die Funktionsweise der athenischen Demokratie im 4. Jh. intensiv besprochen.

Einführende Literatur:

  • M. H. Hansen, Die Athenische Demokratie im Zeitalter des Demosthenes. Struktur, Prinzipien und Selbstverständnis. Deutsch von W. Schuller, Berlin 1995;
  • K.-W. Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999;
  • I. Worthington, Demosthenes of Athens and the Fall of Classical Greece, Oxford 2013.

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes: Das 'andere Griechenland' - die Magna Graecia

Dienstag, von 14 bis 16 Uhr

Die sog. Große Griechische Kolonisation führte zur Gründung zahlreicher, später bedeutender Städte auf Sizilien und in Unteritalien, die bereits in der Antike als "Großgriechenland" bezeichnet wurden. Im Mittelpunkt des Seminars, das die Geschichte von den ersten Gründungen bis zu den Punischen Kriegen in den Blick nehmen wird, werden dabei insbesondere Geschichte und Bedeutung von Syrakus sowie des griechisch-karthagischen Konfliktes im westlichen Mittelmeerraum stehen.

Einführende Literatur:

  • G. Ceserani, Italy's Lost Greece: Magna Graecia and the Making of Modern Archaeology, Oxford 2012;
  • T. J. Dunbabin, The Western Greeks, Oxford 1948.

 

PD Dr. Maria Osmers:  Kaiser Trajan

Dienstag, von 12 bis 14 Uhr

Germanicus Iulius Caesar war ein Angehöriger der julisch-claudischen Dynastie und der berühmteste Feldherr seiner Zeit. Als Augustus im Jahr 4 n. Chr. seine Nachfolge zugunsten des Tiberius regelte, geschah dies nur unter der Maßgabe, dass dieser gleichzeitig Germanicus adoptierte. Er war somit der designierte Thronerbe. Im Jahr 17 n. Chr. wurde Germanicus nach einer mehrjährigen militärischen Kampagne in Germanien nach Rom zurückberufen. Dort feierte er einen pompösen Triumph. Die römische Öffentlichkeit, die den Thronfolger wegen seiner Volksnähe im höchsten Maße verehrte, lag ihrem Liebling zu Füßen. Bereits kurz darauf wurde er mit einem umfassenden imperium ausgestattet, das ihn rechtlich über die Provinzstatthalter stellte und lediglich jenem des Tiberius unterstand, und in den Orient entsandt. Dort sollte er die politischen Verhältnisse in den östlichen Provinzen ordnen. Keine zwei Jahre später fand er in der syrischen Metropole Antiocheia unerwartet den Tod. Die römische Bevölkerung verfiel daraufhin in einen Zustand beispielloser Trauer und klammerte sich an Verschwörungstheorien, die sich um eine angebliche Ermordung des Thronfolgers rankten. Der vermutete Drahtzieher hinter dem Komplott war kein Geringerer als der Kaiser selbst.

Das Seminar bietet einen Überblick über die Überlieferung zum Aufenthalt des Germanicus im Orient sowie zu den Umständen und Folgen seines Todes. Die Veranstaltung führt zudem allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • G. Bonamente; M. P. Segolini (Hrsgg.), Germanico. La persona, la personalità, il personaggio nel bimillenario dalla nascita. Atti del convegno Macerata-Perugia, 9–11 Maggio 1986, Rom 1987;
  • W. Eck, Mord im Kaiserhaus? Ein politischer Prozeß im Rom des Jahres 20 n. Chr., Jahrbuch des Historischen Kollegs 1996, 99–132;
  • E. Koestermann, Die Mission des Germanicus im Orient, Historia 8, 331–75;
  • L. Powell, Germanicus. The magnificent life and mysterious death of Rome’s most popular general, Barnsley; R. Seager, Tiberius, 2. Aufl., Malden (MA) 2005.

  

Adrian Erben, M.A. : Germanicus im Orient (17–19 n. Chr.)

Montag, von 8 bis 10 Uhr

„Wohl aber waren wir in Frömmigkeit und Religiosität und in Hinsicht auf das eine Wissen, dass durch das Walten der Götter alles bestimmt und geleitet wird, allen Völkern und Nationen überlegen.“ So erklärte Cicero den römischen Siegeszug, obwohl sie ihren Gegnern an Zahl und Voraussetzungen nicht überlegen gewesen seien. In dieser exakten Beachtung der von den Göttern gesetzten Normen vor einer Kriegserklärung, dem Konzept des „bellum iustum“, lag der römische Erfolg begründet. Wenn also der Krieg durch göttlichen Willen legitimiert war, wie war dann mit Rückschlägen umzugehen?

Anhand ausgewählter Beispiele soll erarbeitet werden, wie Niederlagen in den Quellen beschrieben und in welcher Weise verantwortliche Personen als „Sündenböcke“ konstruiert wurden. Darüber hinaus ist auch zu fragen, welche Ursachen die Niederlagen hatten und ob die Verantwortlichen tatsächlich Fehler begingen, die hätten vermieden werden können.

Einführende Literatur: 

  • J. H. Clark, Triumph in defeat. Military loss and the Roman Republic, Oxford/New York 2014;
  • S. Geist, Der gescheiterte Feldherr (dux ferox). Der besiegte römische Feldherr als literarische Figur, Frankfurt a. M. u. a. 2009;
  • S. Lentzsch, Roma victa. Von Roms Umgang mit Niederlagen, Stuttgart 2019;
  • J. Toner, Roman disasters, Cambridge/Malden, MA 2013.

  

PD Dr. André Heller:  Roms Umgang mit Niederlagen

Donnerstag, von 12 bis 14 Uhr

„Wohl aber waren wir in Frömmigkeit und Religiosität und in Hinsicht auf das eine Wissen, dass durch das Walten der Götter alles bestimmt und geleitet wird, allen Völkern und Nationen überlegen.“ So erklärte Cicero den römischen Siegeszug, obwohl sie ihren Gegnern an Zahl und Voraussetzungen nicht überlegen gewesen seien. In dieser exakten Beachtung der von den Göttern gesetzten Normen vor einer Kriegserklärung, dem Konzept des „bellum iustum“, lag der römische Erfolg begründet. Wenn also der Krieg durch göttlichen Willen legitimiert war, wie war dann mit Rückschlägen umzugehen?

Anhand ausgewählter Beispiele soll erarbeitet werden, wie Niederlagen in den Quellen beschrieben und in welcher Weise verantwortliche Personen als „Sündenböcke“ konstruiert wurden. Darüber hinaus ist auch zu fragen, welche Ursachen die Niederlagen hatten und ob die Verantwortlichen tatsächlich Fehler begingen, die hätten vermieden werden können.

Einführende Literatur: 

  • J. H. Clark, Triumph in defeat. Military loss and the Roman Republic, Oxford/New York 2014;
  • S. Geist, Der gescheiterte Feldherr (dux ferox). Der besiegte römische Feldherr als literarische Figur, Frankfurt a. M. u. a. 2009;
  • S. Lentzsch, Roma victa. Von Roms Umgang mit Niederlagen, Stuttgart 2019;
  • J. Toner, Roman disasters, Cambridge/Malden, MA 2013.

  

PD Dr. André Heller:  Geschichte und Kultur des Perserreiches

Donnerstag, von 16 bis 18 Uhr

Das Reich der Perser, begründet um die Mitte des 6. Jh. v. Chr. von Kyros dem Großen, kann als erstes Weltreich der Geschichte gelten. Es ersteckte sich von Kleinasien über Ägypten bis nach Indien. Während für die Griechen die Perserkriege ein identitätsstiftendes Ereignis waren, stellten sie für den Perserkönig nur eine Niederlage an der Peripherie dar. Zwar zeigte der „Zug der Zehntausend“ (401/399) die Schwäche des Reiches, doch stimmt der Eindruck von einem „Koloss auf tönernen Füßen“ nicht. Der Untergang des Reiches durch den Eroberungszug Alexanders des Großen kam völlig überraschend. Zwischen Persern und Griechen bestand ein reger kultureller Austausch, es wurde persischer Lebensstil adaptiert, und Griechen standen als Söldner, Künstler oder Ärzte in persischen Diensten.

Neben der oft stereotypen griechischen Überlieferung (Herodot, Ktesias) stehen zahlreiche indigene Quellen zur Verfügung, die über Verwaltung, Hofleben und Kultur Auskunft geben.

Einführende Literatur: 

  • P. Briant, From Cyrus to Alexander. A history of the Persian Empire, Winona Lake, IN 2002;
  • M. Waters, Ancient Persia. A concise history of the Achaemenid Empire, 550–330 BCE, Cambridge 2014;
  • J. Wiesehöfer, Das antike Persien. Von 550 v. Chr.-650 n. Chr., Düsseldorf 2005;
  • Ders., Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs, 4. Aufl. München 2009;
  • W. Will, Die Perserkriege, München 2010.

  

  

 

Hauptseminare

PD Dr. Maria Osmers: Spätantike Herrscherbilder

Mittwoch, von 12 bis 14 Uhr

In der Spätantike änderten sich die Rahmenbedingungen der Herrschaft im römischen Reich: Der Aufstieg des Christentums, gesellschaftliche und soziale Wandlungsprozesse sowie Herausforderungen im Inneren und an den Grenzen schufen neue Voraussetzungen, auf welche die römischen Kaiser reagieren mussten.

Im Rahmen des interdisziplinär ausgerichteten Seminars wollen wir aus archäologischer und althistorischer Perspektive nachvollziehen, wie sich dies in der Repräsentation der Herrscher niederschlug. Anhand von literarischen und bildlichen Quellen werden wir untersuchen, welche Erwartungen in der Spätantike an einen römischen Kaiser gestellt wurden und wie sich dies auf seine Darstellung auswirkte. Dabei werden wir auch Kontinuitäten und Brüche, die sich in den Herrscherbildern finden lassen, gegenüber früheren Zeiten herausarbeiten.

Einführende Literatur:

  • F. A. Bauer, Stadt, Platz und Denkmal in der Spätantike. Untersuchungen zur Ausstattung des öffentlichen Raums in den spätantiken Städten Rom, Konstantinopel und Ephesos, Mainz 1996;
  • M. Kovacs, Kaiser, Senatoren und Gelehrte. Untersuchungen zum spätantiken männlichen Privatporträt, Wiesbaden 2014;
  • F. K. Maier, Palastrevolution. Der Weg zum hauptstädtischen Kaisertum im Römischen Reich des vierten Jahrhunderts, Paderborn 2019;
  • E. Mayer, Rom ist dort, wo der Kaiser ist. Untersuchungen zu den Staatsdenkmälern des dezentralisierten Reiches von Diocletian bis zu Theodosius II., Mainz 2002;
  • R. Pfeilschifter, Der Kaiser und Konstantinopel. Kommunikation und Konfliktaustrag in einer spätantiken Metropole, Berlin 2013;
  • J. Wienand, Der Kaiser als Sieger. Metamorphosen triumphaler Herrschaft unter Constantin I., Berlin 2012.

  

PD Dr. Felix Maier: Identitäts- und Kulturkonflikte im Römischen Reich im 1. Jh. n.Chr.

Montag, 16 bis 18 Uhr

Das Römische Reich, das von Gibraltar bis nach Mesopotamien, von Afrika bis nach Britannien reichte, umfasste viele verschiedene Ethnien und Kulturen. Nach der Phase ihrer Eroberung mussten die Unterworfenen ihre Stellung in diesem Herrschaftsterritorium neu verorten und ihre Beziehung zu den Eroberern neu gestalten. In dem Seminar werden die dabei sichtbaren Akkulturationsprozesse und -konflikte unter politischen, kulturell und sozialen Aspekten erörtert und vor allem auch die Anwendbarkeit postkolonialer Theorien auf den antiken Kontext diskutiert.

Einführende Literatur:

  • Revell, L.: Ways of Being Roman. Discourses of Identity in the Roman West, Oxford 2016.
  • Andrade, N.: Syrian Identity in the Roman Word, Cambridge 2013.
  • Whitmarsh, T.: Local Knowledge and Microidentities in the Imperial Greek World, Cambridge 2010.
  • Dench, E.: Empire and Political Cultures in the Roman World, Cambridge 2018.

 

  

Oberseminar

PD. Dr. Katharina Wojciech:  Oberseminar zur Alten Geschichte

Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz, Raum 3.31 (Dienstzimmer Pfeilschifter)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Hinweise: Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen zum Oberseminar auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

  

  

(Übung) Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft

PD Dr. Maria Osmers: Worüber lachten Griechen und Römer? Komödien, Satiren und Witze in der Antike

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr
    
Humor war ein fester Bestandteil der griechisch-römischen Zivilisation. So lachten die Hellenen über die Komödien des Aristophanes und Menander, die Römer amüsierten sich über die zotigen Stücke des Plautus. Auch in höchsten intellektuellen Kreisen war Humor keineswegs verpönt, wie die Spottgedichte und Satiren von Horaz oder Juvenal beweisen. Wie wichtig Heiterkeit im Alltag war, belegen antike Witzsammlungen, die Anekdoten und Scherze für die abendliche Unterhaltung bereitstellten. Aufgrund dieses Befunds wollen wir uns der Antike in der Übung einmal nicht über die ernsten Werke eines Thukydides, Cicero oder Tacitus nähern. Stattdessen werden wir untersuchen, was für die Griechen und Römer als „witzig“ galt und was dies wiederum insgesamt über die antiken Gesellschaften aussagen kann.

Einführende Literatur:

  • M. Beard, Das Lachen im alten Rom. Eine Kulturgeschichte, Darmstadt 2016;
  • R. M. Rosen, Making mockery. the poetics of ancient satire, Oxford 2007;
  • A. H. Sommerstein: Talking about Laughter: and other studies in Greek comedy; Oxford 2009,
  • K.-W. Weeber, Humor in der Antike, Stuttgart 2006.

Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme, Referat mit Thesenpapier (sowie ggf. schriftliche Hausarbeit).

  

  

Übungen (Historische Hilfswissenschaften)

PD. Dr. Katharina Wojciech: Antike Rhetorik

Donnerstag, von 14 bis 16 Uhr

In der öffentlichen Kommunikation nahm die Rhetorik in der Antike eine besonders wichtige Stellung ein. Erste Reden finden sich schon in den homerischen Epen, für die athenische Demokratie galt das Ideal der Isegorie (Redefreiheit) und auch in Rom waren Reden im Senat, in der Volksversammlung oder vor Gericht ein probates Mittel der politischen Auseinandersetzung. In der Übung wird die Entwicklung der Redekunst exemplarisch nachvollzogen. Dabei werden sowohl antike Autoren konsultiert, die sich mit der Rhetorik als Kunstform auseinandergesetzt haben (z.B. Aristoteles, Quintilian), als auch einzelne erhaltene Reden analysiert. Wir erfahren, warum Herrscher bewundert, gehörnte Ehemänner bemitleidet, perfide Mörder bestraft oder leichtlebige Damen gefürchtet werden sollten. Das Ziel ist es, diese Quellengattung und ihre Wirkungsweise besser kennenzulernen. Kenntnisse des Altgriechischen und/oder Lateinischen sind dabei von Vorteil, aber nicht obligatorisch.

Einführende Literatur:

W. Stroh, Die Macht der Rede. Eine kleine Geschichte der Rhetorik im alten Griechenland und Rom, Berlin 2011.

Hinweise: Latein- sowie Griechischkenntnisse sind von Vorteil; nähere Informationen zum Inhalt der Übung auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

Leistungsnachweis: Referat und Thesenpapier (sowie ggf. schriftliche Hausarbeit) oder Klausur.

  

  

Digital Humanities

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag, 16 bis 18 Uhr

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Historische Simulation – Erstellung: Noble-Minded Friends and Comrades – das Offizierskorps der Royal Navy im 19. Jh.

Mittwoch, von 8 bis 10 Uhr

Das Seminar führt in die Erstellung einer historischen Simulation ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012

  

 

Sommersemester 2020

Vorlesung

PD Dr. Felix Maier:  Homer

Mittwoch, von 14 bis 16 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 4 (Hubland Süd)

Die beiden Epen Homers, Ilias und Odyssee, sind zwei faszinierende Texte, die aufgrund ihrer literturgeschichtlichen Bedeutung herausragen, aber auch eine eminent wichtige historische Quelle für die Zeit von ca. 1200 bis 700 v. Chr. darstellen. In dem Seminar stehen neben der inhaltlichen Erschließung der beiden Werke vor allem folgende Aspekte im Vordergrund: Die homerische Frage, die homerische Gesellschaft, Sprache und narrative Kompositionstechnik, Götter- und Menschenbild, Rezeption. Obwohl sich diese Vorlesung vor allem an Historiker wendet, ist sie auch für Studierende anderer Fächer wie der Klassischen Philologie oder der modernen Philologien als Einführung in diesen Bestseller der Weltliteratur geeignet.

Einführende Literatur:

Schaffen Sie sich unbedingt eine deutsche Übersetzung beider Werke an (oder einen zweisprachigen Text, sofern sie Griechisch können), z.B. Ilias, übers. v. W. Schadewaldt, Odyssee: übers. v. W. Schadewaldt oder K. Steinmann. Weitere Literatur wird dann während der Veranstaltung vorgestellt und bekanntgegeben.

 

  

Grundkurs

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2018²

  

Proseminare

Das Seminar vermittelt allgemeine Kenntnisse zur Alten Geschichte, bietet anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über die fachspezifischen Hilfsmittel und Methoden der Alten Geschichte und zeigt die Interdependenzen mit anderen geisteswissenschaftlichen Teildisziplinen auf.

  

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Kaiser Claudius

Montag, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Noch das annehmbarste an Claudius’ Herrschaft (41-54 n. Chr.) war für die antiken Schriftsteller, daß sein Vorgänger Caligula hieß und sein Nachfolger Nero – zwei Scheusale auf dem Thron, hinter deren Exzessen Claudius weit zurückblieb. Ansonsten gab es nicht viel Gutes zu sagen: Der Kaiser kam schon äußerlich als Jammergestalt daher, er war freßsüchtig, wankelmütig, leicht lenkbar von Ex-Sklaven und Frauen und zu allem Überfluß ein verschrobener Büchernarr. In der Moderne hat man unterschiedlich über ihn geurteilt, und es hat auch am Vorwurf des Antisemitismus nicht gefehlt. Insgesamt hat sich aber eine positivere Meinung über ihn durchgesetzt. Eine Auseinandersetzung mit ausgewählten Aspekten seiner Regierungszeit soll dazu anleiten, sich ein eigenes Urteil über Claudius zu bilden. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Wilhelm Kierdorf, Claudius 41-54, in: Manfred Clauss (Hrsg.), Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997, 67-76
  • Barbara Levick, Claudius, London 1990
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014
  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20096

   

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Die Sizilische Expedition

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Ein Hilferuf einer befreundeten Stadt auf Sizilien veranlaßte die Athener 415 v. Chr. dazu, eine gewaltige Kriegsflotte auszurüsten. Diese sollte die gemeinsamen Feinde, vor allem Syrakus, bezwingen und so deren Vereinigung mit Sparta vereiteln, das die athenische Stellung vernichten wollte. Vernichtet wurde dann aber die athenische Flotte, eine der größten Katastrophen der antiken Kriegsführung, die den Niedergang der athenischen Großmacht einläutete. So bewirkte die Sizilische Expedition genau das, was sie verhindern wollte. Die Spartaner hatten nämlich Athen keineswegs nach der Herrschaft getrachtet, erst dessen Machtdemonstration in Sizilien trieb sie dazu. So stellt das Flottendebakel vor Syrakus das klassische Beispiel aus der Antike für Argwohn und Hybris einer Großmacht dar – eine unheilvolle, aber gar nicht so seltene Kombination in der Weltgeschichte. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Quellengrundlage: Thukydides, Der Peloponnesische Krieg. Übersetzt und herausgegeben von Helmuth Vretska und Werner Rinner (Universal-Bibliothek 1808), Stuttgart 2000 [für 18,80 € in jeder Buchhandlung erhältlich]

Einführende Literatur:

  • Bruno Bleckmann, Der Peloponnesische Krieg (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2391), München 2007
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999
  • Donald Kagan, The Peace of Nicias and the Sicilian Expedition, Ithaca u. a. 1981
  • Holger Sonnabend, Thukydides (Studienbücher Antike 13), Hildesheim u. a. 2004

 

   

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Vespasian - der neue Augustus?

Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Aus dem Chaos des Vierkaiserjahres ging mit Vespasian der Begründer der Flavierdynastie als neuer Kaiser hervor. Die Aufgaben, vor denen er im Herbst des Jahres 69 stand, waren gewaltig: das Reich hatte nicht nur durch einen viele Monate dauernden Bürgerkrieg hinter sich, im Rahmen dessen es zu erheblichen Kampfhandlungen gekommen war, auch in Rom selbst war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und sogar zum Brand des Kapitols gekommen; dazu hatten die militärischen Anstrengungen des Vierkaiserjahres die kaiserliche Schatulle stark beansprucht, und Vespasian fehlte - abgesehen von seinem Sieg im Bürgerkrieg - jede dynastische Legitimation. Trotzdem gelang es ihm innerhalb weniger Jahre, seine Herrschaft so zu festigen, daß bei seinem Tod im Jahr 79 die Übernahme der Herrschaft durch seinen Sohn Titus völlig außer Frage stand. Im Mittelpunkt des Seminars stehen die verschiedenen Maßnahmen, mit denen Vespasian seine Herrschaft  konsolidierte. Daneben führt das Seminar allgemein in Methoden und Arbeitsinstrumente der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur: 

  • Barbara Levick, Vespasian, Oxford 1997
  • Miriam Griffin, The Flavians, in: A.K. Bowman et al. (ed.), The High Empire, A. D. 70–192. Cambridge 2000, 1–83 [im Uninetz verfügbar]
  • Stefan Pfeiffer, Die Zeit der Flavier. Vespasian, Titus, Domitian, Darmstadt 2009

 

   

Adrian Erben: Antiocheia in der Spätantike

Freitag, von 8 bis 10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Antiocheia war der Sitz des Statthalters der Provinz Syria und die bedeutendste Großstadt im Osten des Imperium Romanum: Als ehemalige Hauptstadt des Seleukidenreichs war sie seit der Eingliederung in das Römische Reich durch Cn. Pompeius nicht nur ein zentraler Handelsknotenpunkt, sondern fungierte auch als Residenzstadt für Kaiser oder Angehörige der kaiserlichen Familie, wenn Feldzüge an der östlichen Reichsgrenze durchgeführt wurden. Die Veranstaltung wird sich insbesondere der spätantiken Periode Antiocheias widmen. Die Spätantike stellte ein Zeitalter der Transformation dar – neben zunehmenden außenpolitischen Herausforderungen markierte auf der imperialen Ebene vor allem der rapide Aufstieg des Christentums eine Zäsur. Der Fokus des Seminars wird auf ausgewählten Schlüsselereignissen der Stadtgeschichte, der Entwicklung der Beziehungen zur imperialen Repräsentanz und verschiedenen lokalen Gruppen liegen, insbesondere den christlichen und jüdischen Gemeinden. Die Veranstaltung führt zudem allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur: 

  • Glanville Downey, A history of Antioch in Syria from Seleucus to the Arab conquest, Princeton (NJ) 1961
  • Wolf Liebeschuetz, Antioch: City and imperial administration in the later Roman Empire, Oxford 1972
  • Paul Petit, Libanius et la vie municipale a Antioche au IVe siècle après J.-C. (Institut Français d’Archéologie de Beyrouth Bibliothèque Archéologique et historique 62), Paris 1955
  • Rene Pfeilschifter, R. Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher, München 20172
  • Jorit Wintjes, J. Das Leben des Libanius (Historische Studien der Universität Würzburg 2), Rahden (Westf.) 2005

  

  

Dr. André Heller:  Rom und die Germanen

Donnerstag, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Am Ende des 2. Jh. v. Chr. gerieten die Römer erstmals mit Germanen in Berührung; durch Caesars Eroberung Galliens wurden sie an der Rheingrenze direkte Nachbarn. Der Versuch des Augustus, Germanien bis zur Elbe in eine Provinz zu verwandeln, scheiterte mit der Niederlage des Varus 9 n. Chr. Die Eroberung rechtsrheinischen Gebietes unter den Flaviern (69–96) führte zur Errichtung des Obergermanisch-Rätischen Limes. Die schweren Kämpfe unter Mark Aurel (161–180) im Donauraum sind bereits Vorboten der späteren Völkerwanderung; im 3. Jh. bildeten sich zudem neue Stammeskonföderationen wie Alamannen und Franken. Als letzter Kaiser unternahm Maximinus Thrax 235 einen tief nach Germanien führenden Feldzug (Harzhorn-Ereignis). Doch neben den Kämpfen gab es einen intensiven kulturellen Austausch, der zur „Romanisierung“ der grenznahen Germanen führte. Im 4. und 5. Jh. dominierten dann germanische Föderaten und Heermeister das römische Militär.

Einführende Literatur: 

  • Bruno Bleckmann, Die Germanen. Von Ariovist bis zu den Wikingern, München 2009
  • Ulrike Riemer, Die römische Germanienpolitik. Von Caesar bis Commodus, Darmstadt 2006
  • Roland Steinacher, Rom und die Barbaren. Völker im Alpen- und Donauraum (300–600), Stuttgart 2013
  • Reinhard Wolters, Die Römer in Germanien, München 20116

  

Dr. André Heller:  Honorius

Donnerstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Im Alter von nur zehn Jahren bestieg 395 Honorius nach dem Tod seines Vaters Theodosius’ I. den Thron im Westteil des Römischen Reiches (bis 423), während sein älterer Bruder Arcadius (bis 408) den Ostteil regierte. Honorius’ Herrschaft stand unter dem Einfluss des germanischen Heermeisters Stilicho bis zu dessen Sturz im Jahr 408. Das folgenreichste Ereignis unter Honorius stellte Roms Plünderung durch die Westgoten unter Alarich dar (410). Im Allgemeinen gilt der Kaiser als schwach und von seiner Umgebung beherrscht, weswegen er als Beispiel für das spätantike Phänomen der „Kinderkaiser“ (W. Hartke) angesehen wird. Es gilt jedoch zu fragen, inwieweit die sich unter Honorius abspielenden Ereignisse Ausdruck von Schwäche der Zentralgewalt sind oder eher Entwicklungen zugeschrieben werden sollten, die lange vorher ihren Ausgang nahmen und kaum noch signifikant beeinflusst werden konnten. Exemplarisch lassen sich auch die Strukturen des spätantiken Kaiserhofes analysieren.

Einführende Literatur: 

  • Henning Börm, Westrom. Von Honorius bis Justinian, Stuttgart 2013
  • Chris Doyle, Honorius. The fight for the Roman West AD 395–423, London/New York 2019
  • Tido Janßen, Stilicho. Das weströmische Reich vom Tode des Theodosius bis zur Ermordung Stilichos (395–408), Marburg 2004
  • Hartmut Leppin, Theodosius der Große, Darmstadt 2003

 

 

Hauptseminare - Ausgewählte Probleme der Alten Geschichte

Das Seminar bietet dem/der Studierenden die Möglichkeit, umfangreichere Sachverhalte aus dem Bereich der Alten Geschichte unter Anleitung und mit den fachspezifischen Hilfsmitteln und Methoden der Alten Geschichte aufzuarbeiten. Grundlage der Arbeit im Seminar ist die Kenntnis der in der Lektüreliste des Lehrstuhls für Alte Geschichte aufgeführten Quellentexte. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben werden, wird vorausgesetzt.

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Die Griechen und der Tod

Dienstag, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Alle Menschen trifft der Tod. Wie sie mit dieser Begegnung umgehen, fällt allerdings unterschiedlich aus, von Individuum zu Individuum, von Gesellschaft zu Gesellschaft. Das Seminar widmet sich den Griechen von Homer bis zum Hellenismus. Einmal geht es um die Vorstellung vom Tod. Ist er nur zu erwarten oder zu fürchten, was geschieht im Moment des Todes, wie sieht das Jenseits aus? Zum anderen und vor allem steht die Reaktion der Lebenden im Mittelpunkt: die unmittelbare Bewältigung des Verlusts und der Ausschluß des Verstorbenen aus der Gemeinschaft (Trauer, der Umgang mit dem Leichnam, Bestattungsrituale, Leichenreden), die langfristige Memorierung durch die Angehörigen (das Grab, der Totenkult, Grabinschriften), die praktische Regelung durch die Gesellschaft (Anlage von Friedhöfen, Bekämpfung von Grabluxus, Seuchenhygiene, Pflicht zur Bestattung).

Einführende Literatur:

  • Robert Garland, The Greek Way of Death, Ithaca, N. Y., 20012
  • Winfried Schmitz, Haus und Familie im antiken Griechenland (Enzyklopädie der griechisch-römischen Antike 1), München 2007
  • Donna C. Kurtz / John Boardman, Thanatos. Tod und Jenseits bei den Griechen (Kulturgeschichte der antiken Welt 23), Mainz 1985
  • Karl-Wilhelm Welwei, Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis zum Beginn des Hellenismus, Paderborn u. a. 2011

    

PD Dr. Katharina Wojciech:  Frauen in der römischen Welt

Montag, 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Gender Studies stellen mittlerweile einen wichtigen Bereich der Geschichtswissenschaft dar. Das Seminar behandelt die Frage nach der Lebenssituation und Stellung der Frauen von der römischen Republik bis zur Spätantike durch alle Gesellschaftsschichten hindurch. Im Vordergrund stehen gleichermaßen bekannte Frauenpersönlichkeiten wie die „anonyme Frau“ in der Stadt Rom und in den Provinzen. Dabei soll ihre Rolle in den unterschiedlichsten Lebensbereichen (Familie, Politik, Wohltätigkeit, Geschäftsleben, Prostitution, Religion etc.) beleuchtet werden. Das Ziel ist es vor allem, den rechtlichen Status der Frau der sozialen Wirklichkeit gegenüberzustellen und diese zu diskutieren.

Einführende Literatur:

  • Maria H. Dettenhofer (Hg.), Reine Männersache? Frauen in Männerdomänen der antiken Welt, Köln u. a. 1994;
  • Jane F. Gardner, Frauen im antiken Rom. Familie, Alltag, Recht, übersetzt von Kai Brodersen, München 1995;
  • Thomas Späth (Hrsg.), Frauenwelten in der Antike. Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Sonderausgabe, Text durchgesehen und korrigiert, Stuttgart u. a. 2006.

  

Oberseminar

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Oberseminar zur Alten Geschichte

Montag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz, Raum 3.31 (Dienstzimmer Pfeilschifter)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Hinweise: Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen zum Oberseminar auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

 

Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Tacitus, Agricola

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Die knappe Schrift De vita Iulii Agricolae ist wahrscheinlich Tacitus’ erstes Buch, er veröffentlicht es bald nach der Ermordung Domitians 96 n. Chr. Tacitus läßt seinen Schwiegervater im besten Licht erscheinen: Der Statthalter Agricola vollbringt in vorbildlicher römischer Tradition große Taten in Britannien – gleichzeitig erhalten wir eine Einführung in Land, Leute und Eroberung der Insel –, er ist ein Muster an Bescheidenheit, und er macht sich nicht gemein mit dem Tyrannen. Das ist nämlich Tacitus’ Hauptproblem: Agricola hat Karriere unter dem mittlerweile geächteten Domitian gemacht. Doch man muß nicht Widerstandskämpfer sein, um in der Diktatur seine Integrität zu wahren, oder, in Tacitus’ Formulierung, „auch unter schlechten Fürsten können große Männer leben“ (Agricola 42,4). Wie immer bei Tacitus fehlt es nicht an Grautönen, Ambivalenzen, Stolpersteinen. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters einen guten Informationsstand über Tacitus und über die Herrschaft Domitians, dann zu jeder Stunde eine umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur –, vor allem aber Freude an der intellektuellen, gern kontroversen Auseinandersetzung. Gute Lateinkenntnisse setze ich voraus.

Einführende Literatur:

  • Textgrundlage: Tacitus, Opera minora, edd. M. Winterbottom / R. M. Ogilvie (Scriptorum Classicorum Bibliotheca Oxoniensis), Oxford 1975.
  • Tacitus, De vita Agricolae. Edited by R. M. Ogilvie and Ian Richmond, Oxford 1967.
  • Heinz Heubner, Kommentar zum Agricola des Tacitus, Göttingen 1984.
  • R. M. Ogilvie, An Interim Report on Tacitus’ Agricola, in: Wolfgang Haase (Hrsg.), Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Geschichte und Kultur Roms im Spiegel der neueren Forschung, Bd. II 33,3, Berlin u. a. 1991, 1714-1740.
  • Stephan Schmal, Tacitus, Darmstadt 2005.
  • Brian W. Jones, The Emperor Domitian, London u. a. 1992.

 

Übungen (Historische Hilfswissenschaften)

Prof. Dr. Jorit Wintjes Das mykenische Griechenland

Dienstag, von 14 bis 16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36 Bibliothek)

Die Griechische Geschichte beginnt in der Bronzezeit mit dem Auftreten der sogenannten mykenischen Palastzivilisation. Die Übung wird diese sowie ihre Beziehungen zu Nachbarzivilisationen in den Blick nehmen; ein Schwerpunkt wird dabei auf der Auseinandersetzung mit den Linear-B-Texten liegen, bei denen es sich um die ältesten erhaltenen griechischen Sprachzeugnisse und damit die ersten Textquellen der Alten Geschichte handelt.

Einführende Literatur:

  • Stefan Hiller; Oswald Panagl, Die frühgriechischen Texte aus mykenischer Zeit, Darmstadt 1986
  • Michael Ventris; John Chadwick, Documents in Mycenaean Greek. Three hundred selected tablets from Knossos, Pylos and Mycenae with commentary and vocabulary, Cambridge 1973

Hinweise: Griechischkenntnisse sind von Vorteil

 

PD Dr. Katharina Wojciech: Einführung in die Epigraphik

Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz, 3.36 (Bibliothek)

In der Übung wird die wissenschaftliche Nutzung von lateinischen und griechischen Inschriften vermittelt. Die Studierenden sollen sich zunächst mit den Methoden der Grundwissenschaft Epigraphik vertraut machen. Anhand ganz unterschiedlicher Inschriftengattungen, wie Weihungen, Grabinschriften, Ehrungen, Militärdiplome, Gesetzestexte etc., wird alsdann die Rolle der Inschriften als Medien im antiken Alltagskontext diskutiert. Ausgewählte Texte werden (in Übersetzungen) besprochen und in Hinblick auf althistorische Fragestellungen ausgewertet.

Einführende Literatur:

  • Werner Eck, Die Inschrift: Fragment einer Kultur, in: Acta XII Congressus Internationalis Epigraphiae Graecae et Latinae, Barcelona 2007, 449-460.
  • ders., Öffentlichkeit, Monument und Inschrift, in: XI Congresso Internazionale di Epigrafia Greca e Latina, Roma, 18-24 settembre 1997, hg. S. Panciera, Rom 1999, II 55-75.
  • Manfred G. Schmidt, Lateinische Epigraphik, Darmstadt 20153­.

Hinweise: Latein- sowie ggf. Griechischkenntnisse sind von Vorteil

 

Digital Humanities

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Historische Simulation – Erstellung: Noble-Minded Friends and Comrades – das Offizierskorps der Royal Navy im 19. Jh.

Mittwoch, von 8 bis 10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar führt in die Erstellung einer historischen Simulation ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012

  

   

Wintersemester 2019/20

Vorlesung

Dr. Maria Osmers:  Griechische Geschichte im 4. Jh. v. Chr.

Mittwoch, von 14 bis 16 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 4 (Hubland Süd)

Das 4. Jh. v. Chr. galt in der althistorischen Forschung lange als eine Zeit der Krise oder als eine Epoche des Niedergangs, die als Übergangs- oder Umbruchsphase das Ende der Polis und den Beginn der hellenistischen Staatenwelt einläutete. Und obwohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieses Bild in den letzten Jahren immer wieder in Frage stellen und die fortdauernde Vitalität der Polis im 4. Jh. betonen, wird die „spät-„ bzw. „nachklassische Zeit“ in Forschung und Lehre noch immer stiefmütterlich behandelt. Die Vorlesung soll den Studierenden einen Überblick über die griechische Geschichte des 4. Jh. v. Chr. vermitteln. Auf Grundlage neuester Forschungsergebnisse werden die Besonderheiten der Epoche diskutiert sowie insbesondere am Beispiel Athens Kontinuitäten herausgearbeitet und Veränderungen vorgestellt, mit denen die Griechen auf die spezifischen Herausforderungen der Zeit reagierten.

Einführende Literatur:

  • John B. Bury u. a. (Hrsg.), The Cambridge Ancient History. Vol. 6. The Fourth Century B.C., Cambridge 1994 [im Campusnetz].
  • Walter Eder u. a. (Hrsg.), Die athenische Demokratie im 4. Jahrhundert v. Chr.: Vollendung oder Verfall einer Verfassungsform? Akten eines Symposiums, 3. - 7. August 1992, Bellagio, Stuttgart 1995.
  • Oswyn Murray, The Greek city from Homer to Alexander, Oxford 1990; Claudia Tiersch (Hrsg.), Die Athenische Demokratie im 4. Jahrhundert. Zwischen Modernisierung und Tradition, Stuttgart  2016.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Die griechische Polis: Verfassung und Gesellschaft in archaischer und klassischer Zeit, Stuttgart 1998.

 

Grundkurs

PD Dr. Jorit Wintjes:  Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.

  

Proseminare

Das Seminar vermittelt allgemeine Kenntnisse zur Alten Geschichte, bietet anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über die fachspezifischen Hilfsmittel und Methoden der Alten Geschichte und zeigt die Interdependenzen mit anderen geisteswissenschaftlichen Teildisziplinen auf.

 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Die Tyrannis des Peisistratos

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Im siebten und sechsten Jahrhundert v. Chr. kämpften in den meisten griechischen Gemeinwesen mächtige Männer um die Herrschaft. Diejenigen, denen es gelang, sich durchzusetzen, nennt die Forschung Tyrannen. In Athen trat dieser Fall 546 mit dem Putsch des Peisistratos ein. Das Regime des Tyrannen glich dem eines modernen Diktators nur von Ferne, doch gemeinsam ist beiden die Konzentration der Herrschaftsmittel in einer Hand. Trotzdem wird die Tyrannis des Peisistratos und seiner Söhne von einigen als wichtige Phase in der Ausbildung des athenischen Staates gesehen, ja sogar als unverzichtbare Vorstufe für die Entstehung der Demokratie im fünften Jahrhundert. Den Gründen für diese auf den ersten Blick widersinnige Einschätzung widmet sich die Lehrveranstaltung. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz].
  • Martin Dreher, Athen und Sparta (C. H. Beck Studium), München 20122.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen Großpolis, Darmstadt 1992.
  • Loretana de Libero, Die archaische Tyrannis, Stuttgart 1996.

  

PD Dr. Jorit Wintjes:  Die Römische Armee von Augustus bis Septimius Severus

Dienstag, von 14 bis 16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Die aus den Reformen des Augustus hervorgegangene römische Armee der frühen Kaiserzeit zählte nur zu den leistungsfähigsten militärischen Organisationen der Vormoderne. Daneben gab sie auch wichtige Impulse in die römische Gesellschaft hinein. Im Mittelpunkt des Seminars werden daher neben der Auseinandersetzung mit Struktur und Einsatz der Armee auch die Interaktion mit der Zivilbevölkerung sowie die Rolle der Armee in den politischen Prozessen der frühen und hohen Kaiserzeit stehen.

Einführende Literatur:

  • Peter Erdkamp (Hrsg.), A Companion to the Roman Army. Malden 2007 [im Campusnetz verfügbar].

 

PD Dr. Jorit Wintjes:  Das römische Britannien

Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Vom ersten direkten Kontakt der Römer mit Britannien im Jahr 55 v. Chr. bis zum Ende römischer Herrschaft in Nordwesteuropa zu Beginn des 5. Jh. entfaltete sich eine über 400 Jahre währende Geschichte römischer Herrschaft in Britannien. Das Seminar nimmt diese Geschichte eingehender in den Blick, wobei neben ereignisgeschichtlichen Fragestellungen auch die heute noch greifbaren Hinterlassenschaften der Römer im Mittelpunkt der Betrachtung stehen werden.

Einführende Literatur:

  • Anthony Birley, The Roman Government of Britain, Oxford 2005.
  • Sheppard Frere, Britannia: a history of Roman Britain, London1987³.

   

Dr. Maria Osmers: Der Peloponnesische Krieg

Montag, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar beleuchtet die Entwicklungen in Hellas im Anschluss an die Perserkriege und widmet sich dabei insbesondere der Vorgeschichte und dem Ablauf des Peloponnesischen Krieges. Im Zentrum steht die Frage, warum sich das Verhältnis zwischen den beiden Hegemonialmächten Athen und Sparta so sehr verschlechterte, dass es schließlich zur Eskalation kam. Welche Faktoren beeinflussten die Entscheidungen der beteiligten Akteure und waren auf diese Weise ausschlaggebend für den Ausbruch des – in den Worten des antiken Historikers Thukydides – „größten Kriegs aller Zeiten“? Neben den Ursachen und Gründen des Konflikts sollen auch die Dynamiken sowie die Auswirkungen auf die einzelnen Poleis sowie den griechischen Raum insgesamt betrachtet und analysiert werden. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Martin Dreher, Athen und Sparta, München 2001; Simon Hornblower, The Greek World. 479-323 BC, London 20114.
  • Lawrence A. Tritle, A new History of the Peloponnesian War, Malden u. a. 2010.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen, Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2005.

  

Dr. André Heller:  Mark Anton

Donnerstag, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Obwohl der Triumvir M. Antonius (um 84–30) zu den bedeutendsten Römern der späten Republik zählte, stand er zeit seines Lebens im Schatten Anderer: Zuerst seines Vorbilds Caesar, dann der ägyptischen Königin Kleopatra und schließlich seines Rivalen Oktavian. Dabei schien es, dass Antonius nach Caesars Ermordung zum bestimmenden Mann der damaligen Zeit avancieren könnte. Unter seiner Führung wurden die Caesarmörder besiegt, ihm fiel der Osten des Imperium Romanum mit ungeheuren Ressourcen und weitgehender Gestaltungsfreiheit zu. Seine Liaison mit Kleopatra jedoch wusste Oktavian geschickt als Bild eines Mannes zu präsentieren, dessen Hörigkeit gegenüber „der Hure vom Nil“ römische Interessen verrate. Vollends manifestieren konnte sich Oktavians Sicht nach seinem Sieg bei Actium und dem Suizid Antonius’ und Kleopatras. Ziel des Seminars ist es, trotz dieser negativen Überlieferung Antonius’ Ziele und Leistungen sowie seine, seit jeher umstrittene Beziehung zu Kleopatra neu zu bewerten; außerdem ist Oktavians Selbstbild zu hinterfragen.

Einführende Literatur: 

  • Manfred Clauss, Kleopatra, München 20104..
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Helmut Halfmann, Marcus Antonius, Darmstadt 2011; Pat Southern, Marcus Antonius. Eine politische Biographie, Erfurt 2000.

 

Dr. André Heller:  Vier verrückte Jahre: Elagabal regiert Rom

Donnerstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

M. Aurelius Antoninus: Wohl kaum ein römischer Kaiser (218–222) verdient den Ruf eines Skandalherrschers mehr. In den Quellen mischen sich Fakten mit Fiktion: Da ist zum einen sein Auftreten als Hohepriester seines Heimatgottes, dem er seinen heute üblichen Namen verdankt, oder die Heirat mit einer Vestalin, zum anderen die angebliche Ämtervergabe nach Größe der Genitalien, Pläne für eine Geschlechtsumwandlung oder das Betreiben eines Bordells im Palast. Diese Überschreitungen römischer Normen, gipfelnd in der Installation Elagabals als Oberhaupt des römischen Pantheons, führten zur Verzerrung seiner Person in der Überlieferung. Das Seminar will daher seine Herrschaft in die Severerzeit einordnen, die Gründe des Aufstiegs analysieren sowie ein unvoreingenommenes Bild von ihm und seiner Regierung zeichnen; zu berücksichtigen ist auch die Bedeutung orientalischer Kulte in Rom.

Einführende Literatur: 

  • Klaus Altmayer, Elagabal. Roms Priesterkaiser und seine Zeit, Nordhausen 2014.
  • Martin Frey, Untersuchungen zur Religion und zur Religionspolitik des Kaisers Elagabal, Stuttgart 1989.
  • Michael Grant, The Severans. The changed Roman Empire, London/New York 1996.
  • Martijn Icks, Elagabal. Leben und Vermächtnis von Roms Priesterkaiser, Darmstadt 2014.

 

Hauptseminare - Ausgewählte Probleme der Alten Geschichte I

Das Seminar bietet dem/der Studierenden die Möglichkeit, umfangreichere Sachverhalte aus dem Bereich der Alten Geschichte unter Anleitung und mit den fachspezifischen Hilfsmitteln und Methoden der Alten Geschichte aufzuarbeiten. Grundlage der Arbeit im Seminar ist die Kenntnis der in der Lektüreliste des Lehrstuhls für Alte Geschichte aufgeführten Quellentexte. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben werden, wird vorausgesetzt.

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Der römische Triumph

Dienstag, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Der Höhepunkt im Leben eines römischen Politikers war der Triumphzug durch die Straßen der Hauptstadt, inmitten von fröhlichen Soldaten, gebundenen Feinden und reichster Beute, umjubelt von der begeisterten Bevölkerung am Straßenrand. Es ist bezeichnend für die römische Kultur, daß der militärische Sieg über den Feind in der Normenhierarchie höher stand als die Wahl in die höchsten Ämter. Im Seminar geht es um den Ablauf des Zuges bis hin zum Opfer auf dem Kapitol, aber auch um alles drum herum: Wie entstand der Triumphzug? Was waren die Voraussetzungen? Wer gestattete ihn? Wie wurde das Spektakel eines Tages für die Ewigkeit aufbereitet? Vor allem: Wie veränderte sich der Triumph? Denn nicht nur in der Republik, sondern auch in der Kaiserzeit und in der Spätantike, ja darüber hinaus stellte er das größte Staatsschauspiel des römischen Imperiums dar.

Einführende Literatur:

  • Ernst Künzl, Der römische Triumph. Siegesfeiern im antiken Rom (Beck’s Archäologische Bibliothek), München 1988.
  • Mary Beard, The Roman Triumph, Cambridge, Mass., u. a. 2007.
  • Tanja Itgenshorst, Tota illa pompa. Der Triumph in der römischen Republik (Hypomnemata 161), Göttingen 2005.
  • Fabian Goldbeck / Johannes Wienand (Hrsgg.), Der römische Triumph in Prinzipat und Spätantike, Berlin u. a. 2017.

 

Dr. Maria Osmers:  Die Perserkriege: Der Beginn der Klassischen Zeit in Hellas

Montag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Als die Perser zu Beginn des 5. Jh. v. Chr. Richtung Griechenland zogen, schlossen sich einige Poleis im sogenannten Hellenenbund zusammen, um ihre Heimat(en) gemeinsam gegen die Invasoren aus dem Osten zu verteidigen.Erstaunlicherweise ging dieser Plan auf: Unter der Führung Spartas und insbesondere aufgrund der Flottenstärke Athenskonnten die Perser nach anfänglichen Rückschlägen besiegt und so zurückgedrängt werden. Dieser Erfolg beeinflusstenachhaltig die Verhältnisse in Hellas. Im Seminar wollen wir nachvollziehen, welche Auswirkungen der Sieg über die Perserkonkret in Griechenland entfaltete und ob bzw. inwiefern mit den Perserkriegen etwas Neues begann. Auf diese Weise wollenwir zugleich herausarbeiten, wodurch die „klassische Zeit“ gekennzeichnet war.

Einführende Literatur:

  • George Cawkwell, The Greek Wars. The Failure of Persia, Oxford 2005.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
  • Ders., Sparta. Aufstieg undNiedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 20072; Wolfgang Will, Die Perserkriege, München 2010.

 

PD Dr. Felix Maier:  Tacitus und der frühe Prinzipat

Montag, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Eine der Hauptquellen für die frühe Kaiserzeit in Rom ist das Geschichtswerk des römischen Historikers Tacitus, der in seiner Darstellung die Entwicklung der neuen Regierungsform meisterlich skizziert, kommentiert und kritisiert. Anhand dieser Quelle sollen wichtige Ereignisse im 1. Jh. n. Chr. nachvollzogen, aber auch über die Darstellung von Ereignissen in historiographischen Werken generell diskutiert werden.

Einführende Literatur:

  • Johannes M. Geisthardt, Zwischen Princeps und Res Publica: Tacitus, Plinius und die senatorische Selbstdarstellungin der Hohen Kaiserzeit, Stuttgart 2015.
  • Victoria E. Pagán, A Companion to Tacitus, Oxford 2012.
  • Michael Hausmann, DieLeserlenkung durch Tacitus in den Tiberius- und Claudiusbüchern der Annalen, Berlin 2009.
  • Stephan Schmal, Tacitus, Darmstadt 2005.

Das Hauptseminar von PD Dr. Felix K. Maier (Tacitus) beginnt erst am 28.10.2019

 

 

Oberseminar

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Oberseminar zur Alten Geschichte

Montag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.31)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Hinweise: Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen zum Oberseminar auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

 

Übungen (Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft)

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Caesar, Bellum Gallicum, Buch I

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Gallia est omnis divisa in partes tres . . . In der Übung lesen wir tatsächlich den Anfang von Caesars Gallischem Krieg, die von Generationen gefürchtete Eingangslektüre im Lateinunterricht. Wir tun es im Original, weil nicht eine Übersetzung, sondern allein der lateinische Text valide Erkenntnisse über Autor, Epoche und Gegenstand erlaubt. Es handelt sich um eine historische Übung, deswegen kommt es nicht auf perfektes Übersetzen an (allerdings auf richtiges), und es wird auch nicht um die letzte Feinheit von Caesars Genitiv gehen. In den 42 Seiten des ersten Buches, die das Jahr 58 v. Chr. behandeln, geht es um das Ausgreifen des neuen Prokonsuls Caesar in das freie Gallien, zunächst in einem Feldzug gegen die wandernden Helvetier, dann in der Auseinandersetzung mit dem germanischen Anführer Ariovist. Was erfahren wir über die Völker am Nordrand der mediterranen Welt? Wie sah römische Diplomatie und Kriegführung aus? Warum tat Caesar überhaupt, was er tat, und wie gelang es ihm, seine Intervention als zwangsläufig erscheinen zu lassen? Damit ist das Hauptproblem berührt: Wie sehr kann man einem Text vertrauen, dessen Protagonist mit dem Verfasser übereinstimmt? In der Übung versuchen wir daher methodische Regeln für die Beurteilung des Quellenwerts aufzustellen. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters Kenntnisse der politischen Situation um 58, dann zu jeder Stunde umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur – und natürlich Freude an der Diskussion. Gute Lateinkenntnisse sind selbstverständlich.

Einführende Literatur:

  • Markus Schauer, Der Gallische Krieg. Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk, München 2016.
  • Martin Jehne, Caesar (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2044), München 1997.
  • Matthias Gelzer, Caesar. Der Politiker und Staatsmann, Wiesbaden 19606.
  • Martin Jehne, Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen (dtv Premium), München 2009.

  

Dr. Maria Osmers:  Wissenschaft im Dienst des Vaterlands: Die Alte Geschichte im Nationalsozialismus

Dienstag, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Die Themen und Ergebnisse geschichtswissenschaftlicher Untersuchungen werden immer auch von der Zeit geprägt, in der sie entstehen. Besonders eindrucksvoll lässt sich dies in der Zeit des Nationalsozialismus beobachten, als viele Historikerinnen und Historiker sich eifrig bemühten, ein neues Geschichtsbild im Sinne des Regimes zu entwerfen. Im Rahmen der Übung wollen wir anhand ausgewählter Textbeispiele und einzelner Biographien von Gelehrten aus dem Bereich der Alten Geschichte nachzeichnen, wie die nationalsozialistische Ideologie den Wissenschaftsbetrieb in Deutschland beeinflusste und welche Auswirkungen die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse auf die historische Forschung und den Alltag an den Universitäten hatten.

Einführende Literatur:

  • Karl Christ, Römische Geschichte und Wissenschaftsgeschichte, Bd. 3, Darmstadt 1983.
  • ders., Griechische Geschichte und Wissenschaftsgeschichte (Historia Einzelschriften 106), Stuttgart 1996.
  • ders., Hellas. Griechische Geschichte und deutsche Geschichtswissenschaft, München 1999.
  • ders., Klios Wandlungen. Die deutsche Althistorie vom Neuhumanismus bis zur Gegenwart, München 2006
  • Volker Losemann, Nationalsozialismus und Antike. Studien zur Entwicklung des Faches Alte Geschichte 1933-1945, Ludwigsburg 1977.
  • Beat Näf, Antike und Altertumswissenschaft in der Zeit von Faschismus und Nationalsozialismus. Kolloquium Universität Zürich; 14.-17. Oktober 1998, Mandelbachtal u.a. 2001.

 

Hinweise: Die beiden Übungen können auch im Rahmen des Forschungsmoduls für den Master 120 bzw. Master 45 belegt werden; die Leistungserhebung erfolgt im Oberseminar.

 

 

 

 

Digital Humanities

PD Dr. Jorit Wintjes:  Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

 

PD Dr. Jorit Wintjes:  Historische Simulation – Erstellung: Noble-Minded Friends and Comrades – das Offizierskorps der Royal Navy im 19. Jh.

Mittwoch, von 8 bis 10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des ersten Würzburger Hackathon aus dem Jahr 2017.

Einführende Literatur:

  • F. Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017 (grundlegend).

  

Vorlesung

PD Dr. Jorit Wintjes: Das Römische Reich in der Krise? Die Zeit der so genannten Soldatenkaiser

wöchentlich, mittwochs, 14 bis 16 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Das halbe Jahrhundert zwischen der Ermordung des letzten Severerkaisers und dem Beginn der Herrschaft Diokletians wird traditionell als Zeit der "Soldatenkaiser" bezeichnet und vielfach immer noch als Krisenzeit wahrgenommen. Seit einiger Zeit beginnt sich die Sicht auf die Zeit zwischen 235 und 284 allerdings langsam zu wandeln, und insbesondere auf die Spätantike vorausweisende Entwicklungen rücken stärker in den Mittelpunkt. Neben einem ereignisgeschichtlichen Überblick stehen daher sowohl die Auseinandersetzung mit den Krisensymptomen der Zeit zwischen Maximinus Thrax und Diokletian als auch die Frage nach Kontinuitätslinien sowohl aus der hohen Kaiserzeit als auch in die Spätantike hinein im Mittelpunkt der Vorlesung.

Weitere Informationen zur Vorlesung auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

Einführende Literatur:

  • Alan Bowman (ed.), The Crisis of Empire, AD 193-337 (Cambridge Ancient History - 2nd edition), Oxford 2005 (im Uninetz verfügbar!).
  • Klaus-Peter Johne (ed.), Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284), 2 Bde., Berlin 2008.
  • Michael Sommer, Die Soldatenkaiser (Geschichte kompakt – Antike), Darmstadt 2014³.

Materialien zur Vorlesung:

Zusammenfassungen 1

Zusammenfassungen 2

Zusammenfassungen 3

Zusammenfassungen 4

Zusammenfassungen 5

Grundkurs

PD Dr. Jorit Wintjes: Grundkurs zur Alten Geschichte

wöchentlich, mittwochs, von 10 bis 12 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 3 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.

 

Proseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:Thukydides

wöchentlich, montags, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Thukydides beschrieb in seinem Geschichtswerk den Peloponnesischen Krieg, die Auseinandersetzung zwischen Sparta und seiner Heimatstadt Athen, die weite Teile der Mittelmeerwelt in Mitleidenschaft zog (431-404 v. Chr.). Im Mittelpunkt des Seminars steht weniger der Krieg als die Methode, mit der er dargestellt wird. Denn Thukydides war zwar nicht der erste Historiker, aber er begründete die kritische Geschichtsschreibung. Er bemühte sich darum, alle verfügbaren Quellen heranzuziehen, sie sorgfältig miteinander zu vergleichen und so der historischen Wahrheit auf den Grund zu kommen. In vielem kann er somit dem heutigen Historiker als Vorbild dienen, aber es gilt auch die deutlichen Unterschiede herauszuarbeiten, welche die moderne Geschichtsschreibung von der Thukydideischen trennen. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Thukydides, Der Peloponnesische Krieg. Übersetzt und herausgegeben von Helmuth Vretska und Werner Rinner (Universal-Bibliothek 1808), Stuttgart 2000.
  • Holger Sonnabend, Thukydides (Studienbücher Antike 13), Hildesheim u. a. 2004.
  • Simon Hornblower, A Commentary on Thucydides, 3 Bde., Oxford 1991-2008.
  • Antonios Rengakos / Antonios Tsakmakis (Hrsgg.), Brill’s Companion to Thucydides, Leiden u. a. 2006 [im Campusnetz].
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.

 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:Die Germanienpolitik des Augustus

wöchentlich, dienstags, von 14 bis 16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Als der römische Feldherr Drusus 9 v. Chr. gerade die Elbe überschreiten wollte, soll ihm eine Frau von übermenschlicher Gestalt entgegengetreten sein und vor dem Verhängnis gewarnt haben. Drusus gehorchte und zog sich sofort zurück, doch das half weder ihm noch den Römern: Er selbst starb auf dem Rückmarsch nach einem Sturz vom Pferd, Augustus aber schaffte es trotz fünfundzwanzigjähriger Bemühungen nicht, auch nur das Gebiet zwischen Rhein und Elbe unter seine Kontrolle zu bringen. Um die Gründe für den römischen Eroberungsversuch soll es im Seminar gehen, um die Feldzüge von Drusus, Tiberius, Varus und Germanicus, um Arminius und den germanischen Widerstand, schließlich – nach Augustus’ Tod – um die Entscheidung des Tiberius, sich mit der Rheingrenze zufriedenzugeben. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Dietmar Kienast, Augustus. Prinzeps und Monarch, Darmstadt 20094.
  • Jochen Bleicken, Augustus. Eine Biographie, Berlin 1998.
  • Bruno Bleckmann, Die Germanen. Von Ariovist bis zu den Wikingern, München 2009.
  • Reinhard Wolters, Die Römer in Germanien (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2136), München 20116.
  • ders., Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien, München 20172.

 

Dr. Maria Osmers: Pompeius

wöchentlich, dienstags, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Gnaeus Pompeius Magnus war – wie sein Name verrät – einer der erfolgreichsten römischen Feldherren in republikanischer Zeit. Er bewies seine militärischen Fähigkeiten so gegen die Piraten und König Mithradates VI. und sicherte auf diese Weise wie durch seine politischen Neuordnungen im Osten die Sicherheit und Stabilität im römischen Reich. Gleichzeitig gewann Pompeius später in der Innenpolitik große Bedeutung und wurde zum letzten ernstzunehmenden Gegenspieler Caesars. Mit seiner Niederlage bei Pharsalos wurde daher zugleich das Ende der Republik endgültig eingeläutet.

Im Rahmen des Seminars soll die Person des Pompeius näher betrachtet werden. Dabei sollen sein Leben und sein letztendliches Scheitern insbesondere vor dem Hintergrund der spezifischen Rahmenbedingungen der späten Republik diskutiert und analysiert werden. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Ernst Baltrusch, Caesar und Pompeius, Darmstadt 2004.
  • Jochen Bleicken, Geschichte der Römischen Republik (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 2), München 19995.
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Karl Christ, Pompeius. Der Feldherr Roms. Eine Biographie, München 2004.
  • Matthias Gelzer, Pompeius. Lebensbild eines Römers, Wiesbaden u. a. 19842.

 

Dr. André HellerXenophons Anabasis

wöchentlich, donnerstags, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Im Jahr 401 v. Chr. zogen zehntausend griechische Söldner zusammen mit einem persischen Heer unter Führung des Prinzen Kyros nach Babylonien, um dessen Bruder, den regierenden Großkönig Artaxerxes II., zu stürzen. Der Athener Xenophon setzte den "Zehntausend", deren Führung er bald nach der Schlacht von Kunaxa und dem Tod Kyros' des Jüngeren übernahm, mit seiner Schrift "Anabasis" ein literarisches Denkmal. Sie ist kein reiner Feldzugsbericht, sondern unterrichtet auch über "Land und Leute", das Innenleben einer Armee auf dem Marsch und das von Xenophon selbst verkörperte Idealbild eines Feldherrn. Die "Anabasis" zeigte Vertretern der panhellenischen Idee, wie Isokrates, die persische Verwundbarkeit, da den Griechen der erfolgreiche Rückzug bis ans Schwarze Meer und schließlich nach Europa gelang. Später diente sie Alexander dem Großen als Handbuch für seinen Feldzug. Griechische Paralleltexte und die indigene Überlieferung ergänzen die "Anabasis" und lassen ein lebendiges Bild des Perserreichs und der griechischen Welt um 400 entstehen.

Einführende Literatur:

  • Xenophon, Anabasis (gr.-dt.), hrsg. von W. Müri (Sammlung Tusculum), München/Zürich 1984.
  • O. Lendle, Kommentar zu Xenophons Anabasis. Bücher 1-7, Darmstadt 1995.
  • C. Tuplin (Hg.), Xenophon and his world. Papers from a conference held in Liverpool in July 1999, Stuttgart 2005.
  • J. Wiesehöfer, Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., 2. Aufl. Düsseldorf/Zürich 1993.

 

Dr. André HellerRom und die Parther

wöchentlich, donnerstags, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Über 300 Jahre lang grenzte das Imperium Romanum im Osten an das Reich der Parther. Mit der schweren Niederlage des Triumvirn Crassus bei Carrhae (53 v. Chr.) traten die Parther deutlich in das Bewusstsein Roms; unter Augustus erkannten die Römer ihren östlichen Nachbarn als ebenbürtig an. Das römisch-parthische Verhältnis war häufig durch die Frage belastet, wer die Oberhoheit über Armenien für sich beanspruchen dürfe. Im 2. Jh. n. Chr. versuchten die Kaiser Trajan (114–117), Lucius Verus (162–166) und Septimius Severus (194–199) mehrfach die Probleme militärisch zu lösen – mit wenig erfolgreichen Resultaten. Im Jahre 224 wurde die bis dahin herrschende Dynastie der Arsakiden durch die persischen Sassaniden abgelöst, was die Situation für Rom massiv verändern sollte. Bei römischen Historikern dominieren naturgemäß Berichte über Kriege oder Thronstreitigkeiten, aber verschiedene Quellen aus dem Partherreich selbst (Inschriften, Münzen, Papyri) erhellen seine Geschichte, Struktur sowie die religiösen Praktiken. Dadurch entsteht ein anschauliches Bild der langen, wechselhaften Geschicke des Reiches.

Einführende Literatur:

  • U. Ellerbrock/S. Winkelmann, Die Parther. Die vergessene Großmacht, Darmstadt/Mainz 2012.
  • O. Linz, Studien zur römischen Ostpolitik im Principat, Hamburg 2009.
  • K. Schippmann, Grundzüge der parthischen Geschichte, Darmstadt 1980.
  • K.-H. Ziegler, Die Beziehungen zwischen Rom und dem Partherreich. Ein Beitrag zur Geschichte des Völkerrechts, Wiesbaden 1964.

 

Hauptseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Sparta

wöchentlich, dienstags, 10 bis 12 Uhr – Philosophiegebäude, Übungsraum 20 (Hubland Süd)

Die Spartaner waren anders als die übrigen Griechen: Sie besaßen ein großes Staatsgebiet, sie schätzten den Reichtum gering, sie bauten ihre Macht auf die Unterjochung anderer Griechen, sie kämpften nur, wenn es wirklich notwendig war, sie hatten Könige, sie gründeten ihre Ordnung auf das Ideal der Gleichheit, sie gaben den Bedürfnissen der Gemeinschaft immer den Vorrang vor denen des einzelnen, sie ließen ihren Frauen große Freiheiten. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Sparta faszinierte, in der Antike wie in der Neuzeit, seine Gesellschaft wurde zum Vorbild autoritärer Staaten, in der Ideengeschichte und leider auch in der Wirklichkeit.

Das Seminar widmet sich der Blütezeit des spartanischen Gemeinwesens in archaischer und klassischer Zeit, im Mittelpunkt steht weniger die Geschichte als die soziale Ordnung, ihre Entstehung, ihr Funktionieren – und ihr Preis.

Einführende Literatur:

  • Karl-Wilhelm Welwei, Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 20072.
  • Ernst Baltrusch, Sparta. Geschichte, Gesellschaft, Kultur (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2083), München 20165.
  • Martin Dreher, Athen und Sparta (C. H. Beck Studium), München 20122.
  • Karl Christ (Hrsg.), Sparta (Wege der Forschung 622), Darmstadt 1986.

 

Dr. Maria Osmers: Der Beginn der severischen Dynastie: Septimius Severus und Caracalla

wöchentlich, montags, 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Nach Commodus’ Ermordung konnte sich der aus Leptis Magna stammende Septimius Severus (193-211) gegen seine Rivalen durchsetzen und zum Kaiser aufsteigen. Mit ihm begann die Herrschaft der severischen Dynastie, die in vielerlei Hinsicht eine Zäsur darstellte: So kam es unter Septimius Severus und seinem Nachfolger Caracalla (211-217) zum einen zu einer Stärkung des Militärs und des Ritterstands. Zum anderen wandelten sich die Finanz- und die Reichspolitik grundlegend. Im Rahmen des Seminars werden wir die verschiedenen Reformen und Veränderungen, die im Imperium Romanum unter den frühen Severn auftraten, aufspüren und mit den Problemen und Anforderungen der Zeit in Beziehung setzen. Zugleich werden wir durch einen Blick auf frühere und spätere Entwicklungen Kontinuitäten und Prozesse im römischen Reich aufzeigen, welche den Regierungsstil der Severer prägten und ihre Herrschaft erst möglich machten.

Einführende Literatur:

  • Anthony R. Birley, Septimius Severus. The African Emperor, London 19882.
  • Brian Campbell, The Severan dynasty, in: Alan K. Bowman u.a. (Hrsg.), The Cambridge Ancient History, Band 12. The Crisis of Empire, A.D. 193–337, Cambridge 20052, 1–27.
  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.
  • Jaś Elsner; Stephen Harrison; Simon Swain (Hrsgg.), Severan culture, Cambridge 2007.
  • Markus Handy, Die Severer und das Heer, Berlin 2009.
  • Björn Schöpe, Der römische Kaiserhof in severischer Zeit (193-235 n. Chr.), Stuttgart 2014.

 

Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Sulpicius Severus, Vita sancti Martini

wöchentlich, mittwochs, 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Auch wer dem Christentum fernsteht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal der Geschichte des Martin von Tours begegnet, der seinen Mantel teilte, um einem Bettler in bitterer Kälte zu helfen. Überliefert ist sie bei Sulpicius Severus, der noch zu Lebzeiten seines Helden, also im späten vierten Jahrhundert, die erste lateinische Vita eines Asketen schuf – so wie Martin der erste (berühmte) Asket im Westen des Reiches war. Mehr noch als ein normaler Biograph ist ein Hagiograph immer auf der Seite seines Protagonisten, ist es doch sein Ziel, dessen Gottbegnadetheit in jeder Situation zu beweisen. Fehlen andere Dokumente – dies ist bei Martin der Fall –, wird die Quellenkritik für den Historiker eine schwierige Sache. Wunder lassen sich noch leicht abtun, aber wie verhält es sich mit der Weigerung des Soldaten Martin zu kämpfen oder mit seinem Widerstreben gegen die Wahl zum Bischof? In der Übung lesen und übersetzen wir den Text und versuchen methodische Regeln für die Beurteilung des Quellenwerts aufzustellen. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters Kenntnisse der religiösen Situation des vierten Jahrhunderts, dann zu jeder Stunde umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur – und natürlich Freude an der Diskussion. Gute Lateinkenntnisse sind selbstverständlich.

Anschließend an wesentliche Momente in der Geschichte der Historiographie und/oder an aktuelle geschichtswissenschaftliche Diskurse werden in der Lehrveranstaltung Kompetenzen im Hinblick auf Probleme der fachwissenschaftlichen Theoriebildung bzw. Methodik und deren praktische Anwendung vermittelt. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Quellen bzw. Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekannt gegeben werden, wird vorausgesetzt.

Regelmäßige Teilnahme, Referat mit Thesenpapier (sowie ggf. schriftliche Hausarbeit).

Einführende Literatur:

  • Sulpice Sévère, Vie de saint Martin. Introduction, texte et traduction. Commentaire et index par Jacques Fontaine, 3 Bde. (Sources Chrétiennes 133-135), Paris 1967-1969.
  • Sulpicius Severus, Vita sancti Martini. Das Leben des heiligen Martin. Lateinisch/Deutsch. Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort von Gerlinde Huber-Rebenich (Reclams Universal-Bibliothek 18780), Stuttgart 2010.
  • Clare Stancliffe, St. Martin and his Hagiographer. History and Miracle in Sulpicius Severus, Oxford 1983.
  • Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie (Das lateinische Mittelalter), Darmstadt 1994.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 20172.

 

Hauptseminare für die Masterstudiengänge

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Warum ging die römische Republik unter?

wöchentlich, montags, 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.31)

Über fünfzig Jahre ist es nun her, dass Christian Meiers Res publica amissa zum ersten Mal erschien. Diese Studie ist zu einem Grundbuch der Geschichtswissenschaft geworden, die Rückkehr zu einer rein personenzentrierten Betrachtung der Ereignisse zwischen 100 und 42 v. Chr. ist seitdem unmöglich geworden. Ausgehend von Meiers Veröffentlichungen werden wir einige neuere Forschungen zur späten Republik analysieren. Dabei soll nicht nur das Blame Game gespielt werden – was waren die Ursachen für den Untergang? –, sondern auch die wichtigere Frage in den Blick kommen: Warum bestand die Republik überhaupt so lange? Das Seminar richtet sich an Masterstudenten, die über eine gute Kenntnis der letzten Phase der römischen Republik verfügen sollten. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Diese Lehrveranstaltung kann ausschließlich für die Masterstudiengänge in Geschichte belegt werden. Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

Zu erbringende (Prüfungs-)Leistung

Regelmäßige Teilnahme, Referat und Hausarbeit.

Einführende Literatur:

  • Christian Meier, Res publica amissa. Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Stuttgart 20174.
  • ders., Die Ohnmacht des allmächtigen Dictators Caesar. Drei biographische Skizzen, Stuttgart 20152.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Caesars Diktatur, der Prinzipat des Augustus und die Fiktion der historischen Notwendigkeit, Gymnasium 103 (1996), 477-497.
  • Erich S. Gruen, The Last Generation of the Roman Republic, Berkeley u. a. 19952.
  • Martin Jehne, Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen (dtv Premium), München 2009.

 

Historische Hilfswissenschaften

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Lateinische Epigraphik 

wöchentlich, dienstags, von 14 bis 16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Inschriften zählen zu den wichtigsten nichtliterarischen Quellenzeugnissen und erlauben unterschiedlichste Einblicke in die Ereignis-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte der Griechen und Römer. Die Übung stellt die wichtigsten Arbeitsmittel des Epigraphikers vor und führt anhand ausgewählter Beispiele in die lateinische Epigraphik ein.

Gute Lateinkenntnisse werden vorausgesetzt; nähere Informationen zum Inhalt der Übung auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

Referat und Thesenpapier (sowie ggf. schriftliche Hausarbeit) oder Klausur.

Einführende Literatur:

 

Digital Humanities

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

wöchentlich, dienstags, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Historische Simulation - Erstellung

wöchentlich, mittwochs, von 8 bis 10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar führt in die Erstellung einer historischen Simulation ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

Vorlesung

PD Dr. Felix Maier: Säulen nach Athen tragen - Griechische Kulturgeschichte des 5. Jahrhunderts

Mittwoch 14-16 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 02 (Hubland Süd)

Das fünfte Jahrhundert läutet in der griechischen Geschichte die sogenannte Epoche der „Klassik“ ein. Diese Bezeichnung wurde jener Zeitspanne vor dem Hintergrund entscheidender Entwicklungen in der politischen Theorie (Demokratie), Literatur (Tragödie/Komödie/Geschichtsschreibung), Kunst (Skulptur/Bauwesen) und der Philosophie verliehen. In der Vorlesung sollen die wichtigsten Aspekte dieser Prozesse (mit einem Schwerpunkt auf Athen) nachgezeichnet und die geistesgeschichtliche Bedeutung der jeweiligen Strömungen bis in unsere heutige Zeit dargestellt werden.

Einführende Literatur:

  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit. München 2016.
  • Christian Meier, Die Entstehung des Politischen bei den Griechen, Frankfurt am Main 1980.
  • Michael Stahl, Gesellschaft und Staat bei den Griechen. 2 Bde., Paderborn 2003.

Grundkurs

PD Dr. Jorit Wintjes: Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch 10-12 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 03 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar]. 

 

 

Proseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Der Tag von Eleusis 168 v. Chr. 

Dienstag 14-16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Der Balkankrieg hinderte die westliche Vormacht lange daran, in den wieder offen ausgebrochenen Nahostkonflikt einzugreifen. Schließlich verschaffte ihr der Sieg über Makedonien doch die nötige Bewegungsfreiheit, und die Römer entschieden den Kampf zwischen dem syrischen Seleukidenreich und dem ptolemäischen Ägypten: nicht durch die Entsendung von Legionen, sondern durch das Ultimatum eines einzelnen Gesandten. König Antiochos IV., der schon in Eleusis stand, unmittelbar vor Alexandreia, gehorchte sofort und zog sich nach Syrien zurück. In der damaligen Welt existierte nämlich kein Land mehr, das es mit den Römern aufnehmen konnte. Alle Gegner hatte Rom ausgeschaltet, nichts ging mehr gegen den erklärten Willen der einzigen verbliebenen Supermacht. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Hans-Joachim Gehrke, Geschichte des Hellenismus (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 1A), München 20084 [im Campusnetz].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz].
  • Herbert Heftner, Der Aufstieg Roms. Vom Pyrrhoskrieg bis zum Fall von Karthago (280-146 v. Chr.), Regensburg 1997.
  • Heinz Heinen, Die politischen Beziehungen zwischen Rom und dem Ptolemäerreich von ihren Anfängen bis zum Tag von Eleusis (273-168 v. Chr.), in: Hildegard Temporini (Hrsg.), Aufstieg und Niedergang der römischen Welt, Bd. 1,1, Berlin u. a. 1972, 633-659.
  • Günther Hölbl, Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung, Darmstadt 1994.

 

 

PD Dr. Jorit Wintjes:  Die antoninische Dynastie

Mittwoch 16-18 Uhr –Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Mit der Ermordung Domitians im Jahre 96 n. Chr. fand die zweite Dynastie der römischen Kaiserzeit ein Ende. Ihr folgte nach einer kurzen Übergangszeit die antoninische Dynastie, deren Herrschaftszeit traditionell auch als "Adoptivkaisertum" bezeichnet wird und als ein Höhepunkt sowohl der politisch-militärischen als auch der zivilisatorischen Entwicklung des römischen Reiches gilt. Im Mittelpunkt des Seminars werden das Ende der Dynastie der Flavier sowie die Herrschaft von Nerva, Trajan und Hadrian stehen.

Einführende Literatur

  • K. Bowman et al. (ed.), The High Empire: A.D. 70 - 192, Oxford 2000 [im Campusnetz].

 

 

Dr. Maria Osmers: Das frühe Christentum und Rom

Montag, 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Das Christentum entwickelte sich innerhalb des römischen Reiches von einer jüdischen Sekte zu einer schließlich von den Kaisern geförderten und privilegierten Religion. Trotz lokaler und zeitweise gar reichsweiter Verfolgungen gelang es den christlichen Gemeinden, sich erfolgreich im gesamten imperium romanum auszubreiten. Im Seminar wollen wir nachvollziehen, worin die Attraktivität des neuen Glaubens lag und zugleich, wie und warum es den frühen Christen gelang, ihre Religion trotz des Widerstands, der ihnen begegnete, immer weiter zu verbreiten. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Norbert Brox, Kirchengeschichte des Altertums, Düsseldorf 1998
  • Peter Guyot; Richard Klein (Hrsg.), Das frühe Christentum bis zum Ende der Verfolgungen. Eine Dokumentation, 2 Bde., Darmstadt 1997
  • Christoph Markschies, Das antike Christentum. Frömmigkeit, Lebensformen, Institutionen, München 2006
  • Luce Pietri u.a. (Hrsg.), Die Geschichte des Christentums. Religion, Politik, Kultur, Sonderausgabe Altertum, 3 Bde, Freiburg u. a. 2005 (dt. Ausgabe bearbeitet v. T. Böhm u.a.)
  • Karin Piepenbrink, Antike und Christentum, Darmstadt 2007

 

Dr. André Heller:  Das Seleukidenreich

Donnerstag 12-14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Von den Nachfolgestaaten des Alexanderreichs errichteten die Seleukiden den territorial ausgedehntesten Staat, der sich anfangs von Indien bis zur Ägäis erstreckte. Die Größe des Reiches und die verschiedenen Ethnien mit ihren Traditionen machten ihn nur schwer regierbar. In sechs syrischen Kriegen stritten sie mit den Ptolemäern um die Kontrolle der phönikischen Küste. Antiochos III. (223–187 v.Chr.) gelang, nach einer Phase des Niedergangs, die Rückgewinnung vieler Territorien, was ihn in den Konflikt mit Rom führte. Nach seiner Niederlage waren beide Mächte zwar räumlich weit getrennt, dennoch musste sich Antiochos IV. auf Geheiß Roms wieder aus Ägypten zurückziehen (168 v.Chr.). In den folgenden Jahrzehnten musste das Reich territoriale Verluste im Osten hinnehmen und versank durch Bürgerkriege in anhaltende Agonie. Schließlich beendete Pompeius sein Schattendasein und wandelte das Restreich in die römische Provinz Syria um (64/3 v.Chr.). Das historische Vermächtnis der Seleukiden wirkte jedoch nach: Sie verwandelten das vorher randständige Syrien in eine blühende Städtelandschaft; auch die Seleukidenära (seit 312/1 v.Chr.) blieb als Jahreszählung lange in Gebrauch (teils bis ins 20. Jh.).

Einführende Literatur:

  • Kai Ehling, Untersuchungen zur Geschichte der späten Seleukiden (164–63 v.Chr.). Vom Tode des Antiochos IV. bis zur Einrichtung der Provinz Syria unter Pompeius, Stuttgart 2008
  • Paul Kosmin, The land of the elephant kings. Space, territory, and ideology in the Seleucid empire, Cambridge, MA/London 2014.
  • Burkhard Meißner, Hellenismus, 2. Aufl. Darmstadt 2016.
  • Peter Mittag, Antiochos IV. Epiphanes. Eine politische Biographie, Berlin 2008

 

 

Dr. André Heller:  Kleopatra VII.

Donnerstag, 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Die Persönlichkeit Kleopatras übt bis heute eine ungemeine Faszination aus. Ihr Bild in der antiken Überlieferung ist stark stereotyp verzerrt, beinahe dämonisiert. Erst die neuere Forschung begann, das Bild zu modifizieren und ihr so gerecht zu werden. Kleopatra führte als letzte Pharaonin des ptolemäischen Ägypten, im Schatten des römischen Bürgerkriegs, das Land am Nil zu hoher Blüte; durch ihre Heirat mit dem Triumvirn M. Antonius kamen territoriale Zugewinne in der Levante hinzu. Ihr Aufstieg zur Macht und ihr Ende verliefen dramatisch und trugen so zur Legendenbildung maßgeblich bei. Das Jahr 31 v.Chr. brachte jedoch nicht nur ihr und M. Antonius den Untergang, sondern Octavians Sieg in der Seeschlacht von Actium ebnete diesem, dem späteren Augustus, den Weg zur Alleinherrschaft im Imperium Romanum. Wie gelang es Kleopatra, deren oft betonte Schönheit sich in den wenigen erhaltenen Porträts kaum widerspiegelt, zwei der mächtigsten Männer ihrer Zeit – Caesar und M. Antonius – nacheinander in ihren Bann zu ziehen? Welche politischen Ziele versuchte sie zu verwirklichen und woran scheiterte sie? Dabei ist auch ihrem Nachleben in Kunst, Literatur und Film bis in die Moderne nachzuspüren.

Einführende Literatur:

  • Günther Hölbl, Geschichte des Ptolemäerreichs, Darmstadt 1994, 195–269.
  • Manfred Clauss, Kleopatra, 4. Aufl. München 2010.
  • Sabine Kubisch/Hilmar Klinkott, Kleopatra. Pharaonin, Göttin, Visionärin, Stuttgart 2011.
  • Christoph Schäfer, Kleopatra, Darmstadt 2006.
  • Wolfgang Schuller, Kleopatra, 2. Aufl. Reinbek b. Hamburg 2006.

 

Hauptseminare

Dr. Maria Osmers: Antike Naturwissenschaft. Fachliteratur und Spezialwissen in der klassischen und hellenistischen Zeit.

Dienstag: 10-12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Obwohl sich die Naturwissenschaften beständig fortentwickeln, ist das antike Hellas in vielen Fächern nach wie vor präsent. So treten uns griechische Gelehrte wie Thales, Pythagoras sowie Euklid in mathematischen Lehrsätzen entgegen und Ärzte schwören den hippokratischen Eid. Die Anfänge der Geographie werden mit Namen wie Anaximander und Eratosthenes in Verbindung gebracht, Archimedes gilt als bedeutendster Physiker und Ingenieur der Antike. In dem Seminar wollen wir uns einerseits mit den technischen Errungenschaften und den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Gelehrten aus klassischer und hellenistischer Zeit beschäftigen. Andererseits wollen wir die Rahmenbedingungen nachvollziehen, welche die Entstehung und Entwicklung naturwissenschaftlicher Fachliteratur in diesen Epochen möglich machten, und zugleich die gesellschaftliche Bedeutung von Spezialwissen ergründen.

Einführende Literatur:

  • Klaus Döring u. a., Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption. 2 Bände, Bamberg 1992.
  • Hellmut Flashar (Hrsg.), Antike Medizin (Wege der Forschung, 221), Darmstadt 1971.
  • Marietta Horster u. a. (Hrsgg.), Antike Fachschriftsteller. Literarischer Diskurs und sozialer Kontext, Stuttgart 2003.
  • Helmuth Schneider, Einführung in die antike Technikgeschichte, Darmstadt 1992.
  • Holger Sonnabend, Antike Geographie, Stuttgart 2013.

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Das Vierkaiserjahr

Freitag 10-12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Ende des Julisch-Claudischen Hauses löst den ersten großen Bürgerkrieg in der römischen Geschichte seit dem Ende der Auseinandersetzung zwischen Marcus Antonius und Octavianus rund ein Jahrhundert zuvor aus; am Ende wird mit den Flaviern die zweite Dynastie des Prinzipats aus ihm hervorgehen. Für die Auseinandersetzungen des Jahres 69 ist die Quellenlage so gut wie für kaum einen anderen inneren Konflikt in der römischen Kaiserzeit. Im Mittelpunkt des Seminars wird daher eine Auseinandersetzung mit der politisch-militärischen Ereignisgeschichte stehen.

Textgrundlage: Tacitus: Historien, übers. v. H. Vreska, Stuttgart 1986 (zur Anschaffung empfohlen!)

Einführende Literatur:

  • K. Bowman et al., The Cambridge Ancient History Volume 10: The Augustan Empire, 43 BC–AD 69, Cambridge 1996².

 

Oberseminar

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Oberseminar zur Alten Geschichte

Mittwoch 10–12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte.

Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen zum Oberseminar auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

 

Wissenschaftliche Übungen

Dr. Maria Osmers: Strukturen, Systeme und Felder: Der Nutzen von theoretischen Konzepten in der Geschichtswissenschaft

Montag 16-18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Strukturen, Systeme und Felder: Begriffe wie diese tauchen in der Sekundärliteratur immer wieder auf, ohne dass allen so richtig klar ist, was genau sich hinter diesen Wörtern verbirgt. Daher wollen wir in dieser Übung durch gemeinsame Lektüre ausgewählte theoretische Konzepte aus Soziologie und Politikwissenschaft kennenlernen und diskutieren. In einem weiteren Schritt wollen wir die Konzepte anwenden und anhand von historischen Beispielen überprüfen, worin der Nutzen von Theorie(n) für die Arbeit einer Historikerin oder eines Historikers besteht.

Einführende Literatur:

  • Stefan Jordan; Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft. Orientierung Geschichte. Paderborn 2009.
  • Neville Morley, Theories, models and concepts in ancient history, London 2004.
  • Christian Meier, Max Weber und die Antike, in: Max Weber. Ein Symposium, hrsg. von C. Gneuss/J. Kocka, München 1988, 11-24.
  • Wilfried Nippel, Alte Geschichte und Sozialanthropologie, Frankfurt/Main 1990.

 

Sonstige Veranstaltungen

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Staatsexamenskurs Alte Geschichte (Blockveranstaltung)

Freitag, der 26.10.2018, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz).

Samstag, der 08.12.2018, von 08–13 Uhr, Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude, (Hubland Süd);

Freitag, der 11.01.2019, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz).

Ziel des Kurses ist es, auf die Situation der schriftlichen Staatsexamensprüfung im vertieft studierten Fach wie im Unterrichtsfach vorzubereiten. In einem ersten Block sprechen wir über angemessene Lernstrategien, die Auswahl geeigneter Lehrveranstaltungen und Literatur, über das Anforderungsprofil der Staatsexamensklausur, über eine adäquate Themenwahl in der Klausur selbst und über ein zielführendes Zeitmanagement. Im zweiten Block schreiben die Teilnehmer eine Klausur, und zwar unter Echtzeitbedingungen 8–12 bzw. 13 Uhr. Ich korrigiere die Übungsklausuren, und in einem dritten Block sprechen wir über das, was gut gelaufen ist und was weniger gut. Der Kurs bietet keinen inhaltlichen Durchgang durch die griechisch-römische Geschichte – dafür sind Vorlesungen, Grundkurs und eigene Lektüre da –, und natürlich gibt er keine Hinweise auf zukünftige Themen. Sehr wohl aber soll er Ängste und Unsicherheiten vor einer fünf- bzw. vierstündigen, sehr wichtigen Klausur abbauen.

 

Hauptseminar Mittelalterliche Geschichte

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Das römische Westeuropa und der Beginn des Mittelalters

Montag 10-12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Im dritten Jahrhundert bekamen die Römer zunehmend Schwierigkeiten, die Vorgänge an der Rhein- und Donaugrenze zu kontrollieren, und damit setzte die Verwandlung Europas ein, die bis zum Ende des Millenniums andauern sollte. Im Seminar konzentrieren wir uns auf den Höhepunkt dieses Prozesses, vom späten vierten bis zum frühen sechsten Jahrhundert, als die römische Staatlichkeit zwar noch bestand, aber immer schwächer wurde, als neue, von ‚Barbaren‘ getragene Ordungsformationen entstanden und sich wider, ohne oder mit dem Kaiser behaupteten, als die Germanen das antike Erbe zertrümmerten und dessen Reste ins Mittelalter trugen. Im Kern der Betrachtung stehen die vier geographischen Großräume Westeuropas – Italien, die Iberische Halbinsel, Britannien und natürlich Gallien/Germanien – und die Frage, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Transformationsprozesse zwischen Römern auf der einen und Goten, Angeln, Sachsen, Franken und Burgundern auf der anderen Seite aufweisen.

Einführende Literatur:

  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 20172.
  • Henning Börm, Westrom. Von Honorius bis Justinian (Urban-Taschenbücher 735), Stuttgart 2013.
  • Bruno Bleckmann, Die Germanen. Von Ariovist bis zu den Wikingern, München 2009.
  • Bryan Ward-Perkins, The Fall of Rome and the End of Civilization, Oxford 2005.
  • Mischa Meier (Hrsg.), Sie schufen Europa. Historische Portraits von Konstantin bis Karl dem Großen, München 2007.

 

Digital Humanities

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag 16-18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur

  • P. A. G. Sabin, Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games, London 2012.

Materialien zum Download

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Noble-Minded Friends and Comrades – das Offizierskorps der Royal Navy im 19. Jh.

Mittwoch 8-10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des ersten Würzburger Hackathon aus dem Jahr 2017.

Einführende Literatur:

  • F. Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017 (grundlegend).

 

> zurück zur Übersicht

 

Vorlesung

PD Dr. Jorit Wintjes: Zur Geschichte des Hellenismus

Freitag 1618 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 02 (Hubland Süd) 

Mit dem Tod Alexanders des Großen tritt die Griechische Geschichte in eine Epoche ein, die – vor allem mit dem hellenistischen Königtum – von neuen Formen von Staatlichkeit geprägt ist; gleichzeitig erfährt der Raum der Griechischen Geschichte nochmals eine deutliche Erweiterung: griechische Geschichte erstreckt sich vom Hindukusch bis an den Oberlauf des Nils. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Geschichte der drei "großen" hellenistischen Reiche der Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden bis zum Untergang des Ptolemäerreiches 30 v. Chr. und blickt darüber hinaus beispielhaft auf die Geschichte einiger kleinerer hellenistischer Mächte.

Einführende Literatur:

  • Kay Ehling, Gregor Weber (Hrsg.), Hellenistische Königreiche. Zabern, Darmstadt 2014.
  • Hans-Ulrich Cain u.a. (Hrsg.), Hellenismus – eine Welt im Umbruch, Darmstadt 2012.
  • Burkhard Meißner, Hellenismus, Darmstadt 2007.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.

Grundkurs

PD Dr. Felix Maier: Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr  Philosophiegebäude, Hörsaal 01 (Hubland Süd) 

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar]. 

Proseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Der Tod Ciceros

Montag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Kurz bevor er das rettende Schiff nach Griechenland erreichte, faßten die Häscher den geächteten Marcus Tullius Cicero, schlugen ihm Kopf und Hände ab und brachten sie nach Rom. Die Überreste seines Todfeindes ließ ein triumphierender Marcus Antonius auf dem Forum zur Schau stellen. Diesen Preis bezahlte Cicero am 7. Dezember 43 v. Chr. dafür, daß er sich nach dem Tod Caesars noch einmal an die Spitze des Senats gestellt und die alte Republik gegen Antonius’ Ansprüche verteidigt hatte. Die Ironie dabei: Indem er sich für diesen Kampf ausgerechnet mit Caesars Sohn verbündete, wurde er zum Steigbügelhalter des Augustus, der Ciceros Republik endgültig beseitigte. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Jochen Bleicken, Geschichte der Römischen Republik (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 2), München 19995 [im Campusnetz].
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Matthias Gelzer, Cicero. Ein biographischer Versuch, Wiesbaden 1969.
  • Ulrich Gotter, Der Diktator ist tot! Politik in Rom zwischen den Iden des März und der Begründung des Zweiten Triumvirats (Historia Einzelschriften 110), Stuttgart 1996.
  • Helene Homeyer,Die antiken Berichte über den Tod Ciceros und ihre Quellen (Deutsche Beiträge zur Altertumswissenschaft 18), Baden-Baden 1964.

 

 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Theodora 

Dienstag 14-16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Theodora, Tochter eines Bärenwärters und einer Tänzerin, arbeitete im Konstantinopel des sechsten Jahrhunderts n. Chr. als Prostituierte und, schlimmer noch, als Schauspielerin. Als eine Art antikes, allerdings nicht jugendfreies Aschenputtel war sie nicht bloß in Ausschweifungen aller Art verstrickt, sondern gewann auch die Liebe des Thronfolgers Justinian. Dieser war mit einer Affäre nicht zufrieden und nahm Theodora gegen den erbitterten Widerstand des Establishments zur Ehefrau. Zur Kaiserin aufgestiegen, übte sie bis zu ihrem Tod einen gewissen Einfluß auf Justinians Regierung aus, die letzte glanzvolle Epoche des Römischen Reiches. Um Gründe und Grenzen von Theodoras Macht wird es im Seminar gehen, aber auch um den Mann, der sie nach Kräften mit Dreck bewarf – den Geschichtsschreiber Prokop, Sprachrohr der düpierten Eliten. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein. 

Einführende Literatur:

  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz].
  • Jochen Martin, Spätantike und Völkerwanderung (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 4), München 19953 [im Campusnetz].
  • Hartmut Leppin, Justinian. Das christliche Experiment, Stuttgart 2011.
  • Hartmut Leppin, Theodora und Justinian, in: Hildegard Temporini-Gräfin Vitzthum (Hrsg.), Die Kaiserinnen Roms. Von Livia bis Theodora, München 2002, 437-481.
  • Hans-Georg Beck, Kaiserin Theodora und Prokop. Der Historiker und sein Opfer, München u. a. 1986.

 

 

Dr. Maria Osmers: Der Jüdische Krieg

Dienstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Verhältnis zwischen Römern und Juden war in der Antike ambivalent: Mal gab es intensive Kontakte und beidseitige Zugeständnisse – etwa zwischen Augustus und Herodes, mal war die Beziehung konfliktreich. Unter der Herrschaft Neros eskalierte die Situation schließlich: Der Jüdische Krieg (66-74 n. Chr) brach aus und prägte die Beziehung zwischen Juden und Römern nachhaltig. Im Seminar wollen wir die Beziehung von Römern und Juden von der Eroberung Jerusalems bis zum Fall der Festung Masada nachzeichnen. Dabei sollen sowohl die römischen Strategien der Herrschaftssicherung als auch die gesellschaftlichen und sozialen Probleme in Judaea in den Blick genommen werden. Wir werden zudem der Frage nachgehen, warum insgesamt ein so großes Konfliktpotential zwischen Juden und Nicht-Juden bestand. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Ernst Baltrusch, Die Juden und das Römische Reich. Geschichte einer konfliktreichen Beziehung, Darmstadt 2002.
  • Klaus Bringmann, Geschichte der Juden im Altertum, Stuttgart 2005.
  • Martin Goodman, Jews in a Graeco-Roman world, Oxford 1998.
  • Martin Goodman, Romeand Jerusalem. The Clash of Ancient Civilizations, London 2007.
  • Peter Schäfer, Geschichte der Juden in der Antike, Tübingen 2010².

 

Dr. André Heller: Das Antoninische Zeitalter

Donnerstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Antiken Autoren wie Aelius Aristides oder dem britischen Gelehrten Edward Gibbon im 18. Jh. galt das Antoninische Zeitalter als glücklichste Epoche des Imperium Romanum, da es unter Antoninus Pius (138-161) eine nie gekannte Friedenszeit erlebt habe. Die Errichtung von Grenzmauern, wie dersystematische Ausbau des Obergermanisch-Rätischen Limes, vermittelte Sicherheit. Die ältere Forschung sah seine Regierung eher als "Kette schwerwiegender Versäumnisse", was jüngst zurecht revidiert wurde. Mark Aurel (161-180), der "Philosoph auf dem Kaiserthron", und Lucius Verus (161-169) sahen sich schweren Kämpfen im Osten gegen die Parther und im Donauraum gegen die Germanen ausgesetzt. Mark Aurelbestimmte seinen Sohn Commodus zum Nachfolger, der sich bald als grausamer Tyrann entpuppte und sich als "Römischer Hercules" stilisierte. Mit seiner Ermordung am letzten Tag des Jahres 192 fand das „AntoninischeZeitalter“ ein unrühmliches Ende, wenngleich Septimius Severus; Sieger der Bürgerkriege von 193-197, daran anzuknüpfen suchte.

Einführende Literatur:

  • Heinz Bellen, Grundzüge der Römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, 116-171.
  • Jörg Fündling, Marc Aurel, Darmstadt 2008.
  • Michael Grant, The Antonines. The Roman Empire in transition, London 1996.
  • Oliver Schipp, Die Adoptivkaiser, Darmstadt 2011.

 

Dr. André Heller: Zeit der Soldatenkaiser

Donnerstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Die Epoche der Soldatenkaiser, traditionell von 235 bis 284 reichend, wurde bereits von antiken Autoren als Krisenzeit des Imperium Romanum charakterisiert, was die althistorische Forschung übernahm. In den letzten Jahrzehnten aber plädiert sie für eine differenziertere Sichtweise und erkennt in ihr wichtige Entwicklungslinien, die in die Spätantike weisen. Unstrittig aber sind die schnelle Abfolge der Kaiser, diemeist vom Heer erhoben und bald darauf wieder ermordet wurden, die Verschärfung der außenpolitischen Bedrohung an fast allen Grenzen sowie wirtschaftlicher Niedergang in manchen Regionen. Dennoch gelang ab der Regierung des Gallienus (260-268) die Konsolidierung des Reiches, was seine „Nachfolger“ wie Claudius Gothicus, Aurelian und Probus erfolgreich fortsetzten. Da die schriftliche Überlieferung entweder fehlt oder problematisch (z. B. die spätantike Historia Augusta) ist, stellen Inschriften, Münzen und Papyri äußerst wertvolle Quellen zur Rekonstruktion der Ereignisse dar und erlauben Einblicke in die Wahrnehmung der Zeitgenossen. 

Einführende Literatur:

  • Klaus-Peter Johne (Hrsg.), Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284), 2 Bde., Berlin 2008.
  • Michael Sommer, Die Soldatenkaiser (Geschichte kompakt – Antike), Darmstadt 20143.

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Perserkriege

Mittwoch 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Als die Perser zu Beginn des 5. Jh. v. Chr. Richtung Griechenland zogen, schlossen sich einige Poleis im so genannten Hellenenbund zusammen, um ihre Heimat(en) gemeinsam gegen die Invasoren aus dem Osten zu verteidigen. Erstaunlicherweise ging dieser Plan auf: Unter der Führung Spartas und insbesondere aufgrund der Flottenstärke Athens konnten die Perser nach anfänglichen Rückschlägen bei Salamis in einer Seeschlacht und schließlich bei Plataiai auch zu Lande besiegt und so zurückgedrängt werden. Im Seminar wollen wir nachvollziehen, wie und warum die Griechen trotz Unterzahl gegen die Perser bestehen konnten. Zudem wollen wir uns mit den Ursachen und Anlässen aber auch mit den Auswirkungen und Resultaten der Perserkriege beschäftigen. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • George Cawkwell, The Greek Wars. The Failure of Persia, Oxford 2005.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
  • Ders., Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 20072; Wolfgang Will, Die Perserkriege, München 2010.
     

Hauptseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Kaiser Julian 

Dienstag 10–12 Uhr – Übungsraum 19,  Philosophiegebäude (Am Hubland Süd)

Julian regierte nur für knapp 20 Monate, von 361 bis 363, als Alleinherrscher das Römische Reich, trotzdem hat er einen Namen wie Donnerhall. Grund dafür ist, daß er der letzte heidnische Kaiser war und noch einmal versuchte, das Rad der Zeit zurückzudrehen, aber auch, daß er ein historischer Verlierer war, was immer Sympathien einbringt und in diesem Fall die Phantasie besonders anregt: Was wäre, wenn Julian länger gelebt und das Christentum zurückgedrängt hätte? Im Seminar geht es um das erstaunliche vierte Jahrhundert, in dem ein Angehöriger der regierenden christlichen Dynastie zum Heidentum konvertieren konnte (wenn auch zunächst heimlich) und seinen Cousin vom Thron zu stürzen vermochte, wir beschäftigen uns mit der Bildung und dem literarischen Schaffen des vielleicht begabtesten Kaisers der Spätantike, wir untersuchen, wie sich die Christen gegen Julian wehrten, und wir fragen, warum viele Heiden dem Kaiser in seinem missionarischen Eifer nur zögerlich folgten. Was das sonstige politische Wirken Julians angeht, steht der ehrgeizige und unglückliche Perserkrieg im Mittelpunkt, der Julian einen frühen, nach Meinung der Christen aber hochverdienten Tod brachte.

Einführende Literatur: 

  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Jochen Martin, Spätantike und Völkerwanderung (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 4), München 19953.
  • Klaus Bringmann, Kaiser Julian (Gestalten der Antike), Darmstadt 2004.
  • Klaus Rosen, Julian. Kaiser, Gott und Christenhasser, Stuttgart 2006.
  • Richard Klein (Hrsg.), Julian Apostata (Wege der Forschung 509), Darmstadt 1978.

 

 

Dr. Maria Osmers: Die Entstehung der Polis im archaischen Griechenland

Montag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

In der klassischen Zeit war die Polis die wichtigste Form des Zusammenlebens im griechischen Raum; Hunderte von eigenständigen Stadtstaaten existierten nebeneinander, deren politische Institutionen sowie deren soziale und gesellschaftliche Zusammensetzungen viele Parallelen und Ähnlichkeiten aufwiesen. Doch wie kam es dazu, dass sich die Polis in Hellas ausbreitete und schließlich fast überall durchsetzte? Welche Faktoren beförderten die Entstehung ähnlicher Strukturen in den verschiedensten Winkeln der griechischen Welt? Im Seminar werden wir die Gründe für den Erfolg der Polis aufspüren. Dafür werden wir die Etablierung der Polis in der archaischen Welt nachzeichnen und anhand von Fallbeispielen die sozialen sowie gesellschaftlichen Hintergründe dieser Entwicklung beleuchten. Zugleich werden wir die spezifischen Eigenarten der neuen Form des Zusammenlebens und insbesondere das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft betrachten.

Einführende Literatur:

  • Mogens H. Hansen; Thomas H. Nielsen, An Inventory of Archaic and Classical Poleis. An Investigation conducted by The Copenhagen Polis Centre for the Danish National Research Foundation, Oxford 2004.
  • Elke Stein-Hölkeskamp, Adelskultur und Polisgesellschaft, Stuttgart 1989.
  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaischeGriechenland. Die Stadt und das Meer, München 2015.
  • Uwe Walter, An der Polis teilhaben: Bürgerstaat und Zugehörigkeit im archaischen Griechenland, Stuttgart 1993.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Die griechische Polis, Stuttgart 1983. 

 

Zusätzlich bietet Herr Pfeilschifter ein Hauptseminar nur für Master-Studierende an:

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Warum ging die römische Republik unter?

Montag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.31 (Residenz)

Über fünfzig Jahre ist es nun her, dass Christian Meiers Res publica amissa zum ersten Mal erschien. Diese Studie ist zu einem Grundbuch der Geschichtswissenschaft geworden, die Rückkehr zu einer rein personenzentrierten Betrachtung der Ereignisse zwischen 100 und 42 v. Chr. ist seitdem unmöglich geworden. Ausgehend von Meiers Veröffentlichungen werden wir einige neuere Forschungen zur späten Republik analysieren. Dabei soll nicht nur das Blame Game gespielt werden – was waren die Ursachen für den Untergang? –, sondern auch die wichtigere Frage in den Blick kommen: Warum bestand die Republik überhaupt so lange? Das Seminar richtet sich an Masterstudenten, die über eine gute Kenntnis der letzten Phase der römischen Republik verfügen sollten. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Achtung: Diese Lehrveranstaltung kann ausschließlich für die Masterstudiengänge in Geschichte belegt werden. Persönliche Anmeldung beim Dozenten.

Einführende Literatur:

  • Christian Meier, Res publica amissa. Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Stuttgart 20174.
  • Christian Meier, Die Ohnmacht des allmächtigen Dictators Caesar. Drei biographische Skizzen, Stuttgart 20152.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Caesars Diktatur, der Prinzipat des Augustus und die Fiktion der historischen Notwendigkeit, Gymnasium 103 (1996), 477-497.
  • Erich S. Gruen, The Last Generation of the Roman Republic, Berkeley u. a. 19952
  • Martin Jehne, Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen (dtv Premium), München 2009.

Wissenschaftliche Übungen

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Lektüreübung, Eugippius,Vita sancti Severini 

Mittwoch 10–12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Vom Heiligen Severin wissen wir fast nur aus der Biographie, die Eugippius einige Jahrzehnte nach seinem Tod 482 schrieb. Darin erfahren wir von Wundern und Proben seiner Glaubensstärke genauso wie von den Zuständen in der Provinz Noricum (Teile Österreichs und des Voralpenlands) vor und während des Zusammenbruchs der römischen Herrschaft. So informiert die Vita sancti Severininicht nur über Wirken und Ansehen eines Mönches, Eremiten und Klostergründers, sondern stellt auch die einzige erzählende Quelle von einiger Ausführlichkeit zur Vorgeschichte Bayerns im fünften Jahrhundert dar. In der Übung lesen und übersetzen wir den Text und interpretieren ihn ausführlich. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters Kenntnisse der historischen und religiösen Situation des fünften Jahrhunderts, dann zu jeder Stunde umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur – und natürlich Freude an der Diskussion. Lateinkenntnisse sind selbstverständlich.

Textgrundlage: Eugippius, Vita sancti Severini. Das Leben des heiligen Severin. Lateinisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Theodor Nüsslein (Reclams Universal-Bibliothek 8285), Stuttgart 19992.

Einführende Literatur:

  • Alois Schmid (Hrsg.),Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. I 1: Das Alte Bayern. Von der Vorgeschichte bis zum Hochmittelalter, München 2017.
  • Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie (Das lateinische Mittelalter), Darmstadt 1994.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz].

   

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Vindolanda-Tablets

Dienstag 14–16 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.36 (Residenz) 

Zu den wohl wichtigsten dokumentarischen Quellen zur Geschichte der römischen Kaiserzeit zählen die nach ihrem ersten Fundort benannten "Vindolanda-Tablets". Sie gewähren schlaglichtartig faszinierende Einblicke vor allem in die Welt der an den Reichsgrenzen stationierten römischen Armee. Ein Teil der seit 1983 kontinuierlich veröffentlichten Tafeln liegt seit 2003 in einer online-Edition (http://vindolanda.csad.ox.ac.uk) vor. Im Mittelpunkt der Übung steht die Lektüre ausgewählter Funde aus Vindolanda und Carlisle. Entsprechende Lateinkenntnisse sollten vorhanden sein, paläographische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Literatur: 

  • K. Bowman/J. D. Thomas, Vindolanda: The Latin Writing-Tablets, London 1983, 30-50.

Digital Humanities

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über Geschichte und Bedeutung von Konfliktsimulationen; dann werden anhand von konkreten Beispielen einzelne, zentrale Probleme der Erstellung von Konfliktsimulationen genauer in den Blick genommen.

Einführende Literatur:

  • P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012. 

Materialien zum Download:

- Regelwerk

- Tokenübersicht

 

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Politik- und Konfliktsimulationen in Theorie und Praxis

Mittwoch 08–10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Bei der Simulation politischer Entscheidungsprozesse und militärischer Konflikte handelt es sich um ein wichtiges Instrument, das seit mehr als einem Jahrhundert zur Vorbereitung politischer und militärischer Entscheidungen eingesetzt wird. Daneben kann die Simulation auch ein wichtiges Analyseinstrument für Vorgänge aus der Vergangenheit darstellen, das Einblicke in Zusammenhänge ermöglicht, die sich mit herkömmlichen Ansätzen nur schwer erhellen lassen. Ziel des Seminars ist die Auseinandersetzung mit den bei der Entwicklung einer Simulation entstehenden Problemen; hierzu wird von den Seminarteilnehmern eine Simulation erstellt und auf ihre Leistungsfähigkeit hin erprobt. Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des Hackathon 2017.

Einführende Literatur:

  • Fotis Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, 147-161 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].

Vorlesung 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Die römische Republik von den Gracchen bis zum Konsulat Ciceros 

Dienstag 1214 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 05 (Hubland Süd)

Mit den Reformen der Brüder Tib. und C. Sempronius Gracchus begann, in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts v. Chr., die Krise der Republik. Dies weniger, weil die Initiativen gescheitert oder weil die Sachprobleme ungelöst geblieben wären – beides war nur zum Teil der Fall –, sondern weil eine bislang nicht gekannte Härte in die innenpolitische Konfrontation einzog: Beide Gracchen wurden von ihren Gegnern erschlagen. Gewalt und Mord wurden bald legitime Mittel der Auseinandersetzung, für weitere Volkstribunen, aber schließlich auch für die Feldherren Marius und Sulla, die mit ihren Legionen den ersten, reichsweiten Bürgerkrieg vom Zaun brachen. Die außenpolitischen Herausforderungen verblaßten dagegen, aber immerhin mußten die Römer noch einmal, das letzte Mal für ein halbes Jahrtausend, um ihr Imperium fürchten, als die italischen Bundesgenossen sich erhoben. Die Vorlesung wird dennoch keine Geschichte eines unaufhaltsamen Niedergangs referieren. Es gab immer noch lange Phasen der Stabilität und des ordentlichen Funktionierens des politischen Systems. Und in den Stunden der Not erwuchsen der Republik immer wieder Verteidiger. M. Tullius Cicero, der 63 v. Chr. den Putsch Catilinas niederschlug, war nur der prominenteste von ihnen.

 

Einführende Literatur:

  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Matthias Gelzer, Cicero. Ein biographischer Versuch, Wiesbaden 1969.
  • Bernhard Linke, Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla (Geschichte kompakt), Darmstadt 2012 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].

Grundkurs

PD Dr. Jorit Wintjes: Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr  Philosophiegebäude, Hörsaal 02 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

 

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar]. 

Proseminare 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Nero 

Dienstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Nero, Herrscher über das Römische Reich von 54 bis 68 n. Chr., gilt als einer der großen Wahnsinnigen auf dem Kaiserthron: ein Muttermörder, Brandstifter, Christenverfolger, Möchtegernkünstler, ohne Sinn für die Bedürfnisse seiner Untertanen und die Anforderungen seiner hohen Stellung. Dieses Bild geht auf die antiken Quellen zurück, die Nero voreingenommen und zumeist mißgünstig schildern, falsch ist es deswegen aber noch nicht. Nur ist es zu einfach, Nero schlicht für verrückt zu erklären. Statt eine medizinische Ferndiagnose zu stellen, wollen wir die Strukturen des Kaisertums und der römischen Gesellschaft analysieren und danach fragen, wie Nero mit ihnen in Konflikt geriet, warum er immerhin 14 Jahre lang regierte und weswegen er am Schluß doch ermordet wurde. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

 

Einführende Literatur:

  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Miriam T. Griffin, Nero. The End of a Dynasty, New Haven u. a. 1984.
  • Jürgen Malitz, Nero (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2105), München 1999.

PD Dr. Jorit Wintjes: Griechen und Karthager auf Sizilien 

Mittwoch 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Im Zuge der sogenannten Großen Kolonisation siedelten Griechen unter anderem auf Sizilien, wo Gründungen wie Naxos, Gela oder insbesondere Syrakus sich schnell zu bedeutenden Städten entwickelten. Dabei gerieten die Griechen in Konflikt mit den Karthagern, die im Verlauf des 7. und 6. Jh. die phönizischen Siedlungen im Westen der Insel unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung zwischen Griechen und Karthagern im 5. und frühen 4. Jh. v. Chr., daneben wird allgemein in Hilfswissenschaften und Arbeitsmethoden der Alten Geschichte eingeführt.

 

Einführende Literatur:

  • Martin Dreher, Das antike Sizilien, München 2008.
  • Moses Finley, Das antike Sizilien. Von der Vorgeschichte bis zur arabischen Eroberung, München 1993.
  • Marc Hofer, Tyrannen, Aristokraten, Demokraten: Untersuchungen zu Staat und Herrschaft im griechischen Sizilien von Phalaris bis zum Aufstieg von Dionysios I., Bern 2000.

Dr. Maria Osmers: Athen und Sparta im 5. Jh. v. Chr.

Montag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Seminar beleuchtet die Entwicklungen in Hellas im Anschluss an die Perserkriege und widmet sich dabei insbesondere dem Verhältnis zwischen den beiden Hegemonialmächten Athen und Sparta. Warum verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den beiden Poleis so sehr, dass schließlich der Peloponnesische Krieg (431 bis 404 v. Chr.) ausbrauch? Welche Faktoren beeinflussten die Entscheidungen der beteiligten Akteure und waren so ausschlaggebend für den Ausbruch des – in den Worten des antiken Historikers Thukydides – „größten Kriegs aller Zeiten“? Neben den Ursachen und Gründen des Konflikts sollen auch die Dynamiken sowie die Auswirkungen auf die einzelnen Poleis sowie den griechischen Raum insgesamt betrachtet und analysiert werden. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Martin Dreher, Athen und Sparta, München 2001.
  • Simon Hornblower, The Greek World. 479-323 BC, London 20114.
  • Lawrence A. Tritle, A new History of the Peloponnesian War, Malden u. a. 2010.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen, Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2005.

Dr. André Heller: Alexander der Große 

Donnerstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Wie kaum eine andere historische Gestalt fasziniert Alexander der Große bis heute: Neben grenzenloser Bewunderung widerfuhr ihm seit der Antike oft auch maßlose Kritik. Als er 334 den Hellespont überschritt, ahnte wohl keiner, dass Alexander binnen weniger Jahre die Eroberung des Perserreichs gelingen würde. Seine Feldzüge führten ihn über den Hindukusch bis nach Indien; die Feldzüge erweiterten das Weltbild der Griechen und stellten auch für Zeitgenossen eine merkliche Zäsur dar. Nach seinem Tod (323) jedoch zerfiel das Reich in den Kämpfen seiner Generale. Alexanders Erfolge sind Ergebnis konsequenter Ausnutzung der Vorarbeiten seines Vaters Philipp II. sowie – neben den Siegen über Dareios III. – der Beachtung indigener, insbesondere auch persischer Traditionen, was ihn manchem Althistoriker als „letzten Achaimeniden“ (P. Briant) erscheinen ließ. 

 

Einführende Literatur:

  • Johannes Engels, Philipp II. und Alexander der Große (Geschichte kompakt), Darmstadt 20122.
  • Hans-Joachim Gehrke, Alexander der Große, 6. München 20136.
  • Hans-Ulrich Wiemer, Alexander der Große, München 20152.

Dr. André Heller: Orientalische Kulte im Imperium Romanum 

Donnerstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Kulte aus dem Orient prägten das religiöse Leben im Römischen Reich maßgeblich. Zu nennen sind in republikanischer Zeit die Magna Mater aus Kleinasien, deren Kultbild schon 204 v. Chr. nach Rom überführt wurde, und die ägyptischen Götter Isis und Sarapis. Die Ausübung der Kulte konnte auch zu Problemen führen, wie der Bacchanalienskandal 186 v. Chr. zeigt. In der Kaiserzeit traten weitere Götter hinzu, z. B. der aus dem Iran stammende Mithras – im 4. Jh. Konkurrent des Christentums – oder der beim Heer beliebte Iuppiter Dolichenus. Die Lektüre der einschlägigen Texte und die Berücksichtigung der Inschriften sowie der archäologischen Evidenz vermitteln einen Einblick in die Welt der orientalischen Religionen im Imperium Romanum. 

 

Einführende Literatur:

  • Manfred Clauss, Mithras. Kult und Mysterium, Darmstadt 2012.
  • Robert Turcan, The cults of the Roman Empire (The ancient world), Oxford 1996 (frz. Original „Les cultes orientaux dans le monde Romain“, Paris 20043).
  • Marteen J. Vermaseren (Hg.), Die orientalischen Religionen im Römerreich (ÉPRO93), Leiden 1981.

Hauptseminare

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Griechen und die Lyder  

Freitag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Im 7. und 6. Jh. v. Chr. dominierte das Lyderreich unter der Mermnadendynastie weite Teile Westkleinasiens, an dessen Küsten sie mit der griechischen Welt in Kontakt traten. Von der Faszination der Griechen mit der kleinasiatischen Zivilisation zeugen die zahlreichen Spuren, die die Lyder in der griechischen Literatur hinterlassen haben, zu denen insbesondere der sogenannte Lyder-Logos im Werk des Herodot gehört; es ist die Darstellung des Königs Krösus durch Herodot, die ersteren untrennbar mit unzählbarem Reichtum verbunden hat. Im Mittelpunkt des Seminars sollen die Kontakte zwischen den Griechen und den Lydern und insbesondere die Darstellung der Lyder in den griechischen Quellen stehen; dazu wird eine eingehende Auseinandersetzung mit Herodot sowie mit den übrigen zentralen Zeugen notwendig sein.

 

Einführende Literatur: 

  • David Asheri et al. A Commentary on Herodotus I-IV, Oxford 2007.  
  • Annick Payne; Jorit Wintjes, Lords of Asia Minor: An Introduction to the Lydians, Wiesbaden 2016.

Hinweis: Anmeldung über sb@Home!

Achtung: Am 27.10.2017 sowie am 12.01.2018 findet die Veranstaltung ausnahmsweise in der Residenz in Raum 3.36 (Bibiliothek) statt, an allen anderen Terminen in der Residenz in Raum 3.37!

Dr. Maria Osmers: Das römische Reich unter Caligula und Claudius 

Dienstag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Während Caligula (3741 n. Chr.) schon von römischen Autoren als Scheusal und Tyrann gezeichnet wurde und auch noch heute als typisches Beispiel eines „verrückten Kaisers“ gilt, wurde und wird Kaiser Claudius (4154 n. Chr.) von antiken und modernen Beobachtern häufig als willensschwacher, kränklicher und wenig selbstständiger Herrscher beschrieben, der sich schon aufgrund seiner körperlichen Erscheinung nicht für sein Amt eignete. Im Sinne der jüngeren Forschung, die die stereotypen Zeichnungen beider Kaiser hinterfragt, sollen in diesem Seminar differenziertere Bilder von Caligula und Claudius entworfen werden. Welchen Problemen und Herausforderungen mussten sich beide Kaiser stellen? Wie reagierten sie auf diese, welche Problemfelder kamen auf? Inwiefern standen sie in der Tradition der julisch-claudischen Dynastie und welche Neuerungen und Innovationen brachten sie auf den Weg?

 

Einführende Literatur:

  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.
  • Manfred Clauss (Hrsg.), Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997.
  • Werner Dahlheim, Geschichte der römischen Kaiserzeit (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 3), München 20033 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].  
  • Barbara Levick, Claudius, London 1990.
  • Aloys Winterling, Caligula. Eine Biografie, München 2003.

Hinweis: Anmeldung über sb@Home! 

Wissenschaftliche Übungen

PD Dr. Jorit Wintjes

Dienstag 1416 Uhr – Seminar für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Inschriften zählen zu den wichtigsten nichtliterarischen Quellenzeugnissen, und erlauben unterschiedlichste Einblicke in die Ereignis-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte der Griechen und Römer. Die Übung stellt die wichtigsten Arbeitsmittel des Epigraphikers vor und führt anhand ausgewählter Beispiele in die lateinische Epigraphik ein.

Einführende Literatur:

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Oberseminar zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.31 (Residenz)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um eine persönliche Anmeldung in meiner Sprechstunde.

Dr. Johann Martin Thesz:  Lektüreübung Zosimos

Dienstag 1416 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

 

Das Geschichtswerk des Zosimos stellt für die Jahre 378 bis 410 eine unserer wichtigsten Quellen dar. Allerdings schildert Zosimos, der sein Werk um 500 verfasst hat, Ereignisse, die zu seiner Zeit bereits weit zurücklagen. Für seinen Bericht greift er auf die nur fragmentarisch erhaltenen Geschichtswerke des Eunapios und Olympiodoros zurück. Das Werk stellt aber trotz dieser Abhängigkeitsverhältnisse keine bloße Kompilation dar. Zosimos bietet nämlich eine eigenständige Interpretation der Geschichte, die den Untergang Roms aus der Christianisierung des Reiches und der damit einhergehenden Vernachlässigung paganer Kulte heraus erklärt. Seine ‚Geschichte der neueren Zeit‘ bildet somit einen Gegenentwurf zur christlichen Geschichtsdeutung, wie sie bei den Kirchenhistorikern zu greifen ist. Auf der Grundlage einer gemeinsamen Lektüre des Textes wollen wir der Frage nachgehen, welchen Quellenwert das Werk des Zosimos in seinen einzelnen Teilen besitzt. Angemessene Griechischkenntnisse etwa im Umfang des Graecums werden vorausgesetzt.

Textgrundlage: Zosime, Histoire nouvelle. Texte établi et traduit par François Paschoud, 3 Bde. (5 Teilbde.), Paris 1971–1989.

Literatur:

  • Mischa Meier, Zosimos, in: DNP 12/2, 2002, Sp. 843–845
  • François Paschoud, Zosimos (8), in: RE 10 A, 1972, Sp. 795–841

Hinweis: Griechischkenntnisse werden vorausgesetzt!

Sonstige Übungen

Dr. Maria Osmers: Begleitveranstaltung zum Praxismodul Geschichte (Blockveranstaltung)

Montag, der 23.10.2017, von 18–20 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Die Veranstaltung findet geblockt statt; die Seminarinhalte bzw. Referatsthemen werden in der vorbereitenden Sitzung am Montag, dem 23.10. von 1820 Uhr (erste Veranstaltungswoche) abgestimmt. Die Blockveranstaltungen finden voraussichtlich Ende Januar 2018 statt, die Termine werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Staatsexamenskurs Alte Geschichte (Blockveranstaltung)

Freitag, der 27.10.2017, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz);

Freitag, der 08.12.2017, von 08–13 Uhr, Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude, Hörsaal 0.002 (Hubland Süd);

Freitag, der 12.01.2018, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz).

Ziel des Kurses ist es, auf die Situation der schriftlichen Staatsexamensprüfung im vertieft studierten Fach wie im Unterrichtsfach vorzubereiten. In einem ersten Block sprechen wir über angemessene Lernstrategien, die Auswahl geeigneter Lehrveranstaltungen und Literatur, über das Anforderungsprofil der Staatsexamensklausur, über eine adäquate Themenwahl in der Klausur selbst und über ein zielführendes Zeitmanagement. Im zweiten Block schreiben die Teilnehmer eine Klausur, und zwar unter Echtzeitbedingungen 8–12 bzw. 13 Uhr. Ich korrigiere die Übungsklausuren, und in einem dritten Block sprechen wir über das, was gut gelaufen ist und was weniger gut. Der Kurs bietet keinen inhaltlichen Durchgang durch die griechisch-römische Geschichte – dafür sind Vorlesungen, Grundkurs und eigene Lektüre da –, und natürlich gibt er keine Hinweise auf zukünftige Themen. Sehr wohl aber soll er Ängste und Unsicherheiten vor einer fünf- bzw. vierstündigen, sehr wichtigen Klausur abbauen. 

Seminare - Digital Humanities 

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.36 (Residenz)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über Geschichte und Bedeutung von Konfliktsimulationen; dann werden anhand von konkreten Beispielen einzelne, zentrale Probleme der Erstellung von Konfliktsimulationen genauer in den Blick genommen.

 

Einführende Literatur:

  • P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

Materialien zum Download:

Materialien_Konfliktsimulation

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Politik- und Konfliktsimulationen in Theorie und Praxis

Mittwoch 0810 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Bei der Simulation politischer Entscheidungsprozesse und militärischer Konflikte handelt es sich um ein wichtiges Instrument, das seit mehr als einem Jahrhundert zur Vorbereitung politischer und militärischer Entscheidungen eingesetzt wird. Daneben kann die Simulation auch ein wichtiges Analyseinstrument für Vorgänge aus der Vergangenheit darstellen, das Einblicke in Zusammenhänge ermöglicht, die sich mit herkömmlichen Ansätzen nur schwer erhellen lassen. Ziel des Seminars ist die Auseinandersetzung mit den bei der Entwicklung einer Simulation entstehenden Problemen; hierzu wird von den Seminarteilnehmern eine Simulation erstellt und auf ihre Leistungsfähigkeit hin erprobt. Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des Hackathon 2017.

 

Einführende Literatur:

  • Fotis Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, 147-161 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].

>> zurück zur Übersicht 

Sommersemester 2017