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Intern
Institut für Geschichte

Vorschau

Sommersemester 2023/24

Vorlesungszeit: Beginn am 29.04.2024 (18. KW)

 

 

 
Zeit

 
Montag

 
Dienstag

 
Mittwoch                     


 Donnerstag

 
Freitag

08.00 bis
10.00 Uhr

 

 

Wintjes          Seminar  Historische Simulation – Erstellung
(3.37)

 

 

Kreis           Übung   (26.04., 03.05., 31.05.) jeweils von 8-12 Uhr
(3.37)

10.00 bis
12.00 Uhr

Pfeilschifter Proseminar Thukydides
(3.37)

Pfeilschifter Hauptseminar Die Polis in hellenistischer Zeit
(3.37)

Wintjes         Grundkurs Grundkurs zur Alten Geschichte
(HS 2 Hubland)

Pfeilschifter  Theorie u. Methode     Sulpicius Severus, Vita sancti Martini               (3.37)

 

 

12.00 bis
14.00 Uhr

 

Osmers    Proseminar           Rom und die Juden
(3.37)

Osmers Hauptseminar         Aufstieg Makedoniens
(3.37)

Heller      Proseminar Mithridates VI. (3.37) 

 

14.00 bis
16.00 Uhr

 

Wintjes                Übung                            Soldatenfrauen   (3.37)

      Osmers

Theorie u. Methode Antike in digitalen Medien              (3.37)

 

          

16.00 bis 18.00 Uhr

 

Pfeilschifter Proseminar         Kaiser Claudius
(3.37)

Wintjes           Seminar      Einführung in die Konfliktsimulation
(3.36)

Wintjes     Vorlesung              Die Severer
(HS 2 Hubland)

 

Heller        Proseminar             Kaiser Trajan
(3.37)  

 

18.00 bis 20.00 Uhr

 

Pfeilschifter    Oberseminar zur Alten Geschichte Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten
(3.31)

     

 

  

Vorlesung

Prof. Dr. Jorit Wintjes: Die Severer

Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr, Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Die von Septimius Severus begründete Dynastie der Severer bildet den Abschluß der hohen Kaiserzeit. Die Vorlesung gibt einen Überblick über das sogenannte zweite Vierkaiserjahr, die Regierungszeit des Septimius Severus und seiner Nachfolger bis zum Tod des letzten Severers, Severus Alexander, im Jahre 235.

Einführende Literatur:

  • Anthony R. Birley, Septimius Severus. The African Emperor, London 1988.
  • Brian Campbell, The Severan dynasty, in: Alan K. Bowman et al. (ed.), The Cambridge Ancient History 12: The Crisis of Empire, A.D. 193–337, Cambridge 2005, 1-27.
  • Michael Grant, The Severans. The changed Roman empire, London 1996.

 

Grundkurs

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr , Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2018².

 

Proseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Thukydides

Montag, von 10 bis 12 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Thukydides beschrieb in seinem Geschichtswerk den Peloponnesischen Krieg, die Auseinandersetzung zwischen Sparta und seiner Heimatstadt Athen, die weite Teile der Mittelmeerwelt in Mitleidenschaft zog (431-404 v. Chr.). Im Mittelpunkt des Seminars steht weniger der Krieg als die Methode, mit der er dargestellt wird. Denn Thukydides war zwar nicht der erste Historiker, aber er begründete die kritische Geschichtsschreibung. Er bemühte sich darum, alle verfügbaren Quellen heranzuziehen, sie sorgfältig miteinander zu vergleichen und so der historischen Wahrheit auf den Grund zu kommen. In vielem kann er somit dem heutigen Historiker als Vorbild dienen, aber es gilt auch die deutlichen Unterschiede herauszuarbeiten, welche die moderne Geschichtsschreibung von der Thukydideischen trennen. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Textgrundlage:

  • Thukydides, Der Peloponnesische Krieg. Übersetzt und herausgegeben von Helmuth Vretska und Werner Rinner (Universal-Bibliothek 1808), Stuttgart 2000.

Einführende Literatur:

  • Holger Sonnabend, Thukydides (Studienbücher Antike 13), Hildesheim u. a. 2004.
  • Simon Hornblower, A Commentary on Thucydides, 3 Bde., Oxford 1991-2008.
  • Raimund Schulz / Uwe Walter, Griechische Geschichte ca. 800–322 v. Chr, 2 Bde. (Grundriss der Geschichte 50), Berlin u. a. 2022 [im Campusnetz].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.

 

Prof Dr. Rene Pfeilschifter: Kaiser Claudius

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Noch das annehmbarste an Claudius’ Herrschaft (41-54 n. Chr.) war für die antiken Schriftsteller, daß sein Vorgänger Caligula hieß und sein Nachfolger Nero – zwei Scheusale auf dem Thron, hinter deren Exzessen Claudius weit zurückblieb. Ansonsten gab es nicht viel Gutes zu sagen: Der Kaiser kam schon äußerlich als Jammergestalt daher, er war freßsüchtig, wankelmütig, leicht lenkbar von Ex-Sklaven und Frauen und zu allem Überfluß ein verschrobener Büchernarr. In der Moderne hat man unterschiedlich über ihn geurteilt, und es hat auch am Vorwurf des Antisemitismus nicht gefehlt. Insgesamt hat sich aber eine positivere Meinung über ihn durchgesetzt. Eine Auseinandersetzung mit ausgewählten Aspekten seiner Regierungszeit soll dazu anleiten, sich ein eigenes Urteil über Claudius zu bilden. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur: 

  • Wilhelm Kierdorf, Claudius 41-54, in: Manfred Clauss (Hrsg.), Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997, 67-76.
  • Barbara Levick, Claudius, London 1990.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20096.

 

PD Dr. Maria Osmers: Rom und die Juden

Dienstag, von 12 bis 14 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Das Verhältnis zwischen Rom und den Juden war in der Antike durchaus ambivalent: Mal gab es intensive Kontakte und beidseitige Zugeständnisse – etwa zwischen Augustus und Herodes. Mal war die Beziehung konfliktreich; diese Konflikte eskalierten schließlich in den Aufstände im Jüdischen Krieg (66-79 n. Chr) und unter Bar Kochba (132-135 n. Chr.). Im Seminar wollen wir das Verhältnis zwischen Rom und den Juden ab der Eroberung Jerusalems durch Pompeius im Jahre 63 v. Chr. bis zur Zerstörung der Stadt im Jahre 135 n. Chr. nachvollziehen. Dabei wollen wir uns sowohl den römischen Strategien der Herrschaftssicherung in Judaea zuwenden als auch der Frage, warum ein so großes Konfliktpotential zwischen Juden und Nicht-Juden bestand. Hierbei sollen auch die Zentren des Diaspora-Judentums in den Blick genommen werden. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Ernst Baltrusch, Die Juden und das Römische Reich. Geschichte einer konfliktreichen Beziehung, Darmstadt 2002.
  • Klaus Bringmann, Geschichte der Juden im Altertum, Stuttgart 2005.
  • Martin Goodman, Jews in a Graeco-Roman world, Oxford 1998.
  • Martin Goodman, Rome and Jerusalem. The Clash of Ancient Civilizations, London 2007.
  • Peter Schäfer, Geschichte der Juden in der Antike, Tübingen 2010².

 

PD Dr. André Heller: Mithdridates VI. von Pontos und seine Zeit

Donnerstag, von 12 bis 14 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Ab 133 v. Chr. war das westliche Kleinasien als römische Provinz Asia organisiert, von wo aus Rom seinen Einfluss immer weiter nach Osten ausdehnte. Doch in den späten 90er-Jahren erwuchs der römischen Republik im König von Pontos ein mächtiger Widersacher: Mithridates VI. der Große. Dieser agierte gegen Rom mit äußerster Brutalität, aber auch einer geschickten Freiheitspropaganda und stellte sich in die ideelle Nachfolge Alexanders des Großen. In drei Kriegen konnte ihn die römische Republik niederringen und vertreiben, was am Ende zur Neuordnung des Ostens durch Pompeius führte. Das Seminar will sich anhand der Quellen und Sekundärliteratur diesem faszinierenden König, der Rom als Letzter die Vorherrschaft streitig zu machen suchte, kritisch nähern. Der Zeitraum bietet auch die Gelegenheit, einen Blick auf die „Krise der römischen Republik“ sowie die römische Verwaltungs- und Steuerpraxis in den Provinzen zu werfen. Daneben führt das Seminar allgemein in Methoden und Arbeitsinstrumente der Alten Geschichte ein; außerdem werden Techniken zum korrekten Abfassen einer Wissenschaftlichen Hausarbeit vermittelt.

Einführende Literatur:

  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20138.
  • Adrienne Mayor, Pontisches Gift. Die Legende von Mithridates, Roms größtem Feind, Stuttgart 2011 (= The Poison King. The Life and Legend of Mithradates, Rome’s Deadliest Enemy, Princeton/Oxford 2009).
  • Brian McGing, The Foreign Policy of Mithridates VI Eupator, King of Pontus, Leiden 1986.
  • Christian Meier, Res publica amissa. Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Stuttgart 20174.
  • Duane Roller, Empire of the Black Sea. The Rise and Fall of the Mithridatic World, Oxford/New York 2020.

 

PD Dr. André Heller: Kaiser Trajan

Donnerstag, von 16 bis 18 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Von 98 bis 117 n. Chr. herrschte Trajan als Kaiser über das Römische Reich. Er eroberte Dakien und führte einen verlustreichen Krieg gegen die Parther im Osten, was kurzzeitig zur größten territorialen Erstreckung des Imperiums führte. Den Zeitgenossen und auch späteren Generationen galt er als bester Kaiser (optimus princeps) überhaupt – auf einer Ebene mit Augustus. Die reiche Kriegsbeute ermöglichte ihm u. a. die prächtige Ausschmückung der Stadt Rom und ein „Sozialprogramm“ für Italien. Das Seminar will die Regierungszeit des zweiten „Adoptivkaisers“ anhand der Quellen und Forschungsliteratur kritisch beleuchten und in die Reichsgeschichte einordnen. Zu fragen ist insbesondere, ob Trajans Kriege die Ressourcen des Reiches überforderten und woher sein bis heute positives Bild rührt. Wie passt die eher dürftige Quellenlage zu Tacitus’ Diktum, man dürfe unter Trajan „denken, was man will, und sagen, was man denkt“? Daneben führt das Seminar allgemein in Methoden und Arbeitsinstrumente der Alten Geschichte ein; außerdem werden Techniken zum korrekten Abfassen einer Wissenschaftlichen Hausarbeit vermittelt.

Einführende Literatur:

  • Julian Bennett, Trajan. Optimus Princeps. A Life and Times, London 20012.
  • Annette Nünnerich-Asmus (Hrsg.), Traian. Ein Kaiser der Superlative am Beginn einer Umbruchzeit?, Mainz 2002.
  • Olivar Schipp, Die Adoptivkaiser. Nerva, Trajan, Hadrian, Antoninus Pius, Marc Aurel, Lucius Verus und Commodus, Darmstadt 2011.
  • Gunnar Seelentag, Taten und Tugenden Traians. Herrschaftsdarstellung im Principat, Stuttgart 2004.
  • Karl Strobel, Kaiser Traian. Eine Epoche der Weltgeschichte. Regensburg 20192.

  

  

Hauptseminare - Ausgewählte Probleme der Alten Geschichte

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Die Polis in hellenistischer Zeit

Dienstag, von 10 bis 12 Uhr,  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Dem 19. Jahrhundert galt die Schlacht von Chaironeia als Todesstunde der griechischen Stadt, mit der Monarchie Philipps und Alexanders war die Geschichte der Polis zu Ende. Dieses Urteil war von einem auf die Außenpolitik verengten Blick bestimmt. Inzwischen hat sich längst die Erkenntnis durchgesetzt, daß die Welt der meisten Griechen auch vom dritten bis zum ersten Jahrhundert v. Chr. (und darüber hinaus) von den Institutionen, den Lebensformen und der Kultur des Stadtstaates geprägt war. Ja mehr noch, die Polis erreichte, was die Dichte des öffentlichen Lebens und die Partizipation der Bürger betraf, im Hellenismus erst ihren Höhepunkt. Und nach außen hin verloren die Poleis zwar an Bewegungsfreiheit, aber immer wieder sahen sich die Nachfolger Alexanders gezwungen, Freiheit und Autonomie der Städte anzuerkennen, oft in Worten, durchaus aber auch in Taten. Im Seminar wollen wir uns mit der inneren Ordnung wie mit den äußeren Anfechtungen der Poleis beschäftigen, vor allem durch Auswertung der zahlreichen Inschriften.

Einführende Literatur:

  • Peter Franz Mittag, Geschichte des Hellenismus (Grundriss der Geschichte 51), Berlin u. a. 2023 [im Campusnetz].
  • Erich S. Gruen, The Polis in the Hellenistic World, in: Ralph M. Rosen / Joseph Farrell (Hrsgg.), Nomodeiktes. Greek Studies in Honor of Martin Ostwald, Ann Arbor 1993, 339-354.
  • Alfred Heuß, Stadt und Herrscher des Hellenismus in ihren staats- und völkerrechtlichen Beziehungen (Klio Beiheft 39), Aalen 19632.
  • Christian Mann / Peter Scholz (Hrsgg.), „Demokratie“ im Hellenismus. Von der Herrschaft des Volkes zur Herrschaft der Honoratioren? (Die helle­nisti­sche Polis als Lebens­form 2), Mainz 2012.

 

PD Dr. Maria Osmers:  Der Aufstieg Makedoniens

Mittwoch, von 12 bis 14 Uhr,  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Das Königreich Makedonien spielte in der griechischen Geschichte lange eine untergeordnete Rolle und stand in seiner Bedeutung weit hinter anderen Akteuren – wie Athen, Sparta oder Theben – zurück. Dies änderte sich in der zweiten Hälfte des 4. Jh. v. Chr., als Makedonien unter Philipp II. einen eindrucksvollen Aufstieg hinlegte und große Teile der griechischen Welt unter seine Kontrolle brachte. In dem Seminar wollen wir uns dieser Phase der makedonischen Geschichte zuwenden und die Gründe für den makedonischen Aufstieg nachvollziehen. Dabei werden wir einerseits einen Blick auf die Rahmenbedingen werfen, die außerhalb Makedoniens in der griechischen Welt herrschten. Andererseits werden wir die Verhältnisse in dem Königreich selbst rekonstruieren und die Veränderungen nachzeichnen, die sich im 4. Jh. v. Chr. vollzogen.

Literatur:

  • Malcolm Errington, Geschichte Makedoniens, München 1986.
  • Nicholas G. L. Hammond, A History of Macedonia, 3 Bde., Oxford 1972-88.
  • Miltiades B. Hatzopoulos, Ancient Macedonia, Berlin 2021.
  • Waldemar Heckel u. a. (Hrsg.), Lexicon of Argead Makedonia, Berlin 2020.
  • Sabine Müller, Die Argeaden, Paderborn 2016.  

 

  

Oberseminar

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Oberseminar zur Alten Geschichte

Dienstag, von 18 bis 20 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz, Raum 3.31 (Dienstzimmer)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

 

 

Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Sulpicius Severus, Vita sancti Martini

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Auch wer dem Christentum fernsteht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal der Geschichte des Martin von Tours begegnet, der seinen Mantel teilte, um einem Bettler in bitterer Kälte zu helfen. Überliefert ist sie bei Sulpicius Severus, der noch zu Lebzeiten seines Helden, also im späten vierten Jahrhundert, die erste lateinische Vita eines Asketen schuf – so wie Martin der erste (berühmte) Asket im Westen des Reiches war. Mehr noch als ein normaler Biograph ist ein Hagiograph immer auf der Seite seines Protagonisten, ist es doch sein Ziel, dessen Gottbegnadetheit in jeder Situation zu beweisen. Fehlen andere Dokumente – dies ist bei Martin der Fall –, wird die Quellenkritik für den Historiker eine schwierige Sache. Wunder lassen sich noch leicht abtun, aber wie verhält es sich mit der Weigerung des Soldaten Martin zu kämpfen oder mit seinem Widerstreben gegen die Wahl zum Bischof? In der Übung lesen und übersetzen wir den Text und versuchen methodische Regeln für die Beurteilung des Quellenwerts aufzustellen. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters Kenntnisse der religiösen Situation des vierten Jahrhunderts, dann zu jeder Stunde umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur – und natürlich Freude an der Diskussion. Gute Lateinkenntnisse, die deutlich über das Eingangsniveau hinausgehen, setze ich voraus.

Textgrundlage:

  • Sulpice Sévère, Vie de saint Martin. Introduction, texte et traduction. Commentaire et index par Jacques Fontaine, 3 Bde. (Sources Chrétiennes 133-135), Paris 1967-1969.

Einführende Literatur:

  • Sulpicius Severus, Vita sancti Martini. Das Leben des heiligen Martin. Lateinisch/Deutsch. Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort von Gerlinde Huber-Rebenich (Reclams Universal-Bibliothek 18780), Stuttgart 2010.
  • Clare Stancliffe, St. Martin and his Hagiographer. History and Miracle in Sulpicius Severus, Oxford 1983.
  • Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie (Das lateinische Mittelalter), Darmstadt 1994.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 20172.

 

PD Dr. Maria Osmers: Die Antike in den digitalen Medien

Mittwoch, von 14 bis 16 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Die Antike ist in den digitalen Medien durchaus präsent: In Videospielen reisen wir ins klassische Athen oder nach Rom, YouTube-Videos diskutieren und vergleichen die Qualitäten antiker Herrscher oder analysieren die Taktiken einzelner Feldherren. Auch Streaming-Dienste wie Netflix produzieren immer wieder Serien oder Dokumentationen zu einzelnen althistorischen Themen. Dies alles prägt unser Bild der Antike nachhaltig.

In der Übung wollen wir uns gemeinsam mit ausgewählten Beispielen beschäftigen und erarbeiten, wie die Antike im Einzelnen dargestellt wird und welche Vorurteile oder Bedürfnisse in der Gegenwart dabei bedient werden. In diesem Zusammenhang werden wir auch prüfen, inwiefern die Bilder, die in den digitalen Medien kursieren, auf antiken Quellen aufbauen und welchen Einfluss wissenschaftliche Erkenntnisse auf die Präsentation der Gegenstände haben.

Einführende Literatur:

  • Mélanie Bost‐Fiévet u. a., L’Antiquité dans l’imaginaire contemporain: Fantasy, science fiction, fantastique, Paris 2014.
  • Monica S. Cyrino; Meredith E. Safran (Hrsgg.), Classical Myth on Screen, New York 2015.
  • Michael Kleu (Hrsg.), Antikenrezeption in der Science Fiction, Essen 2019.
  • Brett M. Rogers; Benjamin E. Stevens (Hrsgg.), Classical Traditions in Science Fiction, Oxford/New York 2015.
  • Christian Rollinger (Hrsg.), Classical Antiquity in Video Games: Playing with the Ancient World, London u.a. 2019.

  

Historische Grundwissenschaften

Prof. Dr. Jorit Wintjes: Soldatenfrauen, Militärfamilien und Zivilangehörige der römischen Armee in ihren Inschriften

Dienstag, von 14 bis 16 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Gewöhnlich wird die römische Armee der frühen und hohen Kaiserzeit mit ihren Fähigkeiten auf dem Gefechtsfeld in Verbindung gebracht; die erste Assoziation dürfte der Legionär sein, ein schwerbewaffneter Fußsoldat. Tatsächlich machte der Kampfeinsatz aber nur einen kleinen Teil der lebensweltlichen Realität der römischen Armee aus; den weitaus größten Teil seiner Dienstzeit verbrachte ein römischer Soldat an seinem Garnisonsstandort. Dieser war nicht nur von Soldaten, sondern auch von ihren Angehörigen sowie den Zivilangehörigen seiner Einheit geprägt. Diese treten im epigraphischen Befund in unterschiedlicher Deutlichkeit zu Tage; der Kurs hat das Ziel, diese gewöhnlich vergleichsweise wenig beachteten Personengruppen näher zu beleuchten. Gleichzeitig stellt der Kurs die wichtigsten Arbeitsmittel des Epigraphikers vor und führt anhand ausgewählter Beispiele in die lateinische Epigraphik ein. Gute Lateinkenntnisse werden vorausgesetzt.

Einführende Literatur: 

  • Lawrence J. Keppie, Understanding Roman Inscriptions, Baltimore 1991.

 

Digital Humanities

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.36

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War. Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Historische Simulation – Erstellung

Mittwoch, von 8 bis 10 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

Das Seminar führt in die Erstellung einer historischen Simulation ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War. Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

  

Florian Kreis: Wissenschaftliches Arbeiten

Freitag, 26.04., 03.05., 24.05., 31.05., von 8 bis 12 Uhr, Residenz (Südflügel), Raum 3.37

In der Lehrveranstaltung wird an ausgewählten Beispielen in die Methodik des Faches Geschichte eingeführt. Dabei werden die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens und die Präsentation von Arbeitsergebnissen behandelt. Der Kurs richtet sich insbesondere an Studenten des ersten Semesters. Lehramtsstudenten können sich den Kurs für den freien Bereich anrechnen lassen.