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Institut für Geschichte

Tagung 2023

“Das schwere Erbe des 20. Jahrhunderts. Die transnationale Aufarbeitung der iberoamerikanischen Diktaturen“

 

5. Oktober 2023, 14-19:30 Uhr + 6. Oktober 2023, 9-13 Uhr, Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude (Z6), Raum 2.013, Am Hubland, Würzburg

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts trat der iberoamerikanische Raum gleich zweimal als Pionierzone internationaler Entwicklungen in Erscheinung. Zunächst entfesselte die Nelkenrevolution in Portugal am 25. April 1974 die „dritte Welle der Demokratisierung“ (Samuel Huntington). Die demokratische Transición Spaniens nach dem Tod von Langzeit-Diktator Francisco Franco 1975 markierte ein weiteres Kapitel innerhalb dieser Entwicklung. Gut zwei Jahrzehnte später, am 16. Oktober 1998, löste dann die Verhaftung des ehemaligen chilenischen Diktators Augusto Pinochet durch einen spanischen Ermittlungsrichter eine internationale Debatte über Strafverfolgung von Völkerstraftaten aus. In Lateinamerika löste der „Pinochet-Effekt“ gar eine „Justizkaskade“ (Kathryn Sikkink) aus. So wurden in den 2000er-Jahren in Argentinien die Gerichtsurteile gegen Verbrechen der Militärjunta verschärft, während in Brasilien 2011 eine Wahrheitskommission eingesetzt wurde, die allerdings keine unmittelbaren rechtlichen Folgen für die amnestierten Täter der Militärdiktatur nach sich zog.

Die Tagung „Das schwere Erbe des 20. Jahrhunderts. Die transnationale Aufarbeitung der iberoamerikanischen Diktaturen“ am Lehrstuhl für Neueste Geschichte der Universität Würzburg konzentriert sich auf nationale und regionale Aufarbeitungsprozesse in Portugal, Spanien, Argentinien, Brasilien und Chile und zeigt auf, wie diese Prozesse durch transnationalen Transfer neue Phänomene der Transitional Justice zeitigten.

Tagungsprogramm

Tagungsbericht