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Deutsch Intern
Institut für Geschichte

Sommersemester 2020

Vorlesung

PD Dr. Felix Maier:  Homer

Mittwoch, von 14 bis 16 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 4 (Hubland Süd)

Die beiden Epen Homers, Ilias und Odyssee, sind zwei faszinierende Texte, die aufgrund ihrer literturgeschichtlichen Bedeutung herausragen, aber auch eine eminent wichtige historische Quelle für die Zeit von ca. 1200 bis 700 v. Chr. darstellen. In dem Seminar stehen neben der inhaltlichen Erschließung der beiden Werke vor allem folgende Aspekte im Vordergrund: Die homerische Frage, die homerische Gesellschaft, Sprache und narrative Kompositionstechnik, Götter- und Menschenbild, Rezeption. Obwohl sich diese Vorlesung vor allem an Historiker wendet, ist sie auch für Studierende anderer Fächer wie der Klassischen Philologie oder der modernen Philologien als Einführung in diesen Bestseller der Weltliteratur geeignet.

Einführende Literatur:

Schaffen Sie sich unbedingt eine deutsche Übersetzung beider Werke an (oder einen zweisprachigen Text, sofern sie Griechisch können), z.B. Ilias, übers. v. W. Schadewaldt, Odyssee: übers. v. W. Schadewaldt oder K. Steinmann. Weitere Literatur wird dann während der Veranstaltung vorgestellt und bekanntgegeben.

 

  

Grundkurs

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2018²

  

Proseminare

Das Seminar vermittelt allgemeine Kenntnisse zur Alten Geschichte, bietet anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über die fachspezifischen Hilfsmittel und Methoden der Alten Geschichte und zeigt die Interdependenzen mit anderen geisteswissenschaftlichen Teildisziplinen auf.

  

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Kaiser Claudius

Montag, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Noch das annehmbarste an Claudius’ Herrschaft (41-54 n. Chr.) war für die antiken Schriftsteller, daß sein Vorgänger Caligula hieß und sein Nachfolger Nero – zwei Scheusale auf dem Thron, hinter deren Exzessen Claudius weit zurückblieb. Ansonsten gab es nicht viel Gutes zu sagen: Der Kaiser kam schon äußerlich als Jammergestalt daher, er war freßsüchtig, wankelmütig, leicht lenkbar von Ex-Sklaven und Frauen und zu allem Überfluß ein verschrobener Büchernarr. In der Moderne hat man unterschiedlich über ihn geurteilt, und es hat auch am Vorwurf des Antisemitismus nicht gefehlt. Insgesamt hat sich aber eine positivere Meinung über ihn durchgesetzt. Eine Auseinandersetzung mit ausgewählten Aspekten seiner Regierungszeit soll dazu anleiten, sich ein eigenes Urteil über Claudius zu bilden. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Wilhelm Kierdorf, Claudius 41-54, in: Manfred Clauss (Hrsg.), Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997, 67-76
  • Barbara Levick, Claudius, London 1990
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014
  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20096

   

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Die Sizilische Expedition

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Ein Hilferuf einer befreundeten Stadt auf Sizilien veranlaßte die Athener 415 v. Chr. dazu, eine gewaltige Kriegsflotte auszurüsten. Diese sollte die gemeinsamen Feinde, vor allem Syrakus, bezwingen und so deren Vereinigung mit Sparta vereiteln, das die athenische Stellung vernichten wollte. Vernichtet wurde dann aber die athenische Flotte, eine der größten Katastrophen der antiken Kriegsführung, die den Niedergang der athenischen Großmacht einläutete. So bewirkte die Sizilische Expedition genau das, was sie verhindern wollte. Die Spartaner hatten nämlich Athen keineswegs nach der Herrschaft getrachtet, erst dessen Machtdemonstration in Sizilien trieb sie dazu. So stellt das Flottendebakel vor Syrakus das klassische Beispiel aus der Antike für Argwohn und Hybris einer Großmacht dar – eine unheilvolle, aber gar nicht so seltene Kombination in der Weltgeschichte. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Quellengrundlage: Thukydides, Der Peloponnesische Krieg. Übersetzt und herausgegeben von Helmuth Vretska und Werner Rinner (Universal-Bibliothek 1808), Stuttgart 2000 [für 18,80 € in jeder Buchhandlung erhältlich]

Einführende Literatur:

  • Bruno Bleckmann, Der Peloponnesische Krieg (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2391), München 2007
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999
  • Donald Kagan, The Peace of Nicias and the Sicilian Expedition, Ithaca u. a. 1981
  • Holger Sonnabend, Thukydides (Studienbücher Antike 13), Hildesheim u. a. 2004

 

   

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Vespasian - der neue Augustus?

Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Aus dem Chaos des Vierkaiserjahres ging mit Vespasian der Begründer der Flavierdynastie als neuer Kaiser hervor. Die Aufgaben, vor denen er im Herbst des Jahres 69 stand, waren gewaltig: das Reich hatte nicht nur durch einen viele Monate dauernden Bürgerkrieg hinter sich, im Rahmen dessen es zu erheblichen Kampfhandlungen gekommen war, auch in Rom selbst war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und sogar zum Brand des Kapitols gekommen; dazu hatten die militärischen Anstrengungen des Vierkaiserjahres die kaiserliche Schatulle stark beansprucht, und Vespasian fehlte - abgesehen von seinem Sieg im Bürgerkrieg - jede dynastische Legitimation. Trotzdem gelang es ihm innerhalb weniger Jahre, seine Herrschaft so zu festigen, daß bei seinem Tod im Jahr 79 die Übernahme der Herrschaft durch seinen Sohn Titus völlig außer Frage stand. Im Mittelpunkt des Seminars stehen die verschiedenen Maßnahmen, mit denen Vespasian seine Herrschaft  konsolidierte. Daneben führt das Seminar allgemein in Methoden und Arbeitsinstrumente der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur: 

  • Barbara Levick, Vespasian, Oxford 1997
  • Miriam Griffin, The Flavians, in: A.K. Bowman et al. (ed.), The High Empire, A. D. 70–192. Cambridge 2000, 1–83 [im Uninetz verfügbar]
  • Stefan Pfeiffer, Die Zeit der Flavier. Vespasian, Titus, Domitian, Darmstadt 2009

 

   

Adrian Erben: Antiocheia in der Spätantike

Freitag, von 8 bis 10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Antiocheia war der Sitz des Statthalters der Provinz Syria und die bedeutendste Großstadt im Osten des Imperium Romanum: Als ehemalige Hauptstadt des Seleukidenreichs war sie seit der Eingliederung in das Römische Reich durch Cn. Pompeius nicht nur ein zentraler Handelsknotenpunkt, sondern fungierte auch als Residenzstadt für Kaiser oder Angehörige der kaiserlichen Familie, wenn Feldzüge an der östlichen Reichsgrenze durchgeführt wurden. Die Veranstaltung wird sich insbesondere der spätantiken Periode Antiocheias widmen. Die Spätantike stellte ein Zeitalter der Transformation dar – neben zunehmenden außenpolitischen Herausforderungen markierte auf der imperialen Ebene vor allem der rapide Aufstieg des Christentums eine Zäsur. Der Fokus des Seminars wird auf ausgewählten Schlüsselereignissen der Stadtgeschichte, der Entwicklung der Beziehungen zur imperialen Repräsentanz und verschiedenen lokalen Gruppen liegen, insbesondere den christlichen und jüdischen Gemeinden. Die Veranstaltung führt zudem allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur: 

  • Glanville Downey, A history of Antioch in Syria from Seleucus to the Arab conquest, Princeton (NJ) 1961
  • Wolf Liebeschuetz, Antioch: City and imperial administration in the later Roman Empire, Oxford 1972
  • Paul Petit, Libanius et la vie municipale a Antioche au IVe siècle après J.-C. (Institut Français d’Archéologie de Beyrouth Bibliothèque Archéologique et historique 62), Paris 1955
  • Rene Pfeilschifter, R. Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher, München 20172
  • Jorit Wintjes, J. Das Leben des Libanius (Historische Studien der Universität Würzburg 2), Rahden (Westf.) 2005

  

  

Dr. André Heller:  Rom und die Germanen

Donnerstag, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Am Ende des 2. Jh. v. Chr. gerieten die Römer erstmals mit Germanen in Berührung; durch Caesars Eroberung Galliens wurden sie an der Rheingrenze direkte Nachbarn. Der Versuch des Augustus, Germanien bis zur Elbe in eine Provinz zu verwandeln, scheiterte mit der Niederlage des Varus 9 n. Chr. Die Eroberung rechtsrheinischen Gebietes unter den Flaviern (69–96) führte zur Errichtung des Obergermanisch-Rätischen Limes. Die schweren Kämpfe unter Mark Aurel (161–180) im Donauraum sind bereits Vorboten der späteren Völkerwanderung; im 3. Jh. bildeten sich zudem neue Stammeskonföderationen wie Alamannen und Franken. Als letzter Kaiser unternahm Maximinus Thrax 235 einen tief nach Germanien führenden Feldzug (Harzhorn-Ereignis). Doch neben den Kämpfen gab es einen intensiven kulturellen Austausch, der zur „Romanisierung“ der grenznahen Germanen führte. Im 4. und 5. Jh. dominierten dann germanische Föderaten und Heermeister das römische Militär.

Einführende Literatur: 

  • Bruno Bleckmann, Die Germanen. Von Ariovist bis zu den Wikingern, München 2009
  • Ulrike Riemer, Die römische Germanienpolitik. Von Caesar bis Commodus, Darmstadt 2006
  • Roland Steinacher, Rom und die Barbaren. Völker im Alpen- und Donauraum (300–600), Stuttgart 2013
  • Reinhard Wolters, Die Römer in Germanien, München 20116

  

Dr. André Heller:  Honorius

Donnerstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Im Alter von nur zehn Jahren bestieg 395 Honorius nach dem Tod seines Vaters Theodosius’ I. den Thron im Westteil des Römischen Reiches (bis 423), während sein älterer Bruder Arcadius (bis 408) den Ostteil regierte. Honorius’ Herrschaft stand unter dem Einfluss des germanischen Heermeisters Stilicho bis zu dessen Sturz im Jahr 408. Das folgenreichste Ereignis unter Honorius stellte Roms Plünderung durch die Westgoten unter Alarich dar (410). Im Allgemeinen gilt der Kaiser als schwach und von seiner Umgebung beherrscht, weswegen er als Beispiel für das spätantike Phänomen der „Kinderkaiser“ (W. Hartke) angesehen wird. Es gilt jedoch zu fragen, inwieweit die sich unter Honorius abspielenden Ereignisse Ausdruck von Schwäche der Zentralgewalt sind oder eher Entwicklungen zugeschrieben werden sollten, die lange vorher ihren Ausgang nahmen und kaum noch signifikant beeinflusst werden konnten. Exemplarisch lassen sich auch die Strukturen des spätantiken Kaiserhofes analysieren.

Einführende Literatur: 

  • Henning Börm, Westrom. Von Honorius bis Justinian, Stuttgart 2013
  • Chris Doyle, Honorius. The fight for the Roman West AD 395–423, London/New York 2019
  • Tido Janßen, Stilicho. Das weströmische Reich vom Tode des Theodosius bis zur Ermordung Stilichos (395–408), Marburg 2004
  • Hartmut Leppin, Theodosius der Große, Darmstadt 2003

 

Hauptseminare - Ausgewählte Probleme der Alten Geschichte

Das Seminar bietet dem/der Studierenden die Möglichkeit, umfangreichere Sachverhalte aus dem Bereich der Alten Geschichte unter Anleitung und mit den fachspezifischen Hilfsmitteln und Methoden der Alten Geschichte aufzuarbeiten. Grundlage der Arbeit im Seminar ist die Kenntnis der in der Lektüreliste des Lehrstuhls für Alte Geschichte aufgeführten Quellentexte. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben werden, wird vorausgesetzt.

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Die Griechen und der Tod

Dienstag, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Alle Menschen trifft der Tod. Wie sie mit dieser Begegnung umgehen, fällt allerdings unterschiedlich aus, von Individuum zu Individuum, von Gesellschaft zu Gesellschaft. Das Seminar widmet sich den Griechen von Homer bis zum Hellenismus. Einmal geht es um die Vorstellung vom Tod. Ist er nur zu erwarten oder zu fürchten, was geschieht im Moment des Todes, wie sieht das Jenseits aus? Zum anderen und vor allem steht die Reaktion der Lebenden im Mittelpunkt: die unmittelbare Bewältigung des Verlusts und der Ausschluß des Verstorbenen aus der Gemeinschaft (Trauer, der Umgang mit dem Leichnam, Bestattungsrituale, Leichenreden), die langfristige Memorierung durch die Angehörigen (das Grab, der Totenkult, Grabinschriften), die praktische Regelung durch die Gesellschaft (Anlage von Friedhöfen, Bekämpfung von Grabluxus, Seuchenhygiene, Pflicht zur Bestattung).

Einführende Literatur:

  • Robert Garland, The Greek Way of Death, Ithaca, N. Y., 20012
  • Winfried Schmitz, Haus und Familie im antiken Griechenland (Enzyklopädie der griechisch-römischen Antike 1), München 2007
  • Donna C. Kurtz / John Boardman, Thanatos. Tod und Jenseits bei den Griechen (Kulturgeschichte der antiken Welt 23), Mainz 1985
  • Karl-Wilhelm Welwei, Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis zum Beginn des Hellenismus, Paderborn u. a. 2011

    

PD Dr. Katharina Wojciech:  Frauen in der römischen Welt

Montag, 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Gender Studies stellen mittlerweile einen wichtigen Bereich der Geschichtswissenschaft dar. Das Seminar behandelt die Frage nach der Lebenssituation und Stellung der Frauen von der römischen Republik bis zur Spätantike durch alle Gesellschaftsschichten hindurch. Im Vordergrund stehen gleichermaßen bekannte Frauenpersönlichkeiten wie die „anonyme Frau“ in der Stadt Rom und in den Provinzen. Dabei soll ihre Rolle in den unterschiedlichsten Lebensbereichen (Familie, Politik, Wohltätigkeit, Geschäftsleben, Prostitution, Religion etc.) beleuchtet werden. Das Ziel ist es vor allem, den rechtlichen Status der Frau der sozialen Wirklichkeit gegenüberzustellen und diese zu diskutieren.

Einführende Literatur:

  • Maria H. Dettenhofer (Hg.), Reine Männersache? Frauen in Männerdomänen der antiken Welt, Köln u. a. 1994;
  • Jane F. Gardner, Frauen im antiken Rom. Familie, Alltag, Recht, übersetzt von Kai Brodersen, München 1995;
  • Thomas Späth (Hrsg.), Frauenwelten in der Antike. Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Sonderausgabe, Text durchgesehen und korrigiert, Stuttgart u. a. 2006.

  

Oberseminar

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Oberseminar zur Alten Geschichte

Montag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz, Raum 3.31 (Dienstzimmer Pfeilschifter)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Hinweise: Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen zum Oberseminar auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

 

Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Tacitus, Agricola

Mittwoch, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Die knappe Schrift De vita Iulii Agricolae ist wahrscheinlich Tacitus’ erstes Buch, er veröffentlicht es bald nach der Ermordung Domitians 96 n. Chr. Tacitus läßt seinen Schwiegervater im besten Licht erscheinen: Der Statthalter Agricola vollbringt in vorbildlicher römischer Tradition große Taten in Britannien – gleichzeitig erhalten wir eine Einführung in Land, Leute und Eroberung der Insel –, er ist ein Muster an Bescheidenheit, und er macht sich nicht gemein mit dem Tyrannen. Das ist nämlich Tacitus’ Hauptproblem: Agricola hat Karriere unter dem mittlerweile geächteten Domitian gemacht. Doch man muß nicht Widerstandskämpfer sein, um in der Diktatur seine Integrität zu wahren, oder, in Tacitus’ Formulierung, „auch unter schlechten Fürsten können große Männer leben“ (Agricola 42,4). Wie immer bei Tacitus fehlt es nicht an Grautönen, Ambivalenzen, Stolpersteinen. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters einen guten Informationsstand über Tacitus und über die Herrschaft Domitians, dann zu jeder Stunde eine umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur –, vor allem aber Freude an der intellektuellen, gern kontroversen Auseinandersetzung. Gute Lateinkenntnisse setze ich voraus.

Einführende Literatur:

  • Textgrundlage: Tacitus, Opera minora, edd. M. Winterbottom / R. M. Ogilvie (Scriptorum Classicorum Bibliotheca Oxoniensis), Oxford 1975.
  • Tacitus, De vita Agricolae. Edited by R. M. Ogilvie and Ian Richmond, Oxford 1967.
  • Heinz Heubner, Kommentar zum Agricola des Tacitus, Göttingen 1984.
  • R. M. Ogilvie, An Interim Report on Tacitus’ Agricola, in: Wolfgang Haase (Hrsg.), Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Geschichte und Kultur Roms im Spiegel der neueren Forschung, Bd. II 33,3, Berlin u. a. 1991, 1714-1740.
  • Stephan Schmal, Tacitus, Darmstadt 2005.
  • Brian W. Jones, The Emperor Domitian, London u. a. 1992.

 

Übungen (Historische Hilfswissenschaften)

Prof. Dr. Jorit Wintjes Das mykenische Griechenland

Dienstag, von 14 bis 16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36 Bibliothek)

Die Griechische Geschichte beginnt in der Bronzezeit mit dem Auftreten der sogenannten mykenischen Palastzivilisation. Die Übung wird diese sowie ihre Beziehungen zu Nachbarzivilisationen in den Blick nehmen; ein Schwerpunkt wird dabei auf der Auseinandersetzung mit den Linear-B-Texten liegen, bei denen es sich um die ältesten erhaltenen griechischen Sprachzeugnisse und damit die ersten Textquellen der Alten Geschichte handelt.

Einführende Literatur:

  • Stefan Hiller; Oswald Panagl, Die frühgriechischen Texte aus mykenischer Zeit, Darmstadt 1986
  • Michael Ventris; John Chadwick, Documents in Mycenaean Greek. Three hundred selected tablets from Knossos, Pylos and Mycenae with commentary and vocabulary, Cambridge 1973

Hinweise: Griechischkenntnisse sind von Vorteil

 

PD Dr. Katharina Wojciech: Einführung in die Epigraphik

Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Residenz, 3.36 (Bibliothek)

In der Übung wird die wissenschaftliche Nutzung von lateinischen und griechischen Inschriften vermittelt. Die Studierenden sollen sich zunächst mit den Methoden der Grundwissenschaft Epigraphik vertraut machen. Anhand ganz unterschiedlicher Inschriftengattungen, wie Weihungen, Grabinschriften, Ehrungen, Militärdiplome, Gesetzestexte etc., wird alsdann die Rolle der Inschriften als Medien im antiken Alltagskontext diskutiert. Ausgewählte Texte werden (in Übersetzungen) besprochen und in Hinblick auf althistorische Fragestellungen ausgewertet.

Einführende Literatur:

  • Werner Eck, Die Inschrift: Fragment einer Kultur, in: Acta XII Congressus Internationalis Epigraphiae Graecae et Latinae, Barcelona 2007, 449-460.
  • ders., Öffentlichkeit, Monument und Inschrift, in: XI Congresso Internazionale di Epigrafia Greca e Latina, Roma, 18-24 settembre 1997, hg. S. Panciera, Rom 1999, II 55-75.
  • Manfred G. Schmidt, Lateinische Epigraphik, Darmstadt 20153­.

Hinweise: Latein- sowie ggf. Griechischkenntnisse sind von Vorteil

 

Digital Humanities

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

  

Prof. Dr. Jorit Wintjes:  Historische Simulation – Erstellung: Noble-Minded Friends and Comrades – das Offizierskorps der Royal Navy im 19. Jh.

Mittwoch, von 8 bis 10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar führt in die Erstellung einer historischen Simulation ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012