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Vorlesung

PD Dr. Jorit Wintjes: Das Römische Reich in der Krise? Die Zeit der so genannten Soldatenkaiser

wöchentlich, mittwochs, 14 bis 16 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 2 (Hubland Süd)

Das halbe Jahrhundert zwischen der Ermordung des letzten Severerkaisers und dem Beginn der Herrschaft Diokletians wird traditionell als Zeit der "Soldatenkaiser" bezeichnet und vielfach immer noch als Krisenzeit wahrgenommen. Seit einiger Zeit beginnt sich die Sicht auf die Zeit zwischen 235 und 284 allerdings langsam zu wandeln, und insbesondere auf die Spätantike vorausweisende Entwicklungen rücken stärker in den Mittelpunkt. Neben einem ereignisgeschichtlichen Überblick stehen daher sowohl die Auseinandersetzung mit den Krisensymptomen der Zeit zwischen Maximinus Thrax und Diokletian als auch die Frage nach Kontinuitätslinien sowohl aus der hohen Kaiserzeit als auch in die Spätantike hinein im Mittelpunkt der Vorlesung.

Weitere Informationen zur Vorlesung auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

Einführende Literatur:

  • Alan Bowman (ed.), The Crisis of Empire, AD 193-337 (Cambridge Ancient History - 2nd edition), Oxford 2005 (im Uninetz verfügbar!).
  • Klaus-Peter Johne (ed.), Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284), 2 Bde., Berlin 2008.
  • Michael Sommer, Die Soldatenkaiser (Geschichte kompakt – Antike), Darmstadt 2014³.

Materialien zur Vorlesung:

Zusammenfassungen 1

Zusammenfassungen 2

Zusammenfassungen 3

Zusammenfassungen 4

Zusammenfassungen 5

Grundkurs

PD Dr. Jorit Wintjes: Grundkurs zur Alten Geschichte

wöchentlich, mittwochs, von 10 bis 12 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 3 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.

 

Proseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:Thukydides

wöchentlich, montags, von 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Thukydides beschrieb in seinem Geschichtswerk den Peloponnesischen Krieg, die Auseinandersetzung zwischen Sparta und seiner Heimatstadt Athen, die weite Teile der Mittelmeerwelt in Mitleidenschaft zog (431-404 v. Chr.). Im Mittelpunkt des Seminars steht weniger der Krieg als die Methode, mit der er dargestellt wird. Denn Thukydides war zwar nicht der erste Historiker, aber er begründete die kritische Geschichtsschreibung. Er bemühte sich darum, alle verfügbaren Quellen heranzuziehen, sie sorgfältig miteinander zu vergleichen und so der historischen Wahrheit auf den Grund zu kommen. In vielem kann er somit dem heutigen Historiker als Vorbild dienen, aber es gilt auch die deutlichen Unterschiede herauszuarbeiten, welche die moderne Geschichtsschreibung von der Thukydideischen trennen. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Thukydides, Der Peloponnesische Krieg. Übersetzt und herausgegeben von Helmuth Vretska und Werner Rinner (Universal-Bibliothek 1808), Stuttgart 2000.
  • Holger Sonnabend, Thukydides (Studienbücher Antike 13), Hildesheim u. a. 2004.
  • Simon Hornblower, A Commentary on Thucydides, 3 Bde., Oxford 1991-2008.
  • Antonios Rengakos / Antonios Tsakmakis (Hrsgg.), Brill’s Companion to Thucydides, Leiden u. a. 2006 [im Campusnetz].
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.

 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:Die Germanienpolitik des Augustus

wöchentlich, dienstags, von 14 bis 16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Als der römische Feldherr Drusus 9 v. Chr. gerade die Elbe überschreiten wollte, soll ihm eine Frau von übermenschlicher Gestalt entgegengetreten sein und vor dem Verhängnis gewarnt haben. Drusus gehorchte und zog sich sofort zurück, doch das half weder ihm noch den Römern: Er selbst starb auf dem Rückmarsch nach einem Sturz vom Pferd, Augustus aber schaffte es trotz fünfundzwanzigjähriger Bemühungen nicht, auch nur das Gebiet zwischen Rhein und Elbe unter seine Kontrolle zu bringen. Um die Gründe für den römischen Eroberungsversuch soll es im Seminar gehen, um die Feldzüge von Drusus, Tiberius, Varus und Germanicus, um Arminius und den germanischen Widerstand, schließlich – nach Augustus’ Tod – um die Entscheidung des Tiberius, sich mit der Rheingrenze zufriedenzugeben. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Dietmar Kienast, Augustus. Prinzeps und Monarch, Darmstadt 20094.
  • Jochen Bleicken, Augustus. Eine Biographie, Berlin 1998.
  • Bruno Bleckmann, Die Germanen. Von Ariovist bis zu den Wikingern, München 2009.
  • Reinhard Wolters, Die Römer in Germanien (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2136), München 20116.
  • ders., Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien, München 20172.

 

Dr. Maria Osmers: Pompeius

wöchentlich, dienstags, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Gnaeus Pompeius Magnus war – wie sein Name verrät – einer der erfolgreichsten römischen Feldherren in republikanischer Zeit. Er bewies seine militärischen Fähigkeiten so gegen die Piraten und König Mithradates VI. und sicherte auf diese Weise wie durch seine politischen Neuordnungen im Osten die Sicherheit und Stabilität im römischen Reich. Gleichzeitig gewann Pompeius später in der Innenpolitik große Bedeutung und wurde zum letzten ernstzunehmenden Gegenspieler Caesars. Mit seiner Niederlage bei Pharsalos wurde daher zugleich das Ende der Republik endgültig eingeläutet.

Im Rahmen des Seminars soll die Person des Pompeius näher betrachtet werden. Dabei sollen sein Leben und sein letztendliches Scheitern insbesondere vor dem Hintergrund der spezifischen Rahmenbedingungen der späten Republik diskutiert und analysiert werden. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Ernst Baltrusch, Caesar und Pompeius, Darmstadt 2004.
  • Jochen Bleicken, Geschichte der Römischen Republik (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 2), München 19995.
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Karl Christ, Pompeius. Der Feldherr Roms. Eine Biographie, München 2004.
  • Matthias Gelzer, Pompeius. Lebensbild eines Römers, Wiesbaden u. a. 19842.

 

Dr. André HellerXenophons Anabasis

wöchentlich, donnerstags, von 12 bis 14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Im Jahr 401 v. Chr. zogen zehntausend griechische Söldner zusammen mit einem persischen Heer unter Führung des Prinzen Kyros nach Babylonien, um dessen Bruder, den regierenden Großkönig Artaxerxes II., zu stürzen. Der Athener Xenophon setzte den "Zehntausend", deren Führung er bald nach der Schlacht von Kunaxa und dem Tod Kyros' des Jüngeren übernahm, mit seiner Schrift "Anabasis" ein literarisches Denkmal. Sie ist kein reiner Feldzugsbericht, sondern unterrichtet auch über "Land und Leute", das Innenleben einer Armee auf dem Marsch und das von Xenophon selbst verkörperte Idealbild eines Feldherrn. Die "Anabasis" zeigte Vertretern der panhellenischen Idee, wie Isokrates, die persische Verwundbarkeit, da den Griechen der erfolgreiche Rückzug bis ans Schwarze Meer und schließlich nach Europa gelang. Später diente sie Alexander dem Großen als Handbuch für seinen Feldzug. Griechische Paralleltexte und die indigene Überlieferung ergänzen die "Anabasis" und lassen ein lebendiges Bild des Perserreichs und der griechischen Welt um 400 entstehen.

Einführende Literatur:

  • Xenophon, Anabasis (gr.-dt.), hrsg. von W. Müri (Sammlung Tusculum), München/Zürich 1984.
  • O. Lendle, Kommentar zu Xenophons Anabasis. Bücher 1-7, Darmstadt 1995.
  • C. Tuplin (Hg.), Xenophon and his world. Papers from a conference held in Liverpool in July 1999, Stuttgart 2005.
  • J. Wiesehöfer, Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., 2. Aufl. Düsseldorf/Zürich 1993.

 

Dr. André HellerRom und die Parther

wöchentlich, donnerstags, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Über 300 Jahre lang grenzte das Imperium Romanum im Osten an das Reich der Parther. Mit der schweren Niederlage des Triumvirn Crassus bei Carrhae (53 v. Chr.) traten die Parther deutlich in das Bewusstsein Roms; unter Augustus erkannten die Römer ihren östlichen Nachbarn als ebenbürtig an. Das römisch-parthische Verhältnis war häufig durch die Frage belastet, wer die Oberhoheit über Armenien für sich beanspruchen dürfe. Im 2. Jh. n. Chr. versuchten die Kaiser Trajan (114–117), Lucius Verus (162–166) und Septimius Severus (194–199) mehrfach die Probleme militärisch zu lösen – mit wenig erfolgreichen Resultaten. Im Jahre 224 wurde die bis dahin herrschende Dynastie der Arsakiden durch die persischen Sassaniden abgelöst, was die Situation für Rom massiv verändern sollte. Bei römischen Historikern dominieren naturgemäß Berichte über Kriege oder Thronstreitigkeiten, aber verschiedene Quellen aus dem Partherreich selbst (Inschriften, Münzen, Papyri) erhellen seine Geschichte, Struktur sowie die religiösen Praktiken. Dadurch entsteht ein anschauliches Bild der langen, wechselhaften Geschicke des Reiches.

Einführende Literatur:

  • U. Ellerbrock/S. Winkelmann, Die Parther. Die vergessene Großmacht, Darmstadt/Mainz 2012.
  • O. Linz, Studien zur römischen Ostpolitik im Principat, Hamburg 2009.
  • K. Schippmann, Grundzüge der parthischen Geschichte, Darmstadt 1980.
  • K.-H. Ziegler, Die Beziehungen zwischen Rom und dem Partherreich. Ein Beitrag zur Geschichte des Völkerrechts, Wiesbaden 1964.

 

Hauptseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Sparta

wöchentlich, dienstags, 10 bis 12 Uhr – Philosophiegebäude, Übungsraum 20 (Hubland Süd)

Die Spartaner waren anders als die übrigen Griechen: Sie besaßen ein großes Staatsgebiet, sie schätzten den Reichtum gering, sie bauten ihre Macht auf die Unterjochung anderer Griechen, sie kämpften nur, wenn es wirklich notwendig war, sie hatten Könige, sie gründeten ihre Ordnung auf das Ideal der Gleichheit, sie gaben den Bedürfnissen der Gemeinschaft immer den Vorrang vor denen des einzelnen, sie ließen ihren Frauen große Freiheiten. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Sparta faszinierte, in der Antike wie in der Neuzeit, seine Gesellschaft wurde zum Vorbild autoritärer Staaten, in der Ideengeschichte und leider auch in der Wirklichkeit.

Das Seminar widmet sich der Blütezeit des spartanischen Gemeinwesens in archaischer und klassischer Zeit, im Mittelpunkt steht weniger die Geschichte als die soziale Ordnung, ihre Entstehung, ihr Funktionieren – und ihr Preis.

Einführende Literatur:

  • Karl-Wilhelm Welwei, Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 20072.
  • Ernst Baltrusch, Sparta. Geschichte, Gesellschaft, Kultur (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2083), München 20165.
  • Martin Dreher, Athen und Sparta (C. H. Beck Studium), München 20122.
  • Karl Christ (Hrsg.), Sparta (Wege der Forschung 622), Darmstadt 1986.

 

Dr. Maria Osmers: Der Beginn der severischen Dynastie: Septimius Severus und Caracalla

wöchentlich, montags, 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Nach Commodus’ Ermordung konnte sich der aus Leptis Magna stammende Septimius Severus (193-211) gegen seine Rivalen durchsetzen und zum Kaiser aufsteigen. Mit ihm begann die Herrschaft der severischen Dynastie, die in vielerlei Hinsicht eine Zäsur darstellte: So kam es unter Septimius Severus und seinem Nachfolger Caracalla (211-217) zum einen zu einer Stärkung des Militärs und des Ritterstands. Zum anderen wandelten sich die Finanz- und die Reichspolitik grundlegend. Im Rahmen des Seminars werden wir die verschiedenen Reformen und Veränderungen, die im Imperium Romanum unter den frühen Severn auftraten, aufspüren und mit den Problemen und Anforderungen der Zeit in Beziehung setzen. Zugleich werden wir durch einen Blick auf frühere und spätere Entwicklungen Kontinuitäten und Prozesse im römischen Reich aufzeigen, welche den Regierungsstil der Severer prägten und ihre Herrschaft erst möglich machten.

Einführende Literatur:

  • Anthony R. Birley, Septimius Severus. The African Emperor, London 19882.
  • Brian Campbell, The Severan dynasty, in: Alan K. Bowman u.a. (Hrsg.), The Cambridge Ancient History, Band 12. The Crisis of Empire, A.D. 193–337, Cambridge 20052, 1–27.
  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.
  • Jaś Elsner; Stephen Harrison; Simon Swain (Hrsgg.), Severan culture, Cambridge 2007.
  • Markus Handy, Die Severer und das Heer, Berlin 2009.
  • Björn Schöpe, Der römische Kaiserhof in severischer Zeit (193-235 n. Chr.), Stuttgart 2014.

 

Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Sulpicius Severus, Vita sancti Martini

wöchentlich, mittwochs, 10 bis 12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Auch wer dem Christentum fernsteht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal der Geschichte des Martin von Tours begegnet, der seinen Mantel teilte, um einem Bettler in bitterer Kälte zu helfen. Überliefert ist sie bei Sulpicius Severus, der noch zu Lebzeiten seines Helden, also im späten vierten Jahrhundert, die erste lateinische Vita eines Asketen schuf – so wie Martin der erste (berühmte) Asket im Westen des Reiches war. Mehr noch als ein normaler Biograph ist ein Hagiograph immer auf der Seite seines Protagonisten, ist es doch sein Ziel, dessen Gottbegnadetheit in jeder Situation zu beweisen. Fehlen andere Dokumente – dies ist bei Martin der Fall –, wird die Quellenkritik für den Historiker eine schwierige Sache. Wunder lassen sich noch leicht abtun, aber wie verhält es sich mit der Weigerung des Soldaten Martin zu kämpfen oder mit seinem Widerstreben gegen die Wahl zum Bischof? In der Übung lesen und übersetzen wir den Text und versuchen methodische Regeln für die Beurteilung des Quellenwerts aufzustellen. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters Kenntnisse der religiösen Situation des vierten Jahrhunderts, dann zu jeder Stunde umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur – und natürlich Freude an der Diskussion. Gute Lateinkenntnisse sind selbstverständlich.

Anschließend an wesentliche Momente in der Geschichte der Historiographie und/oder an aktuelle geschichtswissenschaftliche Diskurse werden in der Lehrveranstaltung Kompetenzen im Hinblick auf Probleme der fachwissenschaftlichen Theoriebildung bzw. Methodik und deren praktische Anwendung vermittelt. Die Kenntnis bzw. begleitende Lektüre grundlegender Quellen bzw. Literatur, die per Aushang bzw. in der Lehrveranstaltung bekannt gegeben werden, wird vorausgesetzt.

Regelmäßige Teilnahme, Referat mit Thesenpapier (sowie ggf. schriftliche Hausarbeit).

Einführende Literatur:

  • Sulpice Sévère, Vie de saint Martin. Introduction, texte et traduction. Commentaire et index par Jacques Fontaine, 3 Bde. (Sources Chrétiennes 133-135), Paris 1967-1969.
  • Sulpicius Severus, Vita sancti Martini. Das Leben des heiligen Martin. Lateinisch/Deutsch. Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort von Gerlinde Huber-Rebenich (Reclams Universal-Bibliothek 18780), Stuttgart 2010.
  • Clare Stancliffe, St. Martin and his Hagiographer. History and Miracle in Sulpicius Severus, Oxford 1983.
  • Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie (Das lateinische Mittelalter), Darmstadt 1994.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 20172.

 

Hauptseminare für die Masterstudiengänge

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Warum ging die römische Republik unter?

wöchentlich, montags, 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.31)

Über fünfzig Jahre ist es nun her, dass Christian Meiers Res publica amissa zum ersten Mal erschien. Diese Studie ist zu einem Grundbuch der Geschichtswissenschaft geworden, die Rückkehr zu einer rein personenzentrierten Betrachtung der Ereignisse zwischen 100 und 42 v. Chr. ist seitdem unmöglich geworden. Ausgehend von Meiers Veröffentlichungen werden wir einige neuere Forschungen zur späten Republik analysieren. Dabei soll nicht nur das Blame Game gespielt werden – was waren die Ursachen für den Untergang? –, sondern auch die wichtigere Frage in den Blick kommen: Warum bestand die Republik überhaupt so lange? Das Seminar richtet sich an Masterstudenten, die über eine gute Kenntnis der letzten Phase der römischen Republik verfügen sollten. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Diese Lehrveranstaltung kann ausschließlich für die Masterstudiengänge in Geschichte belegt werden. Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

Zu erbringende (Prüfungs-)Leistung

Regelmäßige Teilnahme, Referat und Hausarbeit.

Einführende Literatur:

  • Christian Meier, Res publica amissa. Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Stuttgart 20174.
  • ders., Die Ohnmacht des allmächtigen Dictators Caesar. Drei biographische Skizzen, Stuttgart 20152.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Caesars Diktatur, der Prinzipat des Augustus und die Fiktion der historischen Notwendigkeit, Gymnasium 103 (1996), 477-497.
  • Erich S. Gruen, The Last Generation of the Roman Republic, Berkeley u. a. 19952.
  • Martin Jehne, Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen (dtv Premium), München 2009.

 

Historische Hilfswissenschaften

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Lateinische Epigraphik 

wöchentlich, dienstags, von 14 bis 16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Inschriften zählen zu den wichtigsten nichtliterarischen Quellenzeugnissen und erlauben unterschiedlichste Einblicke in die Ereignis-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte der Griechen und Römer. Die Übung stellt die wichtigsten Arbeitsmittel des Epigraphikers vor und führt anhand ausgewählter Beispiele in die lateinische Epigraphik ein.

Gute Lateinkenntnisse werden vorausgesetzt; nähere Informationen zum Inhalt der Übung auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

Referat und Thesenpapier (sowie ggf. schriftliche Hausarbeit) oder Klausur.

Einführende Literatur:

 

Digital Humanities

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

wöchentlich, dienstags, von 16 bis 18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Historische Simulation - Erstellung

wöchentlich, mittwochs, von 8 bis 10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar führt in die Erstellung einer historischen Simulation ein.

Einführende Literatur:

  • Grundlegend: P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

Vorlesung

PD Dr. Felix Maier: Säulen nach Athen tragen - Griechische Kulturgeschichte des 5. Jahrhunderts

Mittwoch 14-16 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 02 (Hubland Süd)

Das fünfte Jahrhundert läutet in der griechischen Geschichte die sogenannte Epoche der „Klassik“ ein. Diese Bezeichnung wurde jener Zeitspanne vor dem Hintergrund entscheidender Entwicklungen in der politischen Theorie (Demokratie), Literatur (Tragödie/Komödie/Geschichtsschreibung), Kunst (Skulptur/Bauwesen) und der Philosophie verliehen. In der Vorlesung sollen die wichtigsten Aspekte dieser Prozesse (mit einem Schwerpunkt auf Athen) nachgezeichnet und die geistesgeschichtliche Bedeutung der jeweiligen Strömungen bis in unsere heutige Zeit dargestellt werden.

Einführende Literatur:

  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit. München 2016.
  • Christian Meier, Die Entstehung des Politischen bei den Griechen, Frankfurt am Main 1980.
  • Michael Stahl, Gesellschaft und Staat bei den Griechen. 2 Bde., Paderborn 2003.

Grundkurs

PD Dr. Jorit Wintjes: Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch 10-12 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 03 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar]. 

 

 

Proseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Der Tag von Eleusis 168 v. Chr. 

Dienstag 14-16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Der Balkankrieg hinderte die westliche Vormacht lange daran, in den wieder offen ausgebrochenen Nahostkonflikt einzugreifen. Schließlich verschaffte ihr der Sieg über Makedonien doch die nötige Bewegungsfreiheit, und die Römer entschieden den Kampf zwischen dem syrischen Seleukidenreich und dem ptolemäischen Ägypten: nicht durch die Entsendung von Legionen, sondern durch das Ultimatum eines einzelnen Gesandten. König Antiochos IV., der schon in Eleusis stand, unmittelbar vor Alexandreia, gehorchte sofort und zog sich nach Syrien zurück. In der damaligen Welt existierte nämlich kein Land mehr, das es mit den Römern aufnehmen konnte. Alle Gegner hatte Rom ausgeschaltet, nichts ging mehr gegen den erklärten Willen der einzigen verbliebenen Supermacht. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Hans-Joachim Gehrke, Geschichte des Hellenismus (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 1A), München 20084 [im Campusnetz].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz].
  • Herbert Heftner, Der Aufstieg Roms. Vom Pyrrhoskrieg bis zum Fall von Karthago (280-146 v. Chr.), Regensburg 1997.
  • Heinz Heinen, Die politischen Beziehungen zwischen Rom und dem Ptolemäerreich von ihren Anfängen bis zum Tag von Eleusis (273-168 v. Chr.), in: Hildegard Temporini (Hrsg.), Aufstieg und Niedergang der römischen Welt, Bd. 1,1, Berlin u. a. 1972, 633-659.
  • Günther Hölbl, Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung, Darmstadt 1994.

 

 

PD Dr. Jorit Wintjes:  Die antoninische Dynastie

Mittwoch 16-18 Uhr –Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Mit der Ermordung Domitians im Jahre 96 n. Chr. fand die zweite Dynastie der römischen Kaiserzeit ein Ende. Ihr folgte nach einer kurzen Übergangszeit die antoninische Dynastie, deren Herrschaftszeit traditionell auch als "Adoptivkaisertum" bezeichnet wird und als ein Höhepunkt sowohl der politisch-militärischen als auch der zivilisatorischen Entwicklung des römischen Reiches gilt. Im Mittelpunkt des Seminars werden das Ende der Dynastie der Flavier sowie die Herrschaft von Nerva, Trajan und Hadrian stehen.

Einführende Literatur

  • K. Bowman et al. (ed.), The High Empire: A.D. 70 - 192, Oxford 2000 [im Campusnetz].

 

 

Dr. Maria Osmers: Das frühe Christentum und Rom

Montag, 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Das Christentum entwickelte sich innerhalb des römischen Reiches von einer jüdischen Sekte zu einer schließlich von den Kaisern geförderten und privilegierten Religion. Trotz lokaler und zeitweise gar reichsweiter Verfolgungen gelang es den christlichen Gemeinden, sich erfolgreich im gesamten imperium romanum auszubreiten. Im Seminar wollen wir nachvollziehen, worin die Attraktivität des neuen Glaubens lag und zugleich, wie und warum es den frühen Christen gelang, ihre Religion trotz des Widerstands, der ihnen begegnete, immer weiter zu verbreiten. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Norbert Brox, Kirchengeschichte des Altertums, Düsseldorf 1998
  • Peter Guyot; Richard Klein (Hrsg.), Das frühe Christentum bis zum Ende der Verfolgungen. Eine Dokumentation, 2 Bde., Darmstadt 1997
  • Christoph Markschies, Das antike Christentum. Frömmigkeit, Lebensformen, Institutionen, München 2006
  • Luce Pietri u.a. (Hrsg.), Die Geschichte des Christentums. Religion, Politik, Kultur, Sonderausgabe Altertum, 3 Bde, Freiburg u. a. 2005 (dt. Ausgabe bearbeitet v. T. Böhm u.a.)
  • Karin Piepenbrink, Antike und Christentum, Darmstadt 2007

 

Dr. André Heller:  Das Seleukidenreich

Donnerstag 12-14 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Von den Nachfolgestaaten des Alexanderreichs errichteten die Seleukiden den territorial ausgedehntesten Staat, der sich anfangs von Indien bis zur Ägäis erstreckte. Die Größe des Reiches und die verschiedenen Ethnien mit ihren Traditionen machten ihn nur schwer regierbar. In sechs syrischen Kriegen stritten sie mit den Ptolemäern um die Kontrolle der phönikischen Küste. Antiochos III. (223–187 v.Chr.) gelang, nach einer Phase des Niedergangs, die Rückgewinnung vieler Territorien, was ihn in den Konflikt mit Rom führte. Nach seiner Niederlage waren beide Mächte zwar räumlich weit getrennt, dennoch musste sich Antiochos IV. auf Geheiß Roms wieder aus Ägypten zurückziehen (168 v.Chr.). In den folgenden Jahrzehnten musste das Reich territoriale Verluste im Osten hinnehmen und versank durch Bürgerkriege in anhaltende Agonie. Schließlich beendete Pompeius sein Schattendasein und wandelte das Restreich in die römische Provinz Syria um (64/3 v.Chr.). Das historische Vermächtnis der Seleukiden wirkte jedoch nach: Sie verwandelten das vorher randständige Syrien in eine blühende Städtelandschaft; auch die Seleukidenära (seit 312/1 v.Chr.) blieb als Jahreszählung lange in Gebrauch (teils bis ins 20. Jh.).

Einführende Literatur:

  • Kai Ehling, Untersuchungen zur Geschichte der späten Seleukiden (164–63 v.Chr.). Vom Tode des Antiochos IV. bis zur Einrichtung der Provinz Syria unter Pompeius, Stuttgart 2008
  • Paul Kosmin, The land of the elephant kings. Space, territory, and ideology in the Seleucid empire, Cambridge, MA/London 2014.
  • Burkhard Meißner, Hellenismus, 2. Aufl. Darmstadt 2016.
  • Peter Mittag, Antiochos IV. Epiphanes. Eine politische Biographie, Berlin 2008

 

 

Dr. André Heller:  Kleopatra VII.

Donnerstag, 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Die Persönlichkeit Kleopatras übt bis heute eine ungemeine Faszination aus. Ihr Bild in der antiken Überlieferung ist stark stereotyp verzerrt, beinahe dämonisiert. Erst die neuere Forschung begann, das Bild zu modifizieren und ihr so gerecht zu werden. Kleopatra führte als letzte Pharaonin des ptolemäischen Ägypten, im Schatten des römischen Bürgerkriegs, das Land am Nil zu hoher Blüte; durch ihre Heirat mit dem Triumvirn M. Antonius kamen territoriale Zugewinne in der Levante hinzu. Ihr Aufstieg zur Macht und ihr Ende verliefen dramatisch und trugen so zur Legendenbildung maßgeblich bei. Das Jahr 31 v.Chr. brachte jedoch nicht nur ihr und M. Antonius den Untergang, sondern Octavians Sieg in der Seeschlacht von Actium ebnete diesem, dem späteren Augustus, den Weg zur Alleinherrschaft im Imperium Romanum. Wie gelang es Kleopatra, deren oft betonte Schönheit sich in den wenigen erhaltenen Porträts kaum widerspiegelt, zwei der mächtigsten Männer ihrer Zeit – Caesar und M. Antonius – nacheinander in ihren Bann zu ziehen? Welche politischen Ziele versuchte sie zu verwirklichen und woran scheiterte sie? Dabei ist auch ihrem Nachleben in Kunst, Literatur und Film bis in die Moderne nachzuspüren.

Einführende Literatur:

  • Günther Hölbl, Geschichte des Ptolemäerreichs, Darmstadt 1994, 195–269.
  • Manfred Clauss, Kleopatra, 4. Aufl. München 2010.
  • Sabine Kubisch/Hilmar Klinkott, Kleopatra. Pharaonin, Göttin, Visionärin, Stuttgart 2011.
  • Christoph Schäfer, Kleopatra, Darmstadt 2006.
  • Wolfgang Schuller, Kleopatra, 2. Aufl. Reinbek b. Hamburg 2006.

 

Hauptseminare

Dr. Maria Osmers: Antike Naturwissenschaft. Fachliteratur und Spezialwissen in der klassischen und hellenistischen Zeit.

Dienstag: 10-12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Obwohl sich die Naturwissenschaften beständig fortentwickeln, ist das antike Hellas in vielen Fächern nach wie vor präsent. So treten uns griechische Gelehrte wie Thales, Pythagoras sowie Euklid in mathematischen Lehrsätzen entgegen und Ärzte schwören den hippokratischen Eid. Die Anfänge der Geographie werden mit Namen wie Anaximander und Eratosthenes in Verbindung gebracht, Archimedes gilt als bedeutendster Physiker und Ingenieur der Antike. In dem Seminar wollen wir uns einerseits mit den technischen Errungenschaften und den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Gelehrten aus klassischer und hellenistischer Zeit beschäftigen. Andererseits wollen wir die Rahmenbedingungen nachvollziehen, welche die Entstehung und Entwicklung naturwissenschaftlicher Fachliteratur in diesen Epochen möglich machten, und zugleich die gesellschaftliche Bedeutung von Spezialwissen ergründen.

Einführende Literatur:

  • Klaus Döring u. a., Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption. 2 Bände, Bamberg 1992.
  • Hellmut Flashar (Hrsg.), Antike Medizin (Wege der Forschung, 221), Darmstadt 1971.
  • Marietta Horster u. a. (Hrsgg.), Antike Fachschriftsteller. Literarischer Diskurs und sozialer Kontext, Stuttgart 2003.
  • Helmuth Schneider, Einführung in die antike Technikgeschichte, Darmstadt 1992.
  • Holger Sonnabend, Antike Geographie, Stuttgart 2013.

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Das Vierkaiserjahr

Freitag 10-12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Ende des Julisch-Claudischen Hauses löst den ersten großen Bürgerkrieg in der römischen Geschichte seit dem Ende der Auseinandersetzung zwischen Marcus Antonius und Octavianus rund ein Jahrhundert zuvor aus; am Ende wird mit den Flaviern die zweite Dynastie des Prinzipats aus ihm hervorgehen. Für die Auseinandersetzungen des Jahres 69 ist die Quellenlage so gut wie für kaum einen anderen inneren Konflikt in der römischen Kaiserzeit. Im Mittelpunkt des Seminars wird daher eine Auseinandersetzung mit der politisch-militärischen Ereignisgeschichte stehen.

Textgrundlage: Tacitus: Historien, übers. v. H. Vreska, Stuttgart 1986 (zur Anschaffung empfohlen!)

Einführende Literatur:

  • K. Bowman et al., The Cambridge Ancient History Volume 10: The Augustan Empire, 43 BC–AD 69, Cambridge 1996².

 

Oberseminar

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Oberseminar zur Alten Geschichte

Mittwoch 10–12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte.

Persönliche Anmeldung beim Dozenten; weitere Informationen zum Oberseminar auch auf der Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

 

Wissenschaftliche Übungen

Dr. Maria Osmers: Strukturen, Systeme und Felder: Der Nutzen von theoretischen Konzepten in der Geschichtswissenschaft

Montag 16-18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36)

Strukturen, Systeme und Felder: Begriffe wie diese tauchen in der Sekundärliteratur immer wieder auf, ohne dass allen so richtig klar ist, was genau sich hinter diesen Wörtern verbirgt. Daher wollen wir in dieser Übung durch gemeinsame Lektüre ausgewählte theoretische Konzepte aus Soziologie und Politikwissenschaft kennenlernen und diskutieren. In einem weiteren Schritt wollen wir die Konzepte anwenden und anhand von historischen Beispielen überprüfen, worin der Nutzen von Theorie(n) für die Arbeit einer Historikerin oder eines Historikers besteht.

Einführende Literatur:

  • Stefan Jordan; Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft. Orientierung Geschichte. Paderborn 2009.
  • Neville Morley, Theories, models and concepts in ancient history, London 2004.
  • Christian Meier, Max Weber und die Antike, in: Max Weber. Ein Symposium, hrsg. von C. Gneuss/J. Kocka, München 1988, 11-24.
  • Wilfried Nippel, Alte Geschichte und Sozialanthropologie, Frankfurt/Main 1990.

 

Sonstige Veranstaltungen

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Staatsexamenskurs Alte Geschichte (Blockveranstaltung)

Freitag, der 26.10.2018, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz).

Samstag, der 08.12.2018, von 08–13 Uhr, Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude, (Hubland Süd);

Freitag, der 11.01.2019, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz).

Ziel des Kurses ist es, auf die Situation der schriftlichen Staatsexamensprüfung im vertieft studierten Fach wie im Unterrichtsfach vorzubereiten. In einem ersten Block sprechen wir über angemessene Lernstrategien, die Auswahl geeigneter Lehrveranstaltungen und Literatur, über das Anforderungsprofil der Staatsexamensklausur, über eine adäquate Themenwahl in der Klausur selbst und über ein zielführendes Zeitmanagement. Im zweiten Block schreiben die Teilnehmer eine Klausur, und zwar unter Echtzeitbedingungen 8–12 bzw. 13 Uhr. Ich korrigiere die Übungsklausuren, und in einem dritten Block sprechen wir über das, was gut gelaufen ist und was weniger gut. Der Kurs bietet keinen inhaltlichen Durchgang durch die griechisch-römische Geschichte – dafür sind Vorlesungen, Grundkurs und eigene Lektüre da –, und natürlich gibt er keine Hinweise auf zukünftige Themen. Sehr wohl aber soll er Ängste und Unsicherheiten vor einer fünf- bzw. vierstündigen, sehr wichtigen Klausur abbauen.

 

Hauptseminar Mittelalterliche Geschichte

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Das römische Westeuropa und der Beginn des Mittelalters

Montag 10-12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Im dritten Jahrhundert bekamen die Römer zunehmend Schwierigkeiten, die Vorgänge an der Rhein- und Donaugrenze zu kontrollieren, und damit setzte die Verwandlung Europas ein, die bis zum Ende des Millenniums andauern sollte. Im Seminar konzentrieren wir uns auf den Höhepunkt dieses Prozesses, vom späten vierten bis zum frühen sechsten Jahrhundert, als die römische Staatlichkeit zwar noch bestand, aber immer schwächer wurde, als neue, von ‚Barbaren‘ getragene Ordungsformationen entstanden und sich wider, ohne oder mit dem Kaiser behaupteten, als die Germanen das antike Erbe zertrümmerten und dessen Reste ins Mittelalter trugen. Im Kern der Betrachtung stehen die vier geographischen Großräume Westeuropas – Italien, die Iberische Halbinsel, Britannien und natürlich Gallien/Germanien – und die Frage, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Transformationsprozesse zwischen Römern auf der einen und Goten, Angeln, Sachsen, Franken und Burgundern auf der anderen Seite aufweisen.

Einführende Literatur:

  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 20172.
  • Henning Börm, Westrom. Von Honorius bis Justinian (Urban-Taschenbücher 735), Stuttgart 2013.
  • Bruno Bleckmann, Die Germanen. Von Ariovist bis zu den Wikingern, München 2009.
  • Bryan Ward-Perkins, The Fall of Rome and the End of Civilization, Oxford 2005.
  • Mischa Meier (Hrsg.), Sie schufen Europa. Historische Portraits von Konstantin bis Karl dem Großen, München 2007.

 

Digital Humanities

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag 16-18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.36

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Konfliktsimulation und führt anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Zusammenhang der Alten Geschichte in die Nutzungsmöglichkeiten derartiger Simulationen ein.

Einführende Literatur

  • P. A. G. Sabin, Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games, London 2012.

Materialien zum Download

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Noble-Minded Friends and Comrades – das Offizierskorps der Royal Navy im 19. Jh.

Mittwoch 8-10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des ersten Würzburger Hackathon aus dem Jahr 2017.

Einführende Literatur:

  • F. Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017 (grundlegend).

 

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Vorlesung

PD Dr. Jorit Wintjes: Zur Geschichte des Hellenismus

Freitag 1618 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 02 (Hubland Süd) 

Mit dem Tod Alexanders des Großen tritt die Griechische Geschichte in eine Epoche ein, die – vor allem mit dem hellenistischen Königtum – von neuen Formen von Staatlichkeit geprägt ist; gleichzeitig erfährt der Raum der Griechischen Geschichte nochmals eine deutliche Erweiterung: griechische Geschichte erstreckt sich vom Hindukusch bis an den Oberlauf des Nils. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Geschichte der drei "großen" hellenistischen Reiche der Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden bis zum Untergang des Ptolemäerreiches 30 v. Chr. und blickt darüber hinaus beispielhaft auf die Geschichte einiger kleinerer hellenistischer Mächte.

Einführende Literatur:

  • Kay Ehling, Gregor Weber (Hrsg.), Hellenistische Königreiche. Zabern, Darmstadt 2014.
  • Hans-Ulrich Cain u.a. (Hrsg.), Hellenismus – eine Welt im Umbruch, Darmstadt 2012.
  • Burkhard Meißner, Hellenismus, Darmstadt 2007.
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.

Grundkurs

PD Dr. Felix Maier: Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr  Philosophiegebäude, Hörsaal 01 (Hubland Süd) 

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar]. 

Proseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter:  Der Tod Ciceros

Montag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Kurz bevor er das rettende Schiff nach Griechenland erreichte, faßten die Häscher den geächteten Marcus Tullius Cicero, schlugen ihm Kopf und Hände ab und brachten sie nach Rom. Die Überreste seines Todfeindes ließ ein triumphierender Marcus Antonius auf dem Forum zur Schau stellen. Diesen Preis bezahlte Cicero am 7. Dezember 43 v. Chr. dafür, daß er sich nach dem Tod Caesars noch einmal an die Spitze des Senats gestellt und die alte Republik gegen Antonius’ Ansprüche verteidigt hatte. Die Ironie dabei: Indem er sich für diesen Kampf ausgerechnet mit Caesars Sohn verbündete, wurde er zum Steigbügelhalter des Augustus, der Ciceros Republik endgültig beseitigte. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

Einführende Literatur:

  • Jochen Bleicken, Geschichte der Römischen Republik (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 2), München 19995 [im Campusnetz].
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Matthias Gelzer, Cicero. Ein biographischer Versuch, Wiesbaden 1969.
  • Ulrich Gotter, Der Diktator ist tot! Politik in Rom zwischen den Iden des März und der Begründung des Zweiten Triumvirats (Historia Einzelschriften 110), Stuttgart 1996.
  • Helene Homeyer,Die antiken Berichte über den Tod Ciceros und ihre Quellen (Deutsche Beiträge zur Altertumswissenschaft 18), Baden-Baden 1964.

 

 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Theodora 

Dienstag 14-16 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Theodora, Tochter eines Bärenwärters und einer Tänzerin, arbeitete im Konstantinopel des sechsten Jahrhunderts n. Chr. als Prostituierte und, schlimmer noch, als Schauspielerin. Als eine Art antikes, allerdings nicht jugendfreies Aschenputtel war sie nicht bloß in Ausschweifungen aller Art verstrickt, sondern gewann auch die Liebe des Thronfolgers Justinian. Dieser war mit einer Affäre nicht zufrieden und nahm Theodora gegen den erbitterten Widerstand des Establishments zur Ehefrau. Zur Kaiserin aufgestiegen, übte sie bis zu ihrem Tod einen gewissen Einfluß auf Justinians Regierung aus, die letzte glanzvolle Epoche des Römischen Reiches. Um Gründe und Grenzen von Theodoras Macht wird es im Seminar gehen, aber auch um den Mann, der sie nach Kräften mit Dreck bewarf – den Geschichtsschreiber Prokop, Sprachrohr der düpierten Eliten. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein. 

Einführende Literatur:

  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz].
  • Jochen Martin, Spätantike und Völkerwanderung (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 4), München 19953 [im Campusnetz].
  • Hartmut Leppin, Justinian. Das christliche Experiment, Stuttgart 2011.
  • Hartmut Leppin, Theodora und Justinian, in: Hildegard Temporini-Gräfin Vitzthum (Hrsg.), Die Kaiserinnen Roms. Von Livia bis Theodora, München 2002, 437-481.
  • Hans-Georg Beck, Kaiserin Theodora und Prokop. Der Historiker und sein Opfer, München u. a. 1986.

 

 

Dr. Maria Osmers: Der Jüdische Krieg

Dienstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Verhältnis zwischen Römern und Juden war in der Antike ambivalent: Mal gab es intensive Kontakte und beidseitige Zugeständnisse – etwa zwischen Augustus und Herodes, mal war die Beziehung konfliktreich. Unter der Herrschaft Neros eskalierte die Situation schließlich: Der Jüdische Krieg (66-74 n. Chr) brach aus und prägte die Beziehung zwischen Juden und Römern nachhaltig. Im Seminar wollen wir die Beziehung von Römern und Juden von der Eroberung Jerusalems bis zum Fall der Festung Masada nachzeichnen. Dabei sollen sowohl die römischen Strategien der Herrschaftssicherung als auch die gesellschaftlichen und sozialen Probleme in Judaea in den Blick genommen werden. Wir werden zudem der Frage nachgehen, warum insgesamt ein so großes Konfliktpotential zwischen Juden und Nicht-Juden bestand. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Ernst Baltrusch, Die Juden und das Römische Reich. Geschichte einer konfliktreichen Beziehung, Darmstadt 2002.
  • Klaus Bringmann, Geschichte der Juden im Altertum, Stuttgart 2005.
  • Martin Goodman, Jews in a Graeco-Roman world, Oxford 1998.
  • Martin Goodman, Romeand Jerusalem. The Clash of Ancient Civilizations, London 2007.
  • Peter Schäfer, Geschichte der Juden in der Antike, Tübingen 2010².

 

Dr. André Heller: Das Antoninische Zeitalter

Donnerstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Antiken Autoren wie Aelius Aristides oder dem britischen Gelehrten Edward Gibbon im 18. Jh. galt das Antoninische Zeitalter als glücklichste Epoche des Imperium Romanum, da es unter Antoninus Pius (138-161) eine nie gekannte Friedenszeit erlebt habe. Die Errichtung von Grenzmauern, wie dersystematische Ausbau des Obergermanisch-Rätischen Limes, vermittelte Sicherheit. Die ältere Forschung sah seine Regierung eher als "Kette schwerwiegender Versäumnisse", was jüngst zurecht revidiert wurde. Mark Aurel (161-180), der "Philosoph auf dem Kaiserthron", und Lucius Verus (161-169) sahen sich schweren Kämpfen im Osten gegen die Parther und im Donauraum gegen die Germanen ausgesetzt. Mark Aurelbestimmte seinen Sohn Commodus zum Nachfolger, der sich bald als grausamer Tyrann entpuppte und sich als "Römischer Hercules" stilisierte. Mit seiner Ermordung am letzten Tag des Jahres 192 fand das „AntoninischeZeitalter“ ein unrühmliches Ende, wenngleich Septimius Severus; Sieger der Bürgerkriege von 193-197, daran anzuknüpfen suchte.

Einführende Literatur:

  • Heinz Bellen, Grundzüge der Römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, 116-171.
  • Jörg Fündling, Marc Aurel, Darmstadt 2008.
  • Michael Grant, The Antonines. The Roman Empire in transition, London 1996.
  • Oliver Schipp, Die Adoptivkaiser, Darmstadt 2011.

 

Dr. André Heller: Zeit der Soldatenkaiser

Donnerstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Die Epoche der Soldatenkaiser, traditionell von 235 bis 284 reichend, wurde bereits von antiken Autoren als Krisenzeit des Imperium Romanum charakterisiert, was die althistorische Forschung übernahm. In den letzten Jahrzehnten aber plädiert sie für eine differenziertere Sichtweise und erkennt in ihr wichtige Entwicklungslinien, die in die Spätantike weisen. Unstrittig aber sind die schnelle Abfolge der Kaiser, diemeist vom Heer erhoben und bald darauf wieder ermordet wurden, die Verschärfung der außenpolitischen Bedrohung an fast allen Grenzen sowie wirtschaftlicher Niedergang in manchen Regionen. Dennoch gelang ab der Regierung des Gallienus (260-268) die Konsolidierung des Reiches, was seine „Nachfolger“ wie Claudius Gothicus, Aurelian und Probus erfolgreich fortsetzten. Da die schriftliche Überlieferung entweder fehlt oder problematisch (z. B. die spätantike Historia Augusta) ist, stellen Inschriften, Münzen und Papyri äußerst wertvolle Quellen zur Rekonstruktion der Ereignisse dar und erlauben Einblicke in die Wahrnehmung der Zeitgenossen. 

Einführende Literatur:

  • Klaus-Peter Johne (Hrsg.), Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284), 2 Bde., Berlin 2008.
  • Michael Sommer, Die Soldatenkaiser (Geschichte kompakt – Antike), Darmstadt 20143.

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Perserkriege

Mittwoch 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Als die Perser zu Beginn des 5. Jh. v. Chr. Richtung Griechenland zogen, schlossen sich einige Poleis im so genannten Hellenenbund zusammen, um ihre Heimat(en) gemeinsam gegen die Invasoren aus dem Osten zu verteidigen. Erstaunlicherweise ging dieser Plan auf: Unter der Führung Spartas und insbesondere aufgrund der Flottenstärke Athens konnten die Perser nach anfänglichen Rückschlägen bei Salamis in einer Seeschlacht und schließlich bei Plataiai auch zu Lande besiegt und so zurückgedrängt werden. Im Seminar wollen wir nachvollziehen, wie und warum die Griechen trotz Unterzahl gegen die Perser bestehen konnten. Zudem wollen wir uns mit den Ursachen und Anlässen aber auch mit den Auswirkungen und Resultaten der Perserkriege beschäftigen. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • George Cawkwell, The Greek Wars. The Failure of Persia, Oxford 2005.
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
  • Ders., Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 20072; Wolfgang Will, Die Perserkriege, München 2010.
     

Hauptseminare

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Kaiser Julian 

Dienstag 10–12 Uhr – Übungsraum 19,  Philosophiegebäude (Am Hubland Süd)

Julian regierte nur für knapp 20 Monate, von 361 bis 363, als Alleinherrscher das Römische Reich, trotzdem hat er einen Namen wie Donnerhall. Grund dafür ist, daß er der letzte heidnische Kaiser war und noch einmal versuchte, das Rad der Zeit zurückzudrehen, aber auch, daß er ein historischer Verlierer war, was immer Sympathien einbringt und in diesem Fall die Phantasie besonders anregt: Was wäre, wenn Julian länger gelebt und das Christentum zurückgedrängt hätte? Im Seminar geht es um das erstaunliche vierte Jahrhundert, in dem ein Angehöriger der regierenden christlichen Dynastie zum Heidentum konvertieren konnte (wenn auch zunächst heimlich) und seinen Cousin vom Thron zu stürzen vermochte, wir beschäftigen uns mit der Bildung und dem literarischen Schaffen des vielleicht begabtesten Kaisers der Spätantike, wir untersuchen, wie sich die Christen gegen Julian wehrten, und wir fragen, warum viele Heiden dem Kaiser in seinem missionarischen Eifer nur zögerlich folgten. Was das sonstige politische Wirken Julians angeht, steht der ehrgeizige und unglückliche Perserkrieg im Mittelpunkt, der Julian einen frühen, nach Meinung der Christen aber hochverdienten Tod brachte.

Einführende Literatur: 

  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.
  • Jochen Martin, Spätantike und Völkerwanderung (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 4), München 19953.
  • Klaus Bringmann, Kaiser Julian (Gestalten der Antike), Darmstadt 2004.
  • Klaus Rosen, Julian. Kaiser, Gott und Christenhasser, Stuttgart 2006.
  • Richard Klein (Hrsg.), Julian Apostata (Wege der Forschung 509), Darmstadt 1978.

 

 

Dr. Maria Osmers: Die Entstehung der Polis im archaischen Griechenland

Montag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

In der klassischen Zeit war die Polis die wichtigste Form des Zusammenlebens im griechischen Raum; Hunderte von eigenständigen Stadtstaaten existierten nebeneinander, deren politische Institutionen sowie deren soziale und gesellschaftliche Zusammensetzungen viele Parallelen und Ähnlichkeiten aufwiesen. Doch wie kam es dazu, dass sich die Polis in Hellas ausbreitete und schließlich fast überall durchsetzte? Welche Faktoren beförderten die Entstehung ähnlicher Strukturen in den verschiedensten Winkeln der griechischen Welt? Im Seminar werden wir die Gründe für den Erfolg der Polis aufspüren. Dafür werden wir die Etablierung der Polis in der archaischen Welt nachzeichnen und anhand von Fallbeispielen die sozialen sowie gesellschaftlichen Hintergründe dieser Entwicklung beleuchten. Zugleich werden wir die spezifischen Eigenarten der neuen Form des Zusammenlebens und insbesondere das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft betrachten.

Einführende Literatur:

  • Mogens H. Hansen; Thomas H. Nielsen, An Inventory of Archaic and Classical Poleis. An Investigation conducted by The Copenhagen Polis Centre for the Danish National Research Foundation, Oxford 2004.
  • Elke Stein-Hölkeskamp, Adelskultur und Polisgesellschaft, Stuttgart 1989.
  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaischeGriechenland. Die Stadt und das Meer, München 2015.
  • Uwe Walter, An der Polis teilhaben: Bürgerstaat und Zugehörigkeit im archaischen Griechenland, Stuttgart 1993.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Die griechische Polis, Stuttgart 1983. 

 

Zusätzlich bietet Herr Pfeilschifter ein Hauptseminar nur für Master-Studierende an:

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Warum ging die römische Republik unter?

Montag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.31 (Residenz)

Über fünfzig Jahre ist es nun her, dass Christian Meiers Res publica amissa zum ersten Mal erschien. Diese Studie ist zu einem Grundbuch der Geschichtswissenschaft geworden, die Rückkehr zu einer rein personenzentrierten Betrachtung der Ereignisse zwischen 100 und 42 v. Chr. ist seitdem unmöglich geworden. Ausgehend von Meiers Veröffentlichungen werden wir einige neuere Forschungen zur späten Republik analysieren. Dabei soll nicht nur das Blame Game gespielt werden – was waren die Ursachen für den Untergang? –, sondern auch die wichtigere Frage in den Blick kommen: Warum bestand die Republik überhaupt so lange? Das Seminar richtet sich an Masterstudenten, die über eine gute Kenntnis der letzten Phase der römischen Republik verfügen sollten. Ich bitte um persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

Achtung: Diese Lehrveranstaltung kann ausschließlich für die Masterstudiengänge in Geschichte belegt werden. Persönliche Anmeldung beim Dozenten.

Einführende Literatur:

  • Christian Meier, Res publica amissa. Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Stuttgart 20174.
  • Christian Meier, Die Ohnmacht des allmächtigen Dictators Caesar. Drei biographische Skizzen, Stuttgart 20152.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Caesars Diktatur, der Prinzipat des Augustus und die Fiktion der historischen Notwendigkeit, Gymnasium 103 (1996), 477-497.
  • Erich S. Gruen, The Last Generation of the Roman Republic, Berkeley u. a. 19952
  • Martin Jehne, Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen (dtv Premium), München 2009.

Wissenschaftliche Übungen

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Lektüreübung, Eugippius,Vita sancti Severini 

Mittwoch 10–12 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Vom Heiligen Severin wissen wir fast nur aus der Biographie, die Eugippius einige Jahrzehnte nach seinem Tod 482 schrieb. Darin erfahren wir von Wundern und Proben seiner Glaubensstärke genauso wie von den Zuständen in der Provinz Noricum (Teile Österreichs und des Voralpenlands) vor und während des Zusammenbruchs der römischen Herrschaft. So informiert die Vita sancti Severininicht nur über Wirken und Ansehen eines Mönches, Eremiten und Klostergründers, sondern stellt auch die einzige erzählende Quelle von einiger Ausführlichkeit zur Vorgeschichte Bayerns im fünften Jahrhundert dar. In der Übung lesen und übersetzen wir den Text und interpretieren ihn ausführlich. Von den Teilnehmern erwarte ich schon zu Beginn des Semesters Kenntnisse der historischen und religiösen Situation des fünften Jahrhunderts, dann zu jeder Stunde umfassende Vorbereitung – durch Lektüre des Texts und Studium der Literatur – und natürlich Freude an der Diskussion. Lateinkenntnisse sind selbstverständlich.

Textgrundlage: Eugippius, Vita sancti Severini. Das Leben des heiligen Severin. Lateinisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Theodor Nüsslein (Reclams Universal-Bibliothek 8285), Stuttgart 19992.

Einführende Literatur:

  • Alois Schmid (Hrsg.),Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. I 1: Das Alte Bayern. Von der Vorgeschichte bis zum Hochmittelalter, München 2017.
  • Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie (Das lateinische Mittelalter), Darmstadt 1994.
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz].

   

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Vindolanda-Tablets

Dienstag 14–16 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.36 (Residenz) 

Zu den wohl wichtigsten dokumentarischen Quellen zur Geschichte der römischen Kaiserzeit zählen die nach ihrem ersten Fundort benannten "Vindolanda-Tablets". Sie gewähren schlaglichtartig faszinierende Einblicke vor allem in die Welt der an den Reichsgrenzen stationierten römischen Armee. Ein Teil der seit 1983 kontinuierlich veröffentlichten Tafeln liegt seit 2003 in einer online-Edition (http://vindolanda.csad.ox.ac.uk) vor. Im Mittelpunkt der Übung steht die Lektüre ausgewählter Funde aus Vindolanda und Carlisle. Entsprechende Lateinkenntnisse sollten vorhanden sein, paläographische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Literatur: 

  • K. Bowman/J. D. Thomas, Vindolanda: The Latin Writing-Tablets, London 1983, 30-50.

Digital Humanities

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag 16–18 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über Geschichte und Bedeutung von Konfliktsimulationen; dann werden anhand von konkreten Beispielen einzelne, zentrale Probleme der Erstellung von Konfliktsimulationen genauer in den Blick genommen.

Einführende Literatur:

  • P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012. 

Materialien zum Download:

- Regelwerk

- Tokenübersicht

 

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Politik- und Konfliktsimulationen in Theorie und Praxis

Mittwoch 08–10 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Bei der Simulation politischer Entscheidungsprozesse und militärischer Konflikte handelt es sich um ein wichtiges Instrument, das seit mehr als einem Jahrhundert zur Vorbereitung politischer und militärischer Entscheidungen eingesetzt wird. Daneben kann die Simulation auch ein wichtiges Analyseinstrument für Vorgänge aus der Vergangenheit darstellen, das Einblicke in Zusammenhänge ermöglicht, die sich mit herkömmlichen Ansätzen nur schwer erhellen lassen. Ziel des Seminars ist die Auseinandersetzung mit den bei der Entwicklung einer Simulation entstehenden Problemen; hierzu wird von den Seminarteilnehmern eine Simulation erstellt und auf ihre Leistungsfähigkeit hin erprobt. Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des Hackathon 2017.

Einführende Literatur:

  • Fotis Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, 147-161 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].

Vorlesung 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Die römische Republik von den Gracchen bis zum Konsulat Ciceros 

Dienstag 1214 Uhr – Philosophiegebäude, Hörsaal 05 (Hubland Süd)

Mit den Reformen der Brüder Tib. und C. Sempronius Gracchus begann, in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts v. Chr., die Krise der Republik. Dies weniger, weil die Initiativen gescheitert oder weil die Sachprobleme ungelöst geblieben wären – beides war nur zum Teil der Fall –, sondern weil eine bislang nicht gekannte Härte in die innenpolitische Konfrontation einzog: Beide Gracchen wurden von ihren Gegnern erschlagen. Gewalt und Mord wurden bald legitime Mittel der Auseinandersetzung, für weitere Volkstribunen, aber schließlich auch für die Feldherren Marius und Sulla, die mit ihren Legionen den ersten, reichsweiten Bürgerkrieg vom Zaun brachen. Die außenpolitischen Herausforderungen verblaßten dagegen, aber immerhin mußten die Römer noch einmal, das letzte Mal für ein halbes Jahrtausend, um ihr Imperium fürchten, als die italischen Bundesgenossen sich erhoben. Die Vorlesung wird dennoch keine Geschichte eines unaufhaltsamen Niedergangs referieren. Es gab immer noch lange Phasen der Stabilität und des ordentlichen Funktionierens des politischen Systems. Und in den Stunden der Not erwuchsen der Republik immer wieder Verteidiger. M. Tullius Cicero, der 63 v. Chr. den Putsch Catilinas niederschlug, war nur der prominenteste von ihnen.

 

Einführende Literatur:

  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 20004.
  • Matthias Gelzer, Cicero. Ein biographischer Versuch, Wiesbaden 1969.
  • Bernhard Linke, Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla (Geschichte kompakt), Darmstadt 2012 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].

Grundkurs

PD Dr. Jorit Wintjes: Grundkurs zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr  Philosophiegebäude, Hörsaal 02 (Hubland Süd)

Der Grundkurs gibt einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Alten Geschichte und führt in Ereignis-, Gesellschafts-, Struktur- und Mentalitätsgeschichte der griechischen und römischen Welt ein.

 

Einführende Literatur:

  • Elke Stein-Hölkeskamp, Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Sebastian Schmidt-Hofner, Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2016 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Peter Scholz, Der Hellenismus. Der Hof und die Welt (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Wolfgang Blösel, Die römische Republik. Forum und Expansion (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2015 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar]. 

Proseminare 

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Nero 

Dienstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Nero, Herrscher über das Römische Reich von 54 bis 68 n. Chr., gilt als einer der großen Wahnsinnigen auf dem Kaiserthron: ein Muttermörder, Brandstifter, Christenverfolger, Möchtegernkünstler, ohne Sinn für die Bedürfnisse seiner Untertanen und die Anforderungen seiner hohen Stellung. Dieses Bild geht auf die antiken Quellen zurück, die Nero voreingenommen und zumeist mißgünstig schildern, falsch ist es deswegen aber noch nicht. Nur ist es zu einfach, Nero schlicht für verrückt zu erklären. Statt eine medizinische Ferndiagnose zu stellen, wollen wir die Strukturen des Kaisertums und der römischen Gesellschaft analysieren und danach fragen, wie Nero mit ihnen in Konflikt geriet, warum er immerhin 14 Jahre lang regierte und weswegen er am Schluß doch ermordet wurde. Neben der historischen Thematik führt das Seminar in Methoden und Hilfsmittel, Quellengattungen und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte ein.

 

Einführende Literatur:

  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.
  • Armin Eich, Die römische Kaiserzeit. Die Legionen und das Imperium (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].
  • Miriam T. Griffin, Nero. The End of a Dynasty, New Haven u. a. 1984.
  • Jürgen Malitz, Nero (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe 2105), München 1999.

PD Dr. Jorit Wintjes: Griechen und Karthager auf Sizilien 

Mittwoch 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Im Zuge der sogenannten Großen Kolonisation siedelten Griechen unter anderem auf Sizilien, wo Gründungen wie Naxos, Gela oder insbesondere Syrakus sich schnell zu bedeutenden Städten entwickelten. Dabei gerieten die Griechen in Konflikt mit den Karthagern, die im Verlauf des 7. und 6. Jh. die phönizischen Siedlungen im Westen der Insel unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung zwischen Griechen und Karthagern im 5. und frühen 4. Jh. v. Chr., daneben wird allgemein in Hilfswissenschaften und Arbeitsmethoden der Alten Geschichte eingeführt.

 

Einführende Literatur:

  • Martin Dreher, Das antike Sizilien, München 2008.
  • Moses Finley, Das antike Sizilien. Von der Vorgeschichte bis zur arabischen Eroberung, München 1993.
  • Marc Hofer, Tyrannen, Aristokraten, Demokraten: Untersuchungen zu Staat und Herrschaft im griechischen Sizilien von Phalaris bis zum Aufstieg von Dionysios I., Bern 2000.

Dr. Maria Osmers: Athen und Sparta im 5. Jh. v. Chr.

Montag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz) 

Das Seminar beleuchtet die Entwicklungen in Hellas im Anschluss an die Perserkriege und widmet sich dabei insbesondere dem Verhältnis zwischen den beiden Hegemonialmächten Athen und Sparta. Warum verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den beiden Poleis so sehr, dass schließlich der Peloponnesische Krieg (431 bis 404 v. Chr.) ausbrauch? Welche Faktoren beeinflussten die Entscheidungen der beteiligten Akteure und waren so ausschlaggebend für den Ausbruch des – in den Worten des antiken Historikers Thukydides – „größten Kriegs aller Zeiten“? Neben den Ursachen und Gründen des Konflikts sollen auch die Dynamiken sowie die Auswirkungen auf die einzelnen Poleis sowie den griechischen Raum insgesamt betrachtet und analysiert werden. Neben der inhaltlichen Komponente des Seminars wird allgemein in die Arbeitsmethoden und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte eingeführt.

Einführende Literatur:

  • Martin Dreher, Athen und Sparta, München 2001.
  • Simon Hornblower, The Greek World. 479-323 BC, London 20114.
  • Lawrence A. Tritle, A new History of the Peloponnesian War, Malden u. a. 2010.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen, Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
  • Karl-Wilhelm Welwei, Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2005.

Dr. André Heller: Alexander der Große 

Donnerstag 1214 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Wie kaum eine andere historische Gestalt fasziniert Alexander der Große bis heute: Neben grenzenloser Bewunderung widerfuhr ihm seit der Antike oft auch maßlose Kritik. Als er 334 den Hellespont überschritt, ahnte wohl keiner, dass Alexander binnen weniger Jahre die Eroberung des Perserreichs gelingen würde. Seine Feldzüge führten ihn über den Hindukusch bis nach Indien; die Feldzüge erweiterten das Weltbild der Griechen und stellten auch für Zeitgenossen eine merkliche Zäsur dar. Nach seinem Tod (323) jedoch zerfiel das Reich in den Kämpfen seiner Generale. Alexanders Erfolge sind Ergebnis konsequenter Ausnutzung der Vorarbeiten seines Vaters Philipp II. sowie – neben den Siegen über Dareios III. – der Beachtung indigener, insbesondere auch persischer Traditionen, was ihn manchem Althistoriker als „letzten Achaimeniden“ (P. Briant) erscheinen ließ. 

 

Einführende Literatur:

  • Johannes Engels, Philipp II. und Alexander der Große (Geschichte kompakt), Darmstadt 20122.
  • Hans-Joachim Gehrke, Alexander der Große, 6. München 20136.
  • Hans-Ulrich Wiemer, Alexander der Große, München 20152.

Dr. André Heller: Orientalische Kulte im Imperium Romanum 

Donnerstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)  

Kulte aus dem Orient prägten das religiöse Leben im Römischen Reich maßgeblich. Zu nennen sind in republikanischer Zeit die Magna Mater aus Kleinasien, deren Kultbild schon 204 v. Chr. nach Rom überführt wurde, und die ägyptischen Götter Isis und Sarapis. Die Ausübung der Kulte konnte auch zu Problemen führen, wie der Bacchanalienskandal 186 v. Chr. zeigt. In der Kaiserzeit traten weitere Götter hinzu, z. B. der aus dem Iran stammende Mithras – im 4. Jh. Konkurrent des Christentums – oder der beim Heer beliebte Iuppiter Dolichenus. Die Lektüre der einschlägigen Texte und die Berücksichtigung der Inschriften sowie der archäologischen Evidenz vermitteln einen Einblick in die Welt der orientalischen Religionen im Imperium Romanum. 

 

Einführende Literatur:

  • Manfred Clauss, Mithras. Kult und Mysterium, Darmstadt 2012.
  • Robert Turcan, The cults of the Roman Empire (The ancient world), Oxford 1996 (frz. Original „Les cultes orientaux dans le monde Romain“, Paris 20043).
  • Marteen J. Vermaseren (Hg.), Die orientalischen Religionen im Römerreich (ÉPRO93), Leiden 1981.

Hauptseminare

PD Dr. Jorit Wintjes: Die Griechen und die Lyder  

Freitag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Im 7. und 6. Jh. v. Chr. dominierte das Lyderreich unter der Mermnadendynastie weite Teile Westkleinasiens, an dessen Küsten sie mit der griechischen Welt in Kontakt traten. Von der Faszination der Griechen mit der kleinasiatischen Zivilisation zeugen die zahlreichen Spuren, die die Lyder in der griechischen Literatur hinterlassen haben, zu denen insbesondere der sogenannte Lyder-Logos im Werk des Herodot gehört; es ist die Darstellung des Königs Krösus durch Herodot, die ersteren untrennbar mit unzählbarem Reichtum verbunden hat. Im Mittelpunkt des Seminars sollen die Kontakte zwischen den Griechen und den Lydern und insbesondere die Darstellung der Lyder in den griechischen Quellen stehen; dazu wird eine eingehende Auseinandersetzung mit Herodot sowie mit den übrigen zentralen Zeugen notwendig sein.

 

Einführende Literatur: 

  • David Asheri et al. A Commentary on Herodotus I-IV, Oxford 2007.  
  • Annick Payne; Jorit Wintjes, Lords of Asia Minor: An Introduction to the Lydians, Wiesbaden 2016.

Hinweis: Anmeldung über sb@Home!

Achtung: Am 27.10.2017 sowie am 12.01.2018 findet die Veranstaltung ausnahmsweise in der Residenz in Raum 3.36 (Bibiliothek) statt, an allen anderen Terminen in der Residenz in Raum 3.37!

Dr. Maria Osmers: Das römische Reich unter Caligula und Claudius 

Dienstag 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Während Caligula (3741 n. Chr.) schon von römischen Autoren als Scheusal und Tyrann gezeichnet wurde und auch noch heute als typisches Beispiel eines „verrückten Kaisers“ gilt, wurde und wird Kaiser Claudius (4154 n. Chr.) von antiken und modernen Beobachtern häufig als willensschwacher, kränklicher und wenig selbstständiger Herrscher beschrieben, der sich schon aufgrund seiner körperlichen Erscheinung nicht für sein Amt eignete. Im Sinne der jüngeren Forschung, die die stereotypen Zeichnungen beider Kaiser hinterfragt, sollen in diesem Seminar differenziertere Bilder von Caligula und Claudius entworfen werden. Welchen Problemen und Herausforderungen mussten sich beide Kaiser stellen? Wie reagierten sie auf diese, welche Problemfelder kamen auf? Inwiefern standen sie in der Tradition der julisch-claudischen Dynastie und welche Neuerungen und Innovationen brachten sie auf den Weg?

 

Einführende Literatur:

  • Karl Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin, München 20055.
  • Manfred Clauss (Hrsg.), Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997.
  • Werner Dahlheim, Geschichte der römischen Kaiserzeit (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 3), München 20033 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].  
  • Barbara Levick, Claudius, London 1990.
  • Aloys Winterling, Caligula. Eine Biografie, München 2003.

Hinweis: Anmeldung über sb@Home! 

Wissenschaftliche Übungen

PD Dr. Jorit Wintjes

Dienstag 1416 Uhr – Seminar für Alte Geschichte (Residenz, Raum 3.37)

Inschriften zählen zu den wichtigsten nichtliterarischen Quellenzeugnissen, und erlauben unterschiedlichste Einblicke in die Ereignis-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte der Griechen und Römer. Die Übung stellt die wichtigsten Arbeitsmittel des Epigraphikers vor und führt anhand ausgewählter Beispiele in die lateinische Epigraphik ein.

Einführende Literatur:

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Oberseminar zur Alten Geschichte

Mittwoch 1012 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.31 (Residenz)

Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion von Qualifikationsarbeiten sowie kleinerer und größerer Forschungsprojekte. Ich bitte um eine persönliche Anmeldung in meiner Sprechstunde.

Dr. Johann Martin Thesz:  Lektüreübung Zosimos

Dienstag 1416 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

 

Das Geschichtswerk des Zosimos stellt für die Jahre 378 bis 410 eine unserer wichtigsten Quellen dar. Allerdings schildert Zosimos, der sein Werk um 500 verfasst hat, Ereignisse, die zu seiner Zeit bereits weit zurücklagen. Für seinen Bericht greift er auf die nur fragmentarisch erhaltenen Geschichtswerke des Eunapios und Olympiodoros zurück. Das Werk stellt aber trotz dieser Abhängigkeitsverhältnisse keine bloße Kompilation dar. Zosimos bietet nämlich eine eigenständige Interpretation der Geschichte, die den Untergang Roms aus der Christianisierung des Reiches und der damit einhergehenden Vernachlässigung paganer Kulte heraus erklärt. Seine ‚Geschichte der neueren Zeit‘ bildet somit einen Gegenentwurf zur christlichen Geschichtsdeutung, wie sie bei den Kirchenhistorikern zu greifen ist. Auf der Grundlage einer gemeinsamen Lektüre des Textes wollen wir der Frage nachgehen, welchen Quellenwert das Werk des Zosimos in seinen einzelnen Teilen besitzt. Angemessene Griechischkenntnisse etwa im Umfang des Graecums werden vorausgesetzt.

Textgrundlage: Zosime, Histoire nouvelle. Texte établi et traduit par François Paschoud, 3 Bde. (5 Teilbde.), Paris 1971–1989.

Literatur:

  • Mischa Meier, Zosimos, in: DNP 12/2, 2002, Sp. 843–845
  • François Paschoud, Zosimos (8), in: RE 10 A, 1972, Sp. 795–841

Hinweis: Griechischkenntnisse werden vorausgesetzt!

Sonstige Übungen

Dr. Maria Osmers: Begleitveranstaltung zum Praxismodul Geschichte (Blockveranstaltung)

Montag, der 23.10.2017, von 18–20 Uhr  Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Die Veranstaltung findet geblockt statt; die Seminarinhalte bzw. Referatsthemen werden in der vorbereitenden Sitzung am Montag, dem 23.10. von 1820 Uhr (erste Veranstaltungswoche) abgestimmt. Die Blockveranstaltungen finden voraussichtlich Ende Januar 2018 statt, die Termine werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter: Staatsexamenskurs Alte Geschichte (Blockveranstaltung)

Freitag, der 27.10.2017, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz);

Freitag, der 08.12.2017, von 08–13 Uhr, Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude, Hörsaal 0.002 (Hubland Süd);

Freitag, der 12.01.2018, von 10–17 Uhr, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz).

Ziel des Kurses ist es, auf die Situation der schriftlichen Staatsexamensprüfung im vertieft studierten Fach wie im Unterrichtsfach vorzubereiten. In einem ersten Block sprechen wir über angemessene Lernstrategien, die Auswahl geeigneter Lehrveranstaltungen und Literatur, über das Anforderungsprofil der Staatsexamensklausur, über eine adäquate Themenwahl in der Klausur selbst und über ein zielführendes Zeitmanagement. Im zweiten Block schreiben die Teilnehmer eine Klausur, und zwar unter Echtzeitbedingungen 8–12 bzw. 13 Uhr. Ich korrigiere die Übungsklausuren, und in einem dritten Block sprechen wir über das, was gut gelaufen ist und was weniger gut. Der Kurs bietet keinen inhaltlichen Durchgang durch die griechisch-römische Geschichte – dafür sind Vorlesungen, Grundkurs und eigene Lektüre da –, und natürlich gibt er keine Hinweise auf zukünftige Themen. Sehr wohl aber soll er Ängste und Unsicherheiten vor einer fünf- bzw. vierstündigen, sehr wichtigen Klausur abbauen. 

Seminare - Digital Humanities 

PD Dr. Jorit Wintjes: Einführung in die Konfliktsimulation

Dienstag 1618 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.36 (Residenz)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über Geschichte und Bedeutung von Konfliktsimulationen; dann werden anhand von konkreten Beispielen einzelne, zentrale Probleme der Erstellung von Konfliktsimulationen genauer in den Blick genommen.

 

Einführende Literatur:

  • P. A. G. Sabin. Simulating War: Studying Conflict Through Simulation Games. London: Continuum Publishing Corporation. 2012.

Materialien zum Download:

Materialien_Konfliktsimulation

 

PD Dr. Jorit Wintjes: Politik- und Konfliktsimulationen in Theorie und Praxis

Mittwoch 0810 Uhr – Lehrstuhl für Alte Geschichte, Raum 3.37 (Residenz)

Bei der Simulation politischer Entscheidungsprozesse und militärischer Konflikte handelt es sich um ein wichtiges Instrument, das seit mehr als einem Jahrhundert zur Vorbereitung politischer und militärischer Entscheidungen eingesetzt wird. Daneben kann die Simulation auch ein wichtiges Analyseinstrument für Vorgänge aus der Vergangenheit darstellen, das Einblicke in Zusammenhänge ermöglicht, die sich mit herkömmlichen Ansätzen nur schwer erhellen lassen. Ziel des Seminars ist die Auseinandersetzung mit den bei der Entwicklung einer Simulation entstehenden Problemen; hierzu wird von den Seminarteilnehmern eine Simulation erstellt und auf ihre Leistungsfähigkeit hin erprobt. Das Seminar führt in den Umgang mit biographischen Daten, der Analyse und der Visualisierung von Personennetzwerken ein. Als konkretes Beispiel steht das Offizierskorps der Royal Navy der viktorianischen Zeit im Mittelpunkt; als Kerndatensatz dienen die Ergebnisse des Hackathon 2017.

 

Einführende Literatur:

  • Fotis Jannidis, Netzwerke, in: Fotis Jannidis et al. (ed.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, 147-161 [im Campusnetz als E-Book verfügbar].

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Sommersemester 2017