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Institut für Geschichte

BMBF-Projekt

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Der Schatten der Vergangenheit. Der Umgang mit Diktaturen in demokratischen Gesellschaften Europas. Spanien und Portugal im europäischen und lateinamerikanischen Kontext

Die Umbettung der Gebeine des langjährigen spanischen Diktators Francisco Franco im Jahr 2019 sowie ein neues in den Cortes von Madrid verhandeltes Aufarbeitungsgesetz von 2021 zeigt, dass die Aufarbeitung der Franco-Diktatur (1936-1975) noch lange nicht abgeschlossen ist. In Portugal sind es hingegen wiederkehrende Debatten um ein geplantes Museum zur diktatorischen Periode (1926-1974) im Geburtsort von Diktator António de Oliveira Salazar, sowie zu den Feierlichkeiten um die Nelkenrevolution, die sich am 25. April 2024 zum 50. Mal jähren wird.

An diese Phänomene anschließend untersucht das Forschungsprojekt in transnationaler Perspektive den erinnerungskulturellen Umgang Portugals und Spaniens mit den jeweiligen Diktaturerfahrungen im 20. Jahrhundert. Ziel ist zum einen die Erschließung wesentlicher Aspekte der nationalen Erinnerungskulturen der iberischen Staaten. Zum anderen soll untersucht werden, inwieweit aufgrund der geteilten Diktaturerfahrung mit europäischen und lateinamerikanischen Staaten von einer transnationalen Erinnerungskultur gesprochen werden kann. Verortet ist das Projekt im interdisziplinären Forschungsfeld der Transitional Justice und den geschichtswissenschaftlichen Subdisziplinen der transnationalen Geschichte, der Transferforschung sowie der Kultur- und Mediengeschichte.

Zentrale Untersuchungsobjekte stellen hierbei die juristische Aufarbeitung sowie die Neubewertung beziehungsweise Entfernung von nationalen Symbolen, Denkmälern und Gedenktagen dar. Ferner wird die Darstellung der überwundenen Diktaturen im Bildungssystem und Medien der Erinnerungskultur wie Literatur und Film analysiert. Aus transfergeschichtlicher Warte soll die transnationale Parteienarbeit mit Deutschland und Lateinamerika untersucht werden. Hierbei spielt auch das Wirken politischer Akteure der postdiktatorischen iberischen Staaten in internationalen Organisation wie der Europäischen Union, der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP) sowie im Rahmen der Iberoamerikanischen Gipfel eine wichtige Rolle.

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).